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Die Landräte Robert Niedergesäß (M., Ebersberg) und Christoph Göbel (re., München) zeigten sich erfreut über die Landkreis übergreifende Kooperation. Links im Bild der Klimaschutzmanager des Landkreises Ebersberg, Hans Gröbmayr.

Landkreise in gemeinsamer Agentur

Energiewende: München steigt ins Ebersberger Boot

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Der Landkreis Ebersberg steht mit seinem ehrgeizigen Ziel, bis zum Jahr 2030 die Energiewende zu schaffen, nicht mehr allein da. Er hat sich den Landkreis München mit ins Boot geholt. Beide Kreise sind jetzt in einer gemeinsamen Energieagentur vereint.

Landkreis – Im September hatte der Kreistag des Landkreises München einstimmig grünes Licht für eine Beteiligung des Landkreises an der Energieagentur Ebersberg gegeben, später stimmten die Ebersberger Kreisräte zu. Jetzt wurde, die Kooperation offiziell vollzogen, im Landratsamt München fand die erste Gesellschafterversammlung der gemeinnützigen Einrichtung, die sich fortan Energieagentur Ebersberg-München nennen wird, statt.

Mit 25 000 Euro Stammeinlage und einem Aufgeld von 260 000 Euro für die durch die Beteiligung anfallenden Investitionen ist der Landkreis München jetzt gleichberechtigter Gesellschafter der Agentur aus dem Nachbarlandkreis, berichtet das Landratsamt Ebersberg. Die Landräte Robert Niedergesäß (Ebersberg) und Christoph Göbel (München) zeigten sich erfreut über Kooperation.

Im Landkreis Ebersberg hatte man sich zuvor umfassend mit der Anfrage des deutlich größeren Nachbarn auseinandergesetzt. In Gesprächen, einem Workshop und Abstimmungsrunden ging es im Kern um die Frage: Welche Chancen, aber auch Risiken birgt die Kooperation für den Landkreis Ebersberg? Kann die Energieagentur den Anforderungen gerecht werden? Im Landkreis Ebersberg sind seit sechs Jahren der Klimaschutzmanager Hans Gröbmayr und seit gut drei Jahren ein stetig wachsendes Team der Energieagentur Motor der Energiewende, mit dem sehr ambitionierten Ziel, bis 2030 die Energieversorgung des Landkreises frei von fossilen und anderen endlichen Energieträgern zu gestalten. Am Ende war man überzeugt. „Gemeinsam sind wir für die große Aufgabe besser aufgestellt, wir können noch schlagkräftiger werden und unser Angebot für den Klimaschutz ausweiten“, fasst Gröbmayr das Ergebnis zusammen.

Das Pendant zum Ebersberger Energiewendeziel 2030 ist die „29++ Klima. Energie. Initiative.“ im Landkreis München mit seinen 29 Kommunen. Beide Konzepte haben die Ausgestaltung einer klimafreundlichen Zukunft zum Ziel. Bei der im Dezember 2016 vom Münchner Kreistag beschlossenen Neuausrichtung der Klimaschutzbemühungen wurde definiert, welche Themen besser intern im Landratsamt München und welche man erfolgreicher in Kooperation mit anderen bearbeiten kann. Insbesondere für Aufgabenstellungen im Querschnitt mit Kommunen, der Wirtschaft und den Bürgerinnen und Bürgern erachteten die Kreisräte die Zusammenarbeit mit einer externen Kompetenzstelle für sinnvoll.

Die Zielsetzung der Energieagentur ist in der Satzung klar umrissen: die Förderung des effizienten und klimafreundlichen Energieeinsatzes und die Beratung zur Umsetzung alternativer Energieprojekte – bisher im Landkreis Ebersberg, jetzt auch im Landkreis München.

Die aktuell neun Mitarbeiter beraten Bürger, Unternehmen und Kommunen bei allen Klimaschutzmaßnahmen und zeigen Chancen und Potenziale auf. Neben Bildungsarbeit initiieren und begleiten sie energieeffiziente und ressourcenschonende Energieprojekte und tragen durch Öffentlichkeitsarbeit, Vorträge und Veranstaltungen zu einem Bewusstseinswandel bei.

Die Energieagentur arbeitet als unabhängiger Dienstleister in einem Netzwerk lokaler Mitstreiter, was auch die regionale Wertschöpfung stärkt. Ergänzt wird das Netzwerk durch einen Förderverein, in dem sich Unternehmen aus dem Energiewendeumfeld einbringen und als Unterstützer der Energiewende in der Region sichtbar werden.

Auf der Agenda ganz oben steht die Einführung eines Solarpotenzialkatasters. Vor gut eineinhalb Jahren im Landkreis Ebersberg ins Leben gerufen, hat dieses Online-Tool signifikant zu einem verstärkten Bau von Solaranlagen geführt. Eine weitere Erfolgsgeschichte ist die kostenlose Energieimpulsberatung, die allen Bürgern erste Wegweisungen für ihre ganz individuellen Energiewendemaßnahmen aufzeigt. Dies und anderes soll baldmöglichst auf den Landkreis München ausgeweitet werden. 

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