Der Eingang zum Impfzentrum Ebersberg, wo ein Stoppschild auf die nötige Anmeldung hinweist.
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Nur mit Anmeldung bekommen Patienten im Ebersberger Impfzentrum einen Termin. Online hat das beim ersten Versuch nicht geklappt.

Anmeldung bisher nur per Telefon

Schwierigkeiten zum Start: Darum gab es in Ebersberg noch keinen Impftermin von der Online-Warteliste

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Die Online-Registrierung für die Corona-Impfung wird von den Bürgern im Landkreis Ebersberg rege genutzt. Der erste Versuch, Termine auf diesem Weg zu vergeben, ging aber daneben. Sobald mehr Impfstoff da ist, soll das nicht mehr passieren.

Ebersberg – 18.588 Landkreis-Bürger haben sich bereits online für eine Covid-19-Impfung vormerken lassen, teilt das Landratsamt, Stand Freitag, mit. Das sind 18.588 Hoffnungsbekundungen auf Schutz vor dem Coronavirus. Nur hat sich bisher keine einzige davon erfüllt. Der Hauptgrund dafür ist der Impfstoffmangel. Allerdings war beim ersten Versuch auch technisch der Wurm drin: „Stand heute kam noch kein einziger Kontakt über das Registrierungsportal zustande“, teilte Landrat Robert Niedergesäß (CSU) am Freitag mit. Das Gesundheitsministerium vermutet allerdings eine Panne im Ebersberger Impfzentrum. Dort pochen die Verantwortlichen wiederum darauf, den Vorgaben gemäß gehandelt zu haben.

Bei 30 Dosen schlug die Online-Vergabe fehl

Bislang geht es um 30 Dosen, die nicht an die Eingetragenen auf der Online-Liste vergeben werden konnten. Der knappe Impfstoff wurde zunächst in den Altenheimen verimpft; die Anmeldungen für Termine im Impfzentrum wickelte die Hotline ab. Wenn die dortigen Mitarbeiter ein Kontingent an Impfdosen vergeben können, erfolgt eine direkte Terminvereinbarung. Wie verzweifelt die Menschen sich um eine solche bemühen, zeigt sich an den Anrufer-Zahlen: 1000 bis 2000 sind es am Tag, manchmal sogar mehr.

Die Abwicklung der Terminvergabe soll nun das Portal www.impfzentren.bayern übernehmen. Seit 21. Januar ist die Einladungsfunktion laut Gesundheitsministerium für die Impfzentren freigeschaltet. Berechtigten Bürgern, die mit der Anmeldung per Internet ihre Schwierigkeiten haben, verspricht das Landratsamt, dass sie sich nun über die Impfhotline (08092) 86 31 40 ins Online-Register eintragen lassen können.

Kurzfristige Ersatzvergabe übers Telefon

In Ebersberg herrschte Rätselraten darüber, weshalb die Online-Datenbank keine Termine ausspuckte, als Impfzentrumschef Liam Klages jüngst probeweise die ersten 30 Einladungen anstieß. „Es ist nichts passiert“, sagt er. Die für die Online-Anmelder reservierten Impfdosen habe er schließlich über die Telefonanmeldung vergeben.

Klages betont, sein IT-Fachmann, der neben Ebersberg auch weitere Impfzentren bei der Online-Terminvergabe unterstütze, habe sich beim Hersteller der bayernweit genutzten „BayIMCO“-Software versichert, dass das Impfzentrum korrekt vorgegangen sei. Das Gesundheitsministerium dagegen sagt auf EZ-Anfrage: Fälschlicherweise habe das Impfzentrum nicht gleichzeitig Termine für die Zweitimpfung freigegeben. Daher habe das System die Vergabe blockiert. „Es gibt keine bayernweiten Probleme mit BayIMCO“, so eine Ministeriumssprecherin.

Impfstoff-Knappheit: Bis zum nächsten Anlauf wird es noch dauern

Der Impfzentrums-Chef will nun nochmals Kontakt mit Ministerium und Software-Hersteller aufnehmen, um dem Problem nachzugehen, sagte er am Sonntag der EZ am Telefon. Künftig sollen die Impfwilligen, die sich in die Datenbank eingetragen haben, auch zum Zug kommen. „Die nächste Runde würden wir gerne über die Software vergeben“, kündigt Klages an. „Sobald wieder Impfstoff da ist.“ Allerdings geht das Landratsamt nur von einer minimalen Zahl an Erst-Impfdosen in der kommenden Woche aus, falls überhaupt etwas kommt.

Terminvergabe an Berechtigte: So fällt die Entscheidung, wer drankommt

Wer nach der Online-Registrierung per SMS und E-Mail zur Terminvereinbarung eingeladen wird, entscheidet ein Algorithmus. Das Impfzentrum hat darauf nach eigener Aussage weder Einfluss noch habe es Einsicht in die Daten der Eingeladenen. Das soll Daten-Missbrauch und Bevorzugung vorbeugen. Dass aber nicht ersichtlich ist, wen der Algorithmus eingeladen hat, stößt den Verantwortlichen sauer auf. „Das muss schnellstens geändert werden“, so der Landrat. Gegenüber der Ebersberger Zeitung kündigte das Gesundheitsministerium an, dass ab Dienstag die Liste der für einen bestimmten Tag angemeldeten Personen dem Impfzentrum zugänglich sei.

Laut Gesundheitsministerium priorisiert der Algorithmus übrigens auch innerhalb der Alterskohorte 80 plus die Älteren, sprich: Die 96-Jährige kommt vor dem 80-Jährigen an einen Impftermin, auch wenn sie sich später eingetragen hat.

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