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Ein Sozialdemokrat aus  altem Schrot und Korn: Ewald Schurer (63). 

Trauer um Ewald Schurer, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Ebersberg

Als Roter geboren

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Im Landkreis herrscht über die Parteigrenzen hinweg tiefe Trauer über den Tod des Ebersberger SPD-Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer. Der 63-Jährige starb in der Nacht von Samstag auf Sonntag in seinem Haus in der Kreisstadt.

Von Michael Acker

Landkreis  Über die Todesursache gab es am Sonntag keine näheren Angaben. Nach Informationen der Ebersberger Zeitung lag Schurer tot im Bett, als ihn seine Lebensgefährtin am Morgen wecken wollte. Noch am Samstag hat er nach Angaben aus SPD-Kreisen Termine absolviert. Die Bayern-SPD entsprach der Bitte der Hinterbliebenen, vorerst keine weiteren Auskünfte zu erteilen. Seine Lebenspartnerin schrieb auf Facebook: „Der schlimmste Tag in meinem Leben: Mein geliebter Mann und Partner ist gestorben.“ Schurer hinterlässt vier Kinder.

Nach Angaben von Dirk Schött, Vorsitzender des Ebersberger SPD-Ortsvereins, dem Schurer seit 1972 angehörte, habe der 63-Jährige noch bis zu letzt Termine wahrgenommen, nichts habe „darauf hingedeutet. Um so gelähmter fühle ich mich jetzt“. Der Frauenneuhartinger CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz meinte gegenüber der EZ, er habe sich mit Schurer politisch „sicher nichts geschenkt, menschlich aber immer gut verstanden“. Der Ebersberger sei jemand gewesen, der das, was er sagte, auch immer so vertrat“. Auf Facebook beendete Lenz seinen Post mit den Worten: „Mach’s gut Ewald.“

Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen sagte: „Die Nachricht vom Tod Ewald Schurers bestürzt uns zutiefst und erfüllt uns mit unglaublicher Trauer. Mit ihm verlieren wir einen Sozialdemokraten aus echtem Schrot und Korn. Er war eine prägende Figur der BayernSPD in den vergangenen Jahren.“

Schurer trat 1972 in die SPD ein und engagierte sich zunächst bei den Jusos, deren Vorsitzender er in Südbayern von 1972 bis 1985 war. In Ebersberg, wo er bis zuletzt auch dem Kreistag angehörte, ist sein Name untrennbar mit dem Abenteuerspielplatz und dem selbstverwalteten Jugendzentrum verbunden, das in der Zeit aus der Taufe gehoben wurde. Nach der Volksschule hatte Schurer eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert und war dann zunächst als Disponent bei BMW und später als Kundenberater bei der Dun & Bradstreet Deutschland GmbH tätig. Auf dem zweiten Bildungsweg hatte er 1978 das Abitur abgelegt und sein Studium an der Fachhochschule 1988 als Diplom-Betriebswirt (FH) beendet.

Bei der Bundestagswahl 1998 zog der Ebersberger über die Landesliste seiner Partei erstmals ins Parlament ein. In eine private Krise geriet er, als er vier Jahre später den Wiedereinzug nicht schaffte, sich beruflich neu orientieren musste und seine Ehe zerbrach. Schurer machte sich als Kommunikationsberater selbständig, bis er 2005 wieder in den Bundestag gewählt wurde, dem er von da an ununterbrochen angehörte.

Auch in der Partei machte Schurer, der als fleißiger Arbeiter galt, der das Ohr sehr nahe an den Menschen hatte, Karriere. Von 2009 bis heuer war er stellvertretender Vorsitzender der bayerischen SPD, von 2003 bis 2017 Vorsitzender der oberbayerischen SPD. Hier erlebte Schurer im Mai dieses Jahres eine herbe Niederlage, an der er bis zum Schluss knabberte. Er wurde beim Bezirksparteitag in seiner Heimatstadt Ebersberg abgewählt und musste mit Florian Ritter einem jüngeren Politiker Platz machen. Schurer war stinksauer und warf den Genossen damals in ersten Reaktionen Undankbarkeit vor. Mit seiner Bilanz war er dennoch zufrieden: „In meinen 14 Jahren als Bezirksvorsitzender habe ich aus einem subalternen Verein eine moderne Partei gemacht.“

„Wir sind fassungslos“: Poings Bürgermeister Albert Hingerl (Chef der SPD-Kreistagsfraktion) und die SPD-Landtagsabgeordnete Doris Rauscher zeigten sich am Sonntag schockiert vom Tod Schurers. „Am Freitag war er noch bei der Aufstellung der Kandidaten für den Bezirks- und Landtag, am Samstag bei unserer SPD-Kreistagsklausur“, berichten beide. „Er hat wie immer voller Leidenschaft gesprochen.“ In der Klausur habe er sich eingebracht für Themen und Projekte, die die Kreis-SPD für 2018 geplant hat. Nur ein paar Stunden später, am Sonntagvormittag, der Schock: „Unglaublich, er wurde mitten aus dem Leben gerissen“, sagen Hingerl und Rauscher. Beide bezeichnen den verstorbenen 63-Jährigen als „Vollblut-Sozialdemokrat“, der stets leidenschaftlich gekämpft und gearbeitet habe. Hingerl sagt noch einen Satz, der Schurer bestimmt gefallen hätte: „Ewald ist wahrscheinlich schon als ,Roter’ zur Welt gekommen.“

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