Einsatz in der Eberhardstraße

Foto bewegt ganz Ebersberg: Wie ein Feuerwehrmann das Großfeuer erlebte

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Das Bild von dem erschöpften Feuerwehrmann hat die Menschen berührt. Wir waren mit dem Ebersberger einen Tag nach dem schlimmen Brand noch einmal am Einsatzort.

  • Am Donnerstag wütete ein Großbrand im Zentrum von Ebersberg
  • Feuerwehrmann Sven Lagreze war einer von 80 Einsatzkräften
  • Brandursache noch nicht vollständig geklärt

Ebersberg – Feuerwehrmann Sven Lagreze, 39, steht vor dem zerstörten Haus in der Eberhardstraße in Ebersberg. Vor genau 24 Stunden brannte es lichterloh. Lagreze war als einer der Ersten vor Ort, hat auf einer Leiter gestanden, Schindeln eingeschlagen und Brandnester gelöscht. Acht Stunden war er im Einsatz.

Das Bild erinnert an einen Terroranschlag: Sven Lagreze mit Kollegen am Einsatzort  in Ebersberg. Als das Foto entstand, hatte er gerade seine Atemschutzmaske abgenommen. Seine Sauerstoffflasche war leer geatmet. 

Ebersberg in Bayern: Spurensuche nach Großfeuer

Neben ihm steht der Hausbesitzer, kreidebleich und unausgeschlafen. Ein Versicherungsberater spricht mit ihm, in den nächsten Tagen kommt der eine Gutachter, dann ein anderer. Freunde kommen, bekunden ihr Mitgefühl. Zwei Brandfahnder von der Kripo Erding suchen derweil die Stelle zwischen Vorder- und Hinterhaus ab. Mit einem Gerät gehen sie über den kohlschwarzen Boden. Sie versuchen herauszufinden, warum es hier am Donnerstag brannte.

„Das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde“, sagt Lagreze. Es hätte auch ganz anders ausgehen können.

Großeinsatz in Ebersberg: Feuer wohl in Container ausgebrochen

Kurzfassung eines Großbrandes: Vermutlich war in einem Carport Feuer von einem Abfallcontainer ausgebrochen. Die Flammen gingen auf einen Lieferwagen über und erfassten das Vordergebäude. Das Feuer stieg zudem unter das Dach des Haupthauses hoch. Rund 80 Einsatzkräfte waren im Einsatz.

Ebersberger Feuerwehrler: In einer Minute einsatzbereit

Sven Lagreze ist Oberfeuerwehrmann, seit 24 Jahren dabei. Am Donnerstag war er zuhause, Überstunden abbauen. Um 10.27 Uhr klingelte sein Piepser: Einsatz! Er fuhr zur Ebersberger Feuerwehrwache und zog sich um. In einer Minute waren seine Kollegen und er fertig, und rückten aus. Zum 160 Meter entfernten Großbrand. Kommandant Uli Proske war bereits vor Ort und erkundete die Einsatzstelle.

„Als ich ankam, hat das Auto lichterloh gebrannt“, sagt der Feuerwehrmann, der in seiner Freizeit bei Hindernissläufen teilnimmt. Die Flammen schlugen auch auf das Haupthaus über, bis unter den Dachstuhl. „Wir haben sofort mit dem Einsatz begonnen und konnten das Feuer am Haupthaus löschen“, sagt er. Wären sie eine Minute später gekommen, wäre es wohl komplett gebrannt.

Feuer in Ebersberg: Brandbekämpfung in zwei Abschnitten

In zwei Abschnitten nördlich und südlich des Vorderhauses versuchten die Einsatzkräfte das Feuer zu löschen. Lagreze ging mit einer Leiter zum Dach des brennenden Gebäudes. Bewaffnet mit Atemmaske, Einreißhaken und 5-Kilo-Hammer schlug er Dachziegel ein. Mit einem Strahlrohr, 130 Liter pro Minute, versuchte er das Feuer im Inneren des Hauses zu löschen.

„Das Problem war, dass das Haus so viele Wände hat“, sagt der Mann. Es konnten immer nur einzelne Brandherde gelöscht werden.

Ebersberg: Betroffene Familie kennen viele Einsatzkräfte persönlich

Viele Feuerwehrkräfte kennen die Familie, die es erwischt hat. Sie retteten Möbel und Wertgegenstände aus dem Haus. Aus dem Erdgeschoss konnten viele Sachen rausgebracht werden, im 1. Stock war nicht viel zu retten, sagt Legreze. Als die Dämmerung einsetzte, sei der Einsatz beendet gewesen.

Feuerwehr/Ebersberg: „Man kann sie nur in den Arm nehmen“

„Die Familie war total aufgelöst“, sagt er. Was sagt man zu Menschen, die kurz vor Weihnachten Hab und Gut verlieren? „Da bleibt nicht viel zu sagen.“ Man könne sie dann nur noch in den Arm nehmen.

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Eins versteht Sven Lagreze nicht: Warum ist der Lieferwagen nur von innen komplett ausgebrannt? Als er zum Einsatzort kam, seien die Türen geschlossen gewesen. Die Brandfahndung versucht das herauszufinden. Neue Ermittlungsergebnisse gibt es noch nicht, sagt die Kripo in Erding.

Ebersberg/Bayern: Für die Familie ist das „Hobby“ nicht leicht

Am Donnerstagabend nach dem Einsatz brachte Lagreze sein Kind ins Bett. So wie immer. Für die Familie sei sein „Hobby“ nicht leicht. „Man kann nur froh sein, wenn einem so was nicht selbst passiert“, sagt er und schaut auf das ausgebrannte Haus.

Einen traumatisierenden Einsatz hatte die Feuerwehr in Fürstenfeldbruck bei einem Brand: Sie fand Schreckliches im Badezimmer nach einem Brandalarm.

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Rubriklistenbild: © Stefan Rossmann

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