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Die Grippewelle erreicht den Landkreis Ebersberg.

Grippewelle: Der Landkreis liegt flach

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Sie ist da, die Influenza. Den Landkreis Ebersberg hat die Grippewelle erreicht. Seit Anfang Januar ist die Krankheit – deutschlandweit – auf dem Vormarsch.

Landkreis – Die Zahlen beweisen, die Grippe ist im Landkreis angekommen. Vor allem ältere Menschen seien davon betroffen, betont der Leiter des Gesundheitsamtes im Landratsamt Ebersberg, Hermann Büchner. Waren es im Januar 2016 acht gemeldete nachgewiesene Grippeerkrankungen, ist der Vergleich zum Monat heuer deutlich: 61 positive Fälle verzeichnete die Behörde. Tendenz: steigend. Alleine am Montag wurden neun neue Infektionen bestätigt. Die Zahlen seien nur die Spitze des Eisbergs, betont Büchner. Denn nur die wenigsten Fälle würden verzeichnet, da es dafür einen Rachenabstrich und eine Laboruntersuchung bedürfe. Die Dunkelziffer demnach wesentlich höher.

Bei einer Grippe: Ab ins Bett!

Die nasskalte Jahreszeit könnte ein Grund für die vielen Infektionen sein, vermuten Ärzte im Landkreis Ebersberg. Dann ist das Immunsystem anfälliger. Dass sich ein Patient tatsächlich mit einer Influenza angesteckt hat, merke dieser sehr schnell, erklärt Allgemeinarzt Bernhard Lutz aus Poing. Die Symptome können ganz plötzlich auftreten, innerhalb von einer Stunde. Hohes Fieber, oftmals bis zu oder sogar über 40 Grad und starke Kopf- und Gliederschmerzen seien typisch. In seiner Praxis wurden bisher „deutlich mehr Influenza-Diagnosen“ gestellt als 2016. Wer eine Grippe hat, bekommt fiebersenkende Medikamente, Schmerzmittel und muss vor allem eins: ins Bett. Bei einigen Patienten verläuft die Krankheit so heftig, dass sie ins Krankenhaus müssen, häufig kommen dann noch Folgekrankheiten wie eine Lungenentzündung dazu. 

Unterschied: Grippe und grippaler Infekt

Viele Menschen stecken sich aktuell im Landkreis auch mit etwas anderem an: Atemwegs- und Lungenkrankheiten, grippale Infekte, die sich von einer richtigen Grippe unterscheiden, oder mit Magen-Darm-Erkrankungen – mit üblen Folgen. Die Kreisklinik in Ebersberg musste aufgrund der vielen Patienten mit Norovirus, eine akute Magen-Darm-Infektion, ihre Weihnachtsfeier absagen. Man befürchtete, dass sich Patienten und das Personal weiter anstecken könnten.

Die Lage könnte dennoch wesentlich schlimmer sein. Einige Kliniken in München oder in Nürnberg würden Patienten abweisen, weil sie durch Influenza- oder Norovirusinfektionen derart ausgelastet seien. Abweisen will man in der Kreisklinik Ebersberg eigentlich niemanden; müsse man derzeit auch nicht, sagt der Ärztliche Direktor, Peter Kreissl. Obwohl man voll ausgelastet sei, seit Wochen seien so gut wie alle Betten belegt. Häufige Diagnose: „Pneumonie oder Bronchialkrankheiten“, also Lungenentzündung oder Atemwegsinfektionen. Die eisigen Temperaturen können die Menschen anfälliger machen, vermutet auch Kreissl. Überdurchschnittlich viele Influenza-Patienten wurden in der Klinik bisher nicht verzeichnet. Dennoch bleibe man wachsam: Man könne jederzeit „überrannt“ werden.

Wir wünschen dem Landkreis gute Besserung.

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