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Holte nach überstandener Krebserkrankung bei der DM Bronze: Kristina Heigenhauser.

Christina Heigenhauser: Medaille mit Mehrwert

Krebs besiegt - Bronze geholt

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Sie wurde Weltmeisterin, kämpfte mit der Elite des Bogensports um Weltcupehren, holte Edelmetall bei der Europameisterschaft und stellte einen Weltrekord auf. Und doch ist es die Bronzemedaille, die sie am vergangenen Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft in Hof gewann, die einen ganz besonderen Stellenwert genießt.

Ebersberg – „Einer der schönsten Tage meines Lebens“, fasste Kristina Heigenhauser die nationalen Titelkämpfe zusammen. Es war der erste Wettkampf der 29-Jährigen in ihrem neuen Leben. Einem Leben nach dem Krebs.

Kristina Heigenhauser, die für die BSG Ebersberg schießt, ließ sich von der schrecklichen Diagnose, die sie im vergangenen August ereilte, nicht unterkriegen. „Der Krebs darf mein Leben nicht bestimmen.“ Dessen war sich die Compoundschützin sicher. „Drum hab’ mich auch nicht an alles gehalten, was mir die Ärzte angeraten haben.“ Keinen Kontakt mehr zu ihren geliebten Tieren zu haben, wie ihr empfohlen wurde, kam für sie nicht in Frage. „Das brauch’ ich für meine Seele.“ Ebenso klar war für Heigenhauser, dass „ich beim Bogenschießen bleiben will. So gut es eben geht.“

Trotz danieder liegendem Immunsystem nahm sie die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft ins Visier. Abseits von Konkurrentinnen, um ja kein Risiko einzugehen, schoss sie mit Sondergenehmigung bei der Bayerischen mit. „Das war das erste Mal nach Monaten, dass ich wieder einen Bogen in der Hand hielt.“

Beflügelt von der Nachricht, dass der Tumor im Thoraxbereich sein Wachstum eingestellt habe, ging’s zur Deutschen. Nur knapp schaffte Heigenhauser die Norm. Dennoch: „Ich war überglücklich, dass ich wieder dabei war.“ Heigenhauser schwebte verständlicherweise auf Wolke sieben, „Dass ich Freunde und Bekannte nach langer Zeit wiedergesehen habe, hat mir gut getan. Es war sooo schön, mit ihnen zu ratschen und zu blödeln.“

Im Wettkampf war es dann allerdings vorbei mit dem Spaß. „Eigentlich wollte ich mich bloß nicht bis auf die Knochen blamieren“, so Heigenhausers Ziel in Hof.

Nach der Quali, „mit der ich schon ziemlich zufrieden war“, ging es für die Ebersbergerin in die Finals gegen starke Gegnerinnen. Nahezu ohne Training hatte Heigenhauser gegen Sabine Sauter keine Chance, zumal die einen Glanztag erwischt hatte. Im Kampf um Bronze gegen Pia Eibeck hatte sie dann knapp die Nase vorn: „Um die kleinste bayerische Maßeinheit, ums Arschlecken“, sagte sie scherzhaft. „Ich muss gestehen, ich bin stolz auf mich“, quittierte sie den Gewinn der Bronzemedaille. Und machte bereits wieder Pläne. „Auch wenn die Kraft noch fehlt, die Deutsche war ein guter Start. Jetzt freue ich mich auf den Weltcup in Antalya, die WM und die World Games.“ Durch den Krebs hat Kristina Heigenhauser zwar ihre Haare verloren, aber kein bisschen von ihrem ansteckenden Optimismus.

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