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Ideengeber: Der behinderte Roland Krieger mit seiner Mutter Gertrude zuhause in Aßling.

Bericht in der Heimatzeitung bringt Bauherren auf eine gute Idee

Roland, der Fröhliche, zeigt Wirkung

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Wer die Ebersberger Zeitung liest, der nimmt Anteil an seiner Heimat und unmittelbaren Umgebung. Das ist auch bei Georg Weber aus Ebersberg so. Und bei der Lektüre unserer Zeitung kam ihm eine Idee.

Ebersberg – In dem Artikel, der ihn beeindruckte, ging es um Roland Krieger aus Aßling. Der 43-Jährige ist Spastiker, leidet an Epilepsie und wird von seiner Mutter Gertrude gepflegt. Und obwohl er selbst und die Familie dabei viele Schwierigkeiten überwinden müssen, war der Artikel so betitelt: „Roland, der Fröhliche“. Der Text hatte eine Wirkung auf Georg Weber.

Am 29. August findet in Ebersberg in der Gärtnereistraße der Spatenstich für ein neues Wohnhaus für Menschen mit Behinderung statt. Gebaut wird für 24 Bewohnerinnen und Bewohner des Einrichtungsverbunds Steinhöring, eine Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge München-Freising (KJF). Bauherr ist Georg Weber von der Gärtnerei Weber in Ebersberg. Hinter dieser Aktion verbirgt sich eine interessante Geschichte. „Aufgrund des Zeitungsartikels im Münchner Merkur kam Georg Weber auf den Einrichtungsverbund zu“, berichtet Gertrud Hanslmeier-Prockl, die Leiterin des Betreuungszentrum Steinhöring. 

Aus Webers ursprünglichem Plan, ein Mehrfamilienhaus zu bauen, entwickelte sich die Idee, das gesamte Haus für Menschen mit mehrfachen Behinderungen zu bauen – und zwar komplett barrierefrei. Damit können zwei Bedarfe bedient werden. Zum Einen der inklusive Gedanke – die Lage des Standorts im Zentrum von Ebersberg ermöglicht es den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern, am Stadtleben teilzunehmen, sei es durch kurze Wege zum Einkaufen in die Innenstadt, durch die Nähe zur S-Bahn oder auch dadurch, Kulturveranstaltungen in Ebersberg zu besuchen. Zum Anderen werden auch Menschen mit Behinderungen älter, die bedarfsgerechte Begleitung kann bei vielen dieser Personen, die noch zu Hause wohnen, nur durch barrierefreies Bauen ermöglicht werden. In die Planung für dieses Wohnhaus wurde der Einrichtungsverbund von Georg Weber intensiv mit einbezogen.

„Wir möchten uns nochmals herzlich bei Georg Weber bedanken, für die Idee, sein Engagement und die hervorragende Zusammenarbeit“, so Hanslmeier-Prockl. Das Wohnhaus soll Ende 2018 bezugsfertig sein.

Der Einrichtungsverbund Steinhöring (EVS) verfügt über ein sehr differenziertes Wohnsystem. Das Spektrum umfasst barrierefreie Wohnangebote für Menschen mit schwersten Behinderungen und Senioren an den Hauptstandorten und eine große Zahl von gemeindeintegrierten Außenwohngruppen sowie für die Beschäftigten der Werkstätten die Möglichkeit, im Rahmen des ambulant betreuten Wohnens selbständig zu leben.

Um die aktuelle Warteliste bedienen zu können und auch, um bereits im Voraus für die Menschen zu planen, die jetzt noch relativ selbständig in den Außenwohngruppen leben, in Zukunft aber einen barrierefreien Platz benötigen werden, plant der Einrichtungsverbund verschiedene Maßnahmen.

Unter anderem wird auch an der Umsetzung eines inklusiven Wohnstandorts in Grafing gearbeitet. 30 Personen benötigen akut einen Wohnplatz, weitere 20 Personen fragen für die Jahre 2018 bis 2022 an.

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