Eine vorübergehende Bleibe fanden hier Obdachlose. Der Mietverstrag für den betagten Bau wurde nicht verlängert, nach Ersatz wird gesucht – bisher vergeblich. Foto: sro

Stadt sucht eine neue Bleibe

Im reichen Ebersberg: Kein Platz für Obdachlose

In Zeiten grassierender Wohnungsnot stehen die Zeichen für Obdachlose noch schlechter als ohnehin schon. Wie berichtet, wird die Unterkunft in Ebersberg in wenigen Wochen aufgelöst, weil der Mietvertrag endet. Die Diakonie Rosenheim hat als Betreiberin seit Monaten händeringend im ganzen Landkreis nach einem anderen Haus gesucht  - erfolglos.

Ebersberg –  Die bisherigen 14 Bewohner des Hauses müssen nun von ihrer jeweiligen Heimatkommune irgendwie untergebracht werden. Die Stadt Ebersberg hat noch nicht für alle „ihre“ fünf Obdachlosen eine Lösung. Ein Pärchen steht nach bisherigem Stand ab dem 18. März auf der Straße.

„Wir suchen dringend eine Bleibe. Wenn irgendjemand etwas weiß, bitte gebt uns Bescheid“, hat sich Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses hilfesuchend an die Stadträte gewandt.

Die Diakonie hatte in der Eberhardstraße 39 drei Jahre lang die Obdachlosenunterkunft für Wohnungslose aus den Landkreisgemeinden geführt. Dann kam der Schock: Der Mietvertrag – Eigentümerin ist eine Stiftung der Landeshauptstadt München – wurde nicht verlängert. Was die Stiftung auf dem großzügigen Grundstück plant, weiß Brilmayer nicht im Detail: „Wahrscheinlich wollen die dort bauen, aber uns wurde noch keinen Bauantrag eingereicht.“

Vor drei Jahren hatte die Diakonie eigentlich geplant, zwei Unterkünfte im Landkreis Ebersberg zu installieren, eine für die südlichen Gemeinden, eine für die nördlichen. Aber im Norden war sie auf der Suche nach einem Haus nicht fündig geworden. Also war es bei dem Ebersberger Heim für 14 Wohnungslose geblieben.

Seit bekannt worden war, dass der Mietvertrag an der Eberhardstraße nicht verlängert wird, war die Diakonie wieder auf der Suche, diesmal im ganzen Landkreis. Doch nirgendwo konnte sie ein geeignetes Gebäude finden.

Nun suchen die Landkreisgemeinden selbst eine gemeinsame Antwort auf das offenbar immer drängendere Thema Obdachlosigkeit. Die SPD hatte jüngst im Kreistag einen Antrag eingereicht, ein gemeindeübergreifendes Konzept für die Obdachlosenunterbringung zu erstellen.

Der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß hat das Thema nun bei der nächsten Bürgermeisterdienstbesprechung auf die Tagesordnung gesetzt. Sie soll Anfang Februar stattfinden.

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