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Das ehemalige Gebäude der Kreissparkasse gehört jetzt im Landkreis. Der Steuerzahler kommt für die Kosten des Leerstands auf.

Gebäude der Kreissparkasse: Steuerzahler blutet für Leerstand

Ebersberger Geisterhaus verschlingt Unsummen

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Auch wenn niemand die Büros benutzt, der Aufzug im Haus muss bewegt werden, um funktionstüchtig zu bleiben. Und auch sonst fallen im weitgehend leer stehenden ehemaligen Gebäude der Kreissparkasse in Ebersberg erhebliche Zahlungen an.

Ebersberg  Für die Zahlungen muss der Steuerzahler gerade stehen. Der Landkreis hatte die Immobilie für rund zwölf Millionen Euro erworben, um dort Büros unterzubringen. Das Projekt ist derzeit gestoppt, weil die geplanten Kosten für Sanierung und Umbau explodiert sind, von ursprünglich 3,3 Millionen auf über elf Millionen Euro. Später waren noch höhere Beträge im Gespräch.

Verwunderung jetzt im Ausschuss des Kreistags: Für Sach- und Produktkosten des Gebäudes sind 2019 rund 300 000 Euro vorgesehen, darunter allein 75 000 Euro für laufende Wartungsverträge. Diese wurden beim Kauf durch den Landkreis übernommen und können wohl nicht gekündigt werden. Zudem sind in bestimmten Bereichen regelmäßige Überprüfungen der technischen Anlagen notwendig, um den Versicherungsschutz zu gewährleisten. Kreisrat Christian Eckert (Bayernpartei) blieb skeptisch: „Das ist ein dicker Hund. Wenn ich ein Auto nicht fahre, dann kann ich es stilllegen, dann brauche ich keine Wartungsverträge.“ Reaktion von Monica Spachmann (Landratsamt): „Das ist im privaten Bereich so, im öffentlichen geht es nicht.“ Warnende Worte kamen von Kreisrätin Elisabeth Platzer (SPD): „Wird das Gebäude regelmäßig überwacht, dass nicht noch mehr kaputt geht?“

Heruntergefahren wurden für 2019 die geplanten Personalkosten, unter anderem für den Hausmeister und für die Reinigung. Genutzt wird weiterhin der Sparkassensaal, wofür Betriebskosten anfallen. Zudem muss das Gebäude geheizt werden, um nicht auszukühlen. Eingesetzt wurden im Haushalt vorsorglich 35 000 Euro für mögliche Berater- und Gutachterkosten. Denn noch sind nicht alle Fragen um Zustand und Zukunft des Gebäudes geklärt.

Darum soll sich jetzt eine interfraktionelle Arbeitsgruppe des Kreistages kümmern. Es gibt eine lange Liste von Themen von den Umständen des Ankaufs bis zum weiteren Vorgehen inklusive Verkauf der Immobilie und Alternativen für den Bedarf an Büroflächen. Angesetzt sind in diesem Jahr noch drei Treffen. Erste Ergebnisse sollen Ende März 2019 vorliegen. Dann könnte sich vielleicht klären, wie lange der Landkreis und damit der Steuerzahler noch für ein größtenteils ungenutztes Gebäude aufkommen muss.

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