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Diese Pfosten sperre n die Zufahrt zum Wohngebiet. Sie sollen entfernt werden, wie jetzt beschlossen wurde.  

Freie Fahrt ins Wohngebiet 

Ebersberg zieht den Stöpsel raus

Wenn Anwohner aus dem Ebersberger Stadtviertel Friedenseiche mit dem Auto zum Aldi oder Edeka wollen, sparen sie sich in Zukunft pro Einkaufsfahrt einen guten Kilometer Umweg rund um die Kreisklinik. Denn die Pfosten an der Von-Scala-Straße werden entfernt.

Ebersberg– Das Viertel Friedenseiche ist in den vergangenen Jahren durch neues Bauland stetig gewachsen. Dass im Zuge des weiteren, geplanten Baugebiets Friedenseiche VIII nun auch die Verkehrsführung angepasst werden würde, steht bereits seit Beginn der Planung fest. Die Stadt hatte das Münchner Ingenieurbüro Ressel für knapp 7000 Euro mit der Verkehrsplanung beauftragt. Die Ergebnisse von Verkehrszählung und -berechnung hat Horst Schweikert den Räten nun vorgestellt.

Der Stadtteil könne als verkehrsarmes Wohngebiet eingestuft werden, mit 150 (Schmedererstraße) bis 1200 (Floßmannstraße) Autos pro Tag. Ausnahmen seien die Pfarrer-Guggetzer-Straße mit 1800 Pkw und die Pleiningerstraße mit etwa 6000 Fahrzeugen pro Tag. Hier wäre laut Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) eine Entlastung wünschenswert.

Die Straßen im Wohngebiet Friedenseiche sollten auch weiterhin „attraktiv für Anwohner und unattraktiv für Durchgangsverkehr“ bleiben, wie Stadtrat Hans Mühlfenzl (SPD) den Willen aller Fraktionen zusammenfasste. Diesem Wunsch am besten entsprechen könne man durch zwei Maßnahmen, erklärte Schweikert: Die bisher durch Pfosten gesperrte Von-Scala-Straße öffnen und die Erika-Schienagel-Straße über einen verkehrsberuhigten Ast an die Josef-Brendle-Straße anschließen. Um die so neu entstehende Spielstraße möglichst unattraktiv zu gestalten, könne die Durchfahrt in die Erika-Schienagel-Straße von Süden kommend gesperrt werden.

Den Vorschlägen des Verkehrsplaners folgten die Räte einstimmig und beschlossen deren Umsetzung. Schweikert rechnet durch die Änderungen mit einer zusätzlichen Belastung der Josef-Brendle-Straße mit 380 Autos, der Erika-Schienagel-Straße mit 410 und der Von-Scala-Straße mit 210 Fahrzeugen pro Tag. „Auch 400 Fahrzeuge sind nicht viel und durchaus zumutbar“, meinte Grünen-Stadtrat Philipp Goldner in Richtung der zehn gekommenen Anwohner auf den Zuschauerstühlen. „Jeder erzeugt Verkehr und keiner will ihn vor der eigenen Haustür. Ich wohne an einer Straße mit 2000 Autos pro Tag und ich lebe ganz gut damit“, ergänzte Alois Lachner (CSU). Und Brilmayer sagte: „Wenn man bisher fast gar keinen Verkehr hat, ist ein bisserl was auch etwas an Belastung, aber verglichen mit anderen Stellen ist das doch harmlos.“ Der Rathauschef zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung: „Jetzt können wir endlich weiter verfahren mit Friedenseiche VIII im Juli oder im September.“

Uta Künkler

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