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Intensiv beraten haben die Verantwortlichen der evangelischen Kirchengemeinde über die Finanzsituation. Einer der Auslöser für die jetzt teilweise abgebauten Schulden war der Bau des Gemeindezentrums in Kirchseeon.

Evangelische Kirchengemeinde Kirchseeon/Ebersberg

Spenden gesammelt - Schulden halbiert

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Vor zwei Jahren steckte die evangelische Kirchengemeinde Ebersberg-Kirchseeon-Steinhöring-Hohenlinden in einer Schuldenkrise. Inzwischen scheinen die größten Probleme überwunden.

Kirchseeon/Ebersberg– Die Hälfte der Schulden sind abgetragen, in acht Jahren soll auch der Rest getilgt werden, wie Pfarrer Edzard Everts auf Anfrage derEZ mitteilte.

Hintergrund: Der größte Brocken waren Verbindlichkeiten von rund 240 000 Euro aus noch laufenden Krediten, da das neue Gemeindehaus in Kirchseeon teurer geworden war, als ursprünglich geplant. Everts hatte bei einer Gemeindeversammlung im Dezember 2015 die einzelnen Schritte aufgelistet, von der ersten Kostenschätzung des Baureferats über rund 800 000 Euro, die erste Schätzung des Architekten über 965 000 Euro, die Fachplaner mit etwas über einer Million Euro bis zu den endgültigen Kosten von rund 1,1 Millionen Euro. Als Gründe für die gestiegenen Kosten wurden der zunächst nicht eingerechnete barrierefreie Zugang angegeben sowie der Umbau des Platzes zwischen Gemeindehaus und Kirche, außerdem allgemein gestiegene Preise in der Baubranche.

Wenn man das weg rechne, sei man wieder fast bei den ursprünglichen Kosten hatte damals Ursula Bittner vom Kirchenvorstand betont.

Das änderte aber grundsätzlich nichts an der finanziellen Situation. Pfarrer Everts strebte zudem eine längerfristige Strategie an, um die Kirchengemeinde auf finanziell sichere Füße stellen zu können. Dabei sollte es ebenfalls um die Immobilien, also auch um die Kirchen selbst gehen.

Inzwischen kommt vorsichtige Entwarnung. Ein großer Brocken der Schulden konnte abgebaut werden. Grund dafür waren anlassbezogene Spenden der Gemeindemitglieder. Auch die politische Gemeinde Kirchseeon trug ihren Teil in Form eines Zuschusses zu den zusätzlichen Baukosten bei. Grundsätzlich gingen viele Spenden ein, so Everts. Das liege wohl daran, dass die Kirchengemeinde viele Angebote habe, die von der Bevölkerung gerne angenommen würden. „Und das wird honoriert.“

Die Immobilien wurden überprüft. „Wir werden die Kirchen in Kirchseeon und Ebersberg weiter brauchen“, so Everts. Die Kirche in Ebersberg stehe sowieso unter Denkmalschutz. Das Gemeindezentrum in der Kreisstadt sei baulich in einem hervorragenden Zustand. Eine Etage wurde inzwischen für die Wochentage extern vermietet, also von Montag bis Freitag. Interne Kirchenveranstaltungen könnten am Wochenende dort aber weiter stattfinden. Auch das Gemeindezentrum in Kirchseeon bleibe erhalten. „Eine radikalen Schritt wird es nicht geben“, so Everts.

Längerfristig sei zu erwarten, dass die Zahl der Gemeindemitglieder weiter sinke. Dann sollte man möglicherweise in einigen Jahren über „integrierte Lösungen“ nachdenken, also den Kirchenraum beispielsweise für andere Veranstaltungen nutzbar zu machen.

Konkretes könne man dazu jetzt aber noch nichts sagen, so Everts. „Alles andere wäre Kaffeesatzleserei.“

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