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Der Ebersberger Forst steht im Zentrum eines Meinungsstreits: Die Grünen sagen, für Windräder dürfen Bäume fallen.

Grüne Parteispitze im Landkreis Ebersberg bekennt sich zum Windradbau im Ebersberger Forst

Grüne: Rodungen sind vertretbar

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Windräder im Ebersberger Forst – ja oder nein? Wer sich gefragt hat, wie die Grünen im Landkreis Ebersberg zu diesem Thema genau stehen, der bekam jetzt eine Antwort im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und alternativer Energiegewinnung.

Landkreis – In einer gemeinsamen Erklärung äußerten sich Margrit Pricha, die Sprecherin des Kreisverbandes, Thomas von Sarnowski, der Direktkandidat für den Landtag und Waltraud Gruber, die Fraktionsvorsitzende im Kreistag zu diesem Thema.

Das Landschaftsschutzgebiet des Ebersberger Forstes mit seinen 10 000 Hektar zusammenhängenden Wäldern im Osten des Verdichtungsraums München sei von überragender Bedeutung für Naturschutz und Klima, für sauberes Wasser und Erholung in unserem Landkreis, stellen die drei eingangs ihrer Erklärung fest. „Es muss selbstverständlich geschützt und erhalten werden. Wir sind deshalb gegen die vom Gemeinderat Forstinning beschlossene Variante der Ortsumfahrung von Schwaberwegen, die auf etwas mehr als einem Kilometer den Forst durchschneiden und ein Gebiet von ca. 15 Hektar durch die Staatsstraße abtrennen würde.“ Es gebe für die Entlastung der Anwohner umweltverträglichere Alternativen. Die Bürgerinitiative ST 2080 habe dazu eine Reihe von Sofortmaßnahmen ausgearbeitet.

Straße soll tiefergelegt werden

Die Grüne Kreistagsfraktion schlägt eine Tieferlegung der bestehenden Straße in Schwaberwegen vor. „Aber wir bekennen uns genauso deutlich zu der Planung von fünf Windkraftanlagen entlang einer Forststraße, sofern deren Zulässigkeit von dem Gutachten bestätigt wird, das derzeit im Auftrag des Landkreises erstellt wird.“

Mit dem Gutachten soll festgestellt werden, ob es möglich ist, eng begrenzte Bereiche um diese Windkraftanlagen aus der Schutzzone herauszunehmen und an anderer Stelle in mindestens gleicher Größe hinzuzufügen.

Unerwünscht, aber zu akzeptieren

Warum sind die Grünen bereit, diesen schwierigen Weg zu gehen, der von den Initiatoren der Petition mit dem naheliegenden Motto ,Wehret den Anfängen!’ abgelehnt wird? „Die Initiative verweist mit Recht darauf, dass eine Gefährdung des Ebersberger Forstes auch den Klimawandel beschleunigen würde, dessen Folgen gerade in diesem Sommer für jedermann sichtbar geworden sind. Der drohende Klimawandel ist für uns jedoch der Grund, in einer genauen Abwägung von Vor- und Nachteilen die Errichtung von Windrädern in unserem Forst zu befürworten“, wird dazu mitgeteilt. Der Verzicht auf fossile Energieträger bis 2030, zu dem sich der Landkreis bereits 2006 bekannt hat, sei ohne den Beitrag der Windenergie nicht möglich. „Wenn wir die Verbrennung der besonders klimaschädlichen Kohle für die Stromproduktion in Deutschland beenden wollen, müssen wir auch auf Windenergie setzen. Der integrierte Klimaschutzplan des Landkreises von 2010 enthält dazu präzise Aussagen“, so Pricha, von Sarnowski und Gruber. „Die Zahl der möglichen Standorte in unserem Landkreis ist jedoch – unter anderem wegen der von der Staatsregierung beschlossenen restriktiven 10 H-Regelung – sehr begrenzt. Deshalb halten wir die längerfristige Rodung von insgesamt 1,5 bis zwei Hektar im Ebersberger Forst für alle fünf Windkraftanlagen für einen unerwünschten, aber zu akzeptierenden Preis für die Bereitstellung eines unverzichtbaren Beitrags der Windenergie in unserem Landkreis.“ Nach Ende der Betriebszeit müssten die Flächen renaturiert werden. „Die Erderwärmung gefährdet langfristig den gesamten Forst, die Windenergie aber kann den Klimawandel bekämpfen“, so die Grünen.

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