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Das Grafinger Jugendorchester präsentierte – wieder mit tatkräftiger Unterstützung einiger älterer Semester – eine spektakuläre Show.  

Grafinger Jugendorchester

Wo die Liebe hinfällt

Dieser Abend hat alles, was glücklich macht: Viel Musik, eine ganze Bühne voller junger Leute mit Spaß am Musizieren, ein begeistertes Publikum, Konfetti-Regen und am Ende Standing Ovations.

Ebersberg –Das Grafinger Jugendorchester hat mit dem Programm „Orchestra in Love“ alles richtig gemacht. Im fast ausverkauften Alten Speicher in Ebersberg war die Stimmung von Anfang an gut, spätestens zum „Alma Medley“ mit alpenländischen Klängen, waren die Gäste hin und weg und klatschten entzückt im Rhythmus mit. Die vielen Künstler bringen in diesem Programm musikalisch alles auf die Bühne, was mit dem Thema Liebe zu tun hat und spannen dabei einen weiten Bogen über die verschiedensten Stilrichtungen: Von Klassik bis Volksmusik, von Swing bis R&B.

Aber auch an Talenten bringen sie ein ganzes Bündel mit: Streicher, Bläser, Trommler und Schlagzeug füllen eine Riesenbühne, dazu kommen Solo-Sänger, Pianisten, ja sogar eine wunderbare Tanzeinlage des Paares Teresa Gruber und Kilian Berger gehört zum Programm. Aus dem klassischen Bereich führt das Jugendorchester populäre Stücke auf wie das bekannte Torero-Lied „Toreador“ aus der Oper „Carmen“ von George Bizet und den Hochzeitsmarsch von Felix Mendelsohn-Bartholdy, letzterer eingeleitet von leisen Orgelklängen, bald verstärkt durch die Bläser und schließlich durch die Streichinstrumente zum Crescendo gesteigert.

Kurz vor der Pause spielt das Orchester „Das große Tor von Kiew“ aus „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgsky. Jasmin Gärtner verzaubert die Zuhörer mit dem zweiten Satz des Klavierkonzerts Nr. 2 in c-Moll, dem „Inbegriff der romantischen Klaviermusik“, wie Moderator Philipp Gassert erklärt. Sergej Rachmaninoff hatte dieses Stück einst seinem Nervenarzt gewidmet.

Doch neben Klassik und neu interpretierter Volksmusik hat das Grafinger Jugendorchester noch vieles andere im Repertoire, zum Beispiel ganz Modernes: Die junge Amelie Jost singt den Rihanna-Song „Umbrella“ im roten Polka-Dot-Kleid, unter dem ein schwarzer Petticoat hervorblitzt, mit kräftiger Stimme, unterbrochen wird sie nur von einem tollen Schlagzeug-Solo. Jost singt auch das Abschluss-Lied des Abends: „Those were the days“, ursprünglich ein russisches Lied von Boris Fomin, das im Oktober 1917 bekannt geworden ist und dessen Melodie fast jeder kennt. 1968 wurde es von Mary Hopkin veröffentlicht.

Ganz besonders entzückt zeigt sich das Publikum, als nach der Pause acht junge Männer mit hölzernen Barhockern auf die Bühne kommen und darauf ein Feuerwerk der Trommelkunst entfachen, mit einem feurigen Rhythmus und fliegenden Platzwechseln. Am Ende gab es tosenden Applaus und laute Rufe nach einer Zugabe. Die kommt von Manni Glissmann, seinem diesmal weißen Kontrabass und dem ganzen Orchester in Form eines schmissigen „Dirty Boogie“.

Weitere Aufführungen sind am 27. und 28. Juni.

Evi Thiermann

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