Lichterkette
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Das Weihnachtsfest wird heuer wegen Corona anders als sonst ausfallen.

Die Feiern sollen im Freien stattfinden

Wegen Corona: Ökumenische Weihnachtsgottesdienste in Ebersberg

Die Ebersberger Kirchen gehen einen neuen Weg. Heuer wird es an Heiligabend mehrere Gottesdienste unter freiem Himmel geben - ökumenisch

Ebersberg – So wie an Ostern, als wegen Corona alle Gottesdienste ausfielen, darf es an Weihnachten keinesfalls laufen. Da waren sich Ebersbergs Stadtpfarrer Josef Riedl und sein evangelischer Kollege Edzard Everts bereits Mitte August einig, als es an die Planung ging. Irgendwie sollte ein Corona-taugliches Konzept zur Gottesdienstgestaltung an Weihnachten her. Pfarrheime und Kirchen bieten nicht genügend Platz, also stand schnell fest: Die Gottesdienste müssen im Freien stattfinden. „Ähnlich wie in der Weihnachtsgeschichte mit der Herbergssuche, fanden auch wir letztendlich draußen eine Lösung“ witzelt Everts.

Josef Riedl, katholischer Pfarrer

An rund elf „Stationen“ soll an Heiligabend in Ebersberg jeweils um 16 und 17 Uhr eine halbstündige ökumenische Feier stattfinden. Wie diese genau aussehen soll, ist von Station zu Station unterschiedlich: „Die Grundstruktur ist überall gleich, am Ende wird ,Stille Nacht‘ gesungen“, stellt Riedl klar. Doch der Rest hängt von den jeweiligen Freiwilligen ab, die die Station bespielen. Von Kindergärten, die etwas aufführen, Vorlesungen, über das Singen durch den Posaunen- und Kinderchor bis hin zum Musizieren von Stadtkapelle, Jagdhornbläsern und dem Trachtenverein, finden sich verschiedene Formate.

„Ein großes Problem ist, dass die Musiker nicht proben durften“, bemerkt Everts, da suche man noch nach einer Lösung. Generell sei die pandemiebedingte permanente Unsicherheit da, aber es tue trotzdem gut, endlich zu planen.

Edzard Everts, evangelischer Pfarrer

Auf das genaue Programm darf man weiter gespannt sein, denn „die Flyer mit Karte und Legende werden wir etwa eine Woche vor Weihnachten veröffentlichen“, gibt Everts bekannt. Für die Stationen sind unter anderem der Klosterbauhof, der Schloßplatz, das Heim am Lindenanger, der Klinikhof und die beiden Kindergärten im Visier.

Die Pfarrer sind zufrieden mit dieser Lösung. Sie zu finden, war nicht einfach. Seit Sommer waren die Geistlichen jede Möglichkeit durchgegangen: „Wir hatten schon über die Volksfesthalle für den katholischen und die katholische Kirche für den evangelischen Gottesdienst nachgedacht“, erinnert sich Riedl, aber dann wären ihnen die Leute bestimmt aufs Dach gestiegen, glaubt er.

Ein vierköpfiges Kernvorbereitungsteam ist gerade dabei, die diversen Genehmigungen einzuholen, Andachten vorzubereiten und die freiwilligen Helfer zu koordinieren. An den nötigen Stellen werde man Einbahnstraßensysteme verwenden und die Straßen absperren. Die Kirchen sind trotzdem an Heiligabend geöffnet, fürs stille Gebet. „Weihnachten sollte unter dem gesundheitlichen Thema kein Problem sein“, sagt Edzard Everts und lächelt zufrieden.

Nur auf das Wetter haben die beiden Pfarrer keinen Einfluss. Aber sie sind sich sicher das werde schon irgendwie gehen. „Wir feiern gemeinsam oder gar nicht“ stellt Riedl klar. Um 22 Uhr will er gemeinsam mit Everts am mit vielen Lichtern erleuchteten Ebersberger Marienplatz den Gläubigen gegenüber treten. Bisher allerdings hat das Rathaus noch nicht zugestimmt.

So weit den beiden Pfarrern bekannt ist, wird Ebersberg die einzigen ökumenischen Weihnachtsgottesdienste im Landkreis anbieten, die anderen Gemeinden hätten jeweils getrennte Feiern auf öffentlichen Plätzen geplant.

Raffael Scherer

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