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„Man sollte jeden Tag das Gehirn trainieren, genauso wie man morgens aufsteht oder etwas isst“: Siegfried Lehrl, Präsident der Gesellschaft für Gehirntraining, mit dem Modell eines menschlichen Gehirns.

Interview zum Wiederhole-alles-Tag

„Jeder kann seinen IQ erhöhen“

Am Freitag, 3. Juni, ist  Wiederhole-alles-Tag, an dem man verschiedene Dinge mehrfach hintereinander tun soll. Mit Wiederholungen kann man auch sein Gehirn trainieren. Siegfried Lehrl (73) ist Präsident der Ebersberger Gesellschaft für Gehirntraining. Er erklärt, wie das funktioniert.

Heute ist „Wiederhole-alles-Tag“. Spielt Wiederholung bei Ihrem Gehirntrainingskonzept eine zentrale Rolle?

In gewisser Weise schon. Man sollte jeden Tag das Gehirn trainieren, genauso wie man morgens aufsteht oder etwas isst. Das ist der Aspekt der Wiederholung. Die Inhalte der Übungen sollten sich aber ändern. Immer das Gleiche zu trainieren bringt nichts.

Haben Sie ein Beispiel für eine solche Übung?

Sie können sich etwa jeden Morgen einen Bericht in der Zeitung vornehmen und Wörter umkreisen, die eine bestimmte Buchstabengruppe enthalten, zum Beispiel „er“. Um eine inhaltliche Wiederholung zu vermeiden, sollten das unterschiedliche Berichte und variierende Buchstabengruppen sein. Nach zehn Minuten ist Ihr Gehirn dann voll leistungsfähig. Dann können Sie Dinge tun, die fürs Leben sinnvoll sind, beispielsweise einen Brief ans Finanzamt schreiben.

Kann man die Leistung die Gehirns messbar verbessern, indem man regelmäßig Übungen macht?

Ja, es gab beispielsweise ein Programm, in dem Vorabiturienten Übungen gemacht haben, um ihr Gehirn zu trainieren. Dabei wurde ihre Intelligenz durch klassische Tests kontrolliert. Zu Beginn des Programms war niemand aus der Gruppe hochbegabt, hatte also einen IQ von über 130, nach drei Monaten war fast die Hälfte hochbegabt. Man kann sich also teilweise intelligent machen. Wenn man dann aber nichts mehr tut, fällt man wieder ab. 

Kann man das auch bei Menschen beobachten, die in ihrem Beruf nicht genug geistig gefordert sind?

Routine ist Feind der geistigen Entwicklung. Zum Beispiel bauen schon 25-jährige Hilfsarbeiter, die bereits alles gelernt haben, geistig schnell ab. Eine andere Studie hat sich mit Patienten befasst, die zur Beobachtung in Krankenhäusern sind. Bei ihnen hat man eine starke Intelligenzabnahme beobachtet – nach einer Woche um fünf IQ-Punkte, nach drei Wochen schon um 20.

Können Sie noch einen weiteren Tipp für eine Übung geben, die jeder Zuhause machen kann?

Man kann sich zum Beispiel einfache Wörter überlegen und diese im Kopf herumdrehen. Anfangs sollten die Wörter nicht mehr als fünf Buchstaben haben. „Licht“ wird dann zum Beispiel zu „Thcil“. Dadurch wird der Arbeitsspeicher des Gehirns, die für uns wichtigste Größe, trainiert. Durch die Übungen kann man Informationen schneller verarbeiten und die Merkspanne, also die Anzahl von Einzelheiten, die man gleichzeitig im Kopf behalten kann, vergrößern. 

Und was kann man noch tun, um die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern?

Auch die körperliche Seite spielt eine Rolle, um den Geist fit zu halten. Man sollte nicht zu viel Zucker oder Fett zu sich nehmen und sich ausreichend bewegen. Man kann etwa auf dem Weg zur Arbeit eine Station früher aussteigen und zügig gehen, öfter Treppen hochsteigen oder Fahrrad fahren. Bei Bewegung kann man schneller denken, zum Beispiel auch beim Kaugummikauen.

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