Schweigen zu den Vorwürfen

Hunderte Kinderpornos auf der Festplatte: Kirchseeoner (47) angeklagt

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Kirchseeon/Ebersberg – Hunderte Bilder und Videos mit Kinderpornos soll ein 47-Jähriger aus Kirchseeon besessen und verbreitet haben. Dafür muss er in Ebersberg auf die Anklagebank.

Ein hagerer Mann mit Turnschuhen und Kapuzenpulli nahm am Donnerstag auf der Anklagebank des Ebersberger Amtsgerichts Platz. Seine unauffällige Erscheinung steht in krassem Kontrast zu den drastischen Vorwürfen, die der Staatsanwalt in der Anklage verlas: 230 kinderpornografische Bilder und fast ebenso viele Videos gleichen Inhalts fanden Ermittler auf dem Computer des Kraftfahrers aus Kirchseeon.

Das verbotene Material, das laut Ankläger bereits im Januar 2016 bei dem 47-Jährigen entdeckt wurde, ist mehr als unappetitlich: Abgebildet sind Kinder im Alter zwischen einem und dreizehn Jahren, teils nackt in aufreizender Pose, oft sogar beim Geschlechtsverkehr mit erwachsenen Männern.

Sein Internet-Spitzname: „Brokkolimann“

Über einen Zeitraum von gut zweieinhalb Jahren soll der Mann außerdem unter dem Spitznamen „Brokkolimann“ mit gut einem Dutzend Gleichgesinnter die verbotenen Bilder und Videos über das Internet ausgetauscht haben, so der zweite Teil der Anklage.

„Ich mache keine Aussage“, lauteten die einzigen Worte, die der mehrfach vorbestrafte Angeklagte bei der Verhandlung von sich gab. Damit hatte er Richterin Vera Hörauf und seinen eigenen Pflichtverteidiger wohl auf dem falschen Fuß erwischt: Offenbar hatten sie angesichts der Beweislage mit einem Geständnis des Angeklagten gerechnet, denn es waren keine Zeugen zu dem Prozess geladen.

Weil der Angeklagte schweigt, muss ein neuer Termin her

Die Aussagen müssen deshalb an einem zweiten Prozesstag nachgeholt werden, dessen genauer Termin noch nicht feststeht. Erst dann kann ein Urteil fallen, ob mit oder ohne Kooperation des Angeklagten. Für den Vorwurf des Besitzes und der Verbreitung kinderpornographischer Schriften sieht das Gesetz eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren vor.

Dass der Fall des Mannes aus Kirchseeon am Amtsgericht und nicht am Münchner Landgericht verhandelt wird, deutet darauf hin, dass sich die zu erwartende Strafe nicht am oberen Limit bewegt: Das Amtsgericht kann maximal eine Haftstrafe von vier Jahren verhängen. Bei zu erwartenden Haftstrafen von mehr als zwei Jahren tritt zudem normalerweise das Schöffengericht zusammen – nicht so im aktuellen Fall.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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