Durchgang verboten: Ein Warnschild am Eingang der Covid-Station der Kreisklinik Ebersberg. Durchgang verboten: Ein Warnschild am Eingang der Covid-Station der Kreisklinik Ebersberg. (Archivfoto)
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Durchgang verboten: Ein Warnschild am Eingang der Covid-Station der Kreisklinik Ebersberg. (Archivfoto)

Ansturm auf Impfbus - Ausbruch in Betreuungszentrum

Intensivstation zur Hälfte voller Covid-Patienten: Traurige Corona-Rekorde in der Kreisklinik

  • Josef Ametsbichler
    VonJosef Ametsbichler
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Die Kreisklinik Ebersberg meldet so viele Corona-Intensivpatienten wie nie. Das Betreuungszentrum Steinhöring kämpft mit einem Ausbruch. Einen Ansturm erlebt derweil ein mobiles Impfangebot.

Landkreis – Die Kreisklinik Ebersberg hat ihre Intensivbetten-Kapazität bis zum derzeitigen Maximum von 20 aufgestockt. Zehn der dort behandelten Patienten leiden laut Mitteilung des Landratsamts vom Montag an Covid-19-Symptomen, acht davon müssen beatmet werden. Insgesamt liegen 34 Coronapatienten in der Klinik, 24 davon aus dem Landkreis Ebersberg.

Das alles sind bisher ungekannte Höchststände infolge zuletzt sprunghaft angestiegener Infektionszahlen, die ebenfalls alles bisher dagewesene weit übersteigen. 21 der Patienten seien ungeimpft, zehn seien geimpft. Für eine Rückfrage zu den offenbar drei unklaren Fällen war das Landratsamt nicht erreichbar. Zwei geimpfte Patienten liegen laut Kreisbehörde auf der Intensivstation. Es gebe neun Verdachtsfälle in der Klinik. Derzeit gelten 63,46 Prozent der Landkreisbürger als vollständig geimpft, 9,40 Prozent verfügen laut Kreisbehörde bereits über eine sogenannte Booster-Impfung.

Lange Warteschlangen am Impfbus

Die Kapazitäten des Impfbusses sind in den letzten Tagen erheblich überschritten worden, lange Wartezeiten waren die Folge. Das teilte das Landratsamt am Montag mit. Wer das vermeiden will, sollte einen Termin in den beiden Impfzentren in Ebersberg oder Poing vereinbaren. Das erledigt man am besten online unter www.impfzentren.bayern. Auch an der Hotline des Impfzentrums unter Tel. (0 80 92) 86 31 40 ist eine Terminvereinbarung möglich.

Ausbruch in Steinhöring: Reihentest an 275 Menschen im Betreuungszentrum

Mit einem Corona-Ausbruch unter Bewohnern und Mitarbeitern hat derzeit das Betreuungszentrum für Menschen mit Behinderung, der Einrichtungsverbund in Steinhöring, zu kämpfen. Wie erst jetzt per Mitteilung des BRK-Kreisverbandes bekannt wurde, fand durch diesen bereits am Sonntag, 14. November, eine kurzfristige Reihentestung an 275 Menschen in der Einrichtung und ihren Wohngruppen statt.

Ein Team des BRK unterstützte die Reihentestung von 275 Bewohnern und Mitarbeitern des Betreuungszentrums Steinhöring am vorvergangenen Sonntag.

Auf EZ-Anfrage spricht die Gesamtleiterin, Gertrud Hanslmeier-Prockl, von 18 Positiv-Tests, zu denen seitdem weitere hinzugekommen seien. Die Positiv-Tests seien vorwiegend bei der zum größten Teil geimpften Bewohnerschaft, aber auch bei geimpften wie ungeimpften Mitarbeitern aufgetreten. Eine Booster-Kampagne sei in dem Einrichtungsverbund kürzlich angelaufen. Auch in der Außenstelle Eglharting und deren Wohngruppen sei flächig getestet worden.

Milde Verläufe - Werkstätten eine Woche lang geschlossen

Glücklicherweise fielen die Krankheitsverläufe bislang milde aus, so Hanslmeier-Prockl weiter. Bereits vergangene Woche habe man, um einer weiteren Verbreitung des Virus zu begegnen, die verbundseigenen Werkstätten für interne Betreute geschlossen und die Bewohner in den Wohngruppen „kohortiert“, also die Gruppen voneinander getrennt. Zum Montag sei der Werkstattbetrieb insgesamt für eine Woche eingestellt worden.

„Wir haben es im Griff“, so die EVS-Chefin über das Ausbruchsgeschehen. Dennoch seien weitere Infektionen nicht auszuschließen. Bereits vor dem Ausbruch im Einrichtungsverbund habe die Inzidenz in der Gemeinde Steinhöring bei über 1000 gelegen (aktuell: 1203,34 mit 49 aktiven Fällen). „Wir sind durch die ersten drei Wellen gut durchgekommen“, so Hanslmeier-Prockl. Angesichts solcher Zahlen seien trotz hoher Impfquote bei den Bewohnern Virus-Fälle zu erwarten gewesen – schließlich habe man den Bewohnern, die unter den langen Lockdowns gelitten hätten, möglichst eine Teilnahme am sozialen Leben ermöglichen wollen.

Nun gelte es angesichts der Krankheitsfälle die Betreuung sicherzustellen – was bislang dank des Engagements der Mitarbeiter gelinge. „Ich hoffe, dass wir so bis Weihnachten durchkommen“, sagte die EVS-Chefin der EZ am Telefon. Weshalb das Landratsamt den Ausbruch mehr als eine Woche lang nicht meldete, ließ die Behörde am Montag unbeantwortet.

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