Ein mit Schläuchen behangener Beatmungspatient auf der Intensivstation der Kreisklinik Ebersberg. (Archivfoto)
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Überlebenskampf: Ein mit Schläuchen behangener Beatmungspatient auf der Intensivstation der Kreisklinik Ebersberg. (Archivfoto)

Vierte Welle erreicht Landkreis Ebersberg

Immer mehr Covid-Fälle: Kreisklinik muss Corona-Station reaktivieren - Drei Intensivpatienten

  • Josef Ametsbichler
    VonJosef Ametsbichler
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  • Robert Langer
    Robert Langer
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Die vierte Corona-Welle gewinnt im Landkreis Ebersberg an Wucht - und trifft die Ungeimpften. Die Klinik muss reagieren und die Politik appelliert an die Bürger.

Ebersberg - Ab dem morgigen Mittwoch, 15. September, wird die Corona-Isolierstation in der Kreisklinik Ebersberg wieder eröffnet. Das teilte Brigitte Keller, zuständige Abteilungsleiterin im Landratsamt, am Dienstag bei einem Pressegespräch mit. Grund seien steigende Patientenzahlen.

Gemeldet waren da acht Menschen, die wegen einer Covid-19-Erkrankung in der Klinik behandelt werden – laut Klinik im Alter zwischen 30 und 86 Jahren. Drei Patienten werden auf der Intensivstation beatmet, im Alter von 69 bis 76 Jahren. Keiner der Corona-Patienten sei gegen die Erkrankung geimpft gewesen, bestätigt die Klinik.

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Alle Erkrankten sind ungeimpft - Junge stecken ältere Angehörige an

Zudem setzt sich ein Trend fort, der sich in Ebersberg bereits vor rund einer Woche abzeichnete: Die Patienten werden immer jünger. „Die Gefahr ist real“, so Keller. Gleichzeitig sei eine längere Verweildauer der Betroffenen in der Kreisklinik feststellbar. Ärztlicher Direktor Peter Kreissl beobachtet zudem, dass öfters Jüngere ungewollt ihre älteren, ungeimpften Familienangehörigen anstecken. „Bedauerlich, dass es so etwas noch gibt“, sagt der Arzt. „Wir sehen hier tragische Schicksale.“

Wie die Veränderungen in der Klinik im Detail umgesetzt werden, ist wohl noch nicht endgültig geklärt. Die Gespräche mit dem Krankenhaus würden noch laufen, hieß es. Ob es grundsätzlich mehr Plätze für Corona-Patienten geben soll, sei noch offen, so Landrat Robert Niedergesäß. Hauptsorge sei das Personal. Dieses müsse möglicherweise von anderen Stationen abgezogen werden. Bei Bedarf könne es dort zu weiteren Einschränkungen kommen. „Man muss Entscheidungen treffen, damit der Corona-Bereich gesichert ist“, so Niedergesäß.    

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis liegt am Dienstag bei 125,6 - der Anteil der vollständig Geimpften an der Gesamtbevölkerung bei 58,11 Prozent. Das Landratsamt meldet einen weiteren Todesfall.

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