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Chef einer Dauerbaustelle: Stefan Huber.

Was alles ansteht

Das ist die Wunschliste der Kreisklinik Ebersberg

Klinikchef Stefan Huber hat im Rathaus seine Wunsch- und Ausbauliste vorgestellt. Er träumt nicht nur von einer Fußgängerbrücke über die Münchener Straße.

Ebersberg– Wenn alle Patienten, Mitarbeiter und Besucher zur Kreisklinik zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln kämen, wäre alles geritzt. Weil das aber Wunschdenken bleiben wird, will die Klinik neue Parkplätze. Chef Stefan Huber hat im Rathaus seine Wunsch- und Ausbauliste vorgestellt.

Neben Tiefgaragen stehen eine neue Notaufnahme, ein viergeschossiger Neubau an der Von-Scala-Straße und mehr Patientenzimmer drauf. 140 Jahre alt ist die Ebersberger Kreisklinik dieses Jahr. Was einst als kleines Stadtkrankenhaus begonnen hatte, ist heute eine wesentliche Größe in der Region. Die Akzeptanz der Klinik wächst, während die durchschnittliche Verweildauer der Patienten wie überall sinkt. Die Folge sind rasant steigende Patientenzahlen. Im Jahr 2017 wurden an der Ebersberger Klinik 850 Patienten mehr behandelt als noch ein Jahr zuvor.

Der Traum einer Fußgängerbrücke

Klar steigen mit diesen Zahlen auch der Verkehr und die Parkplatznot. Zwar übererfülle das Krankenhaus bereits den von einem Gutachter ermittelten Stellplatzbedarf von 366 Plätzen, informierte Geschäftsführer Huber in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses im Stadtrat Ebersberg. Derzeit gebe es 511 Parkplätze. Aber es sei jeden Tag zu spüren: „Wir brauchen mehr.“ Entlastung könnte nach Hubers Willen eine doppelstöckige Tiefgarage mit 200 Stellplätzen unter den geplanten neuen Personalwohngebäuden bringen. Diese sollen auf der Südseite der Münchener Straße entstehen, wo derzeit ein Teil der Verwaltung in einem Flachbau untergebracht ist. Auch hier hätte Huber gerne „so viele Wohnungen wie möglich, 100 bis 150 Wohnungen“, um weiterhin gutes Personal finden zu können. Sinnvoll wären 60 Prozent Einzimmerwohnungen, aber auch einzelne Vierzimmerwohnungen.

Lesen Sie auch unseren Report zum Dauerumbau der Kreisklinik: Hier wird gebaut, und gebaut, und gebaut...

Als Verbindung zur Klinik träumt Huber von einer Fußgängerbrücke über die Münchener Straße. In entgegengesetzter Richtung, an der Von-Scala-Straße, soll Mitte 2020 ein neuer Meilenstein fertig werden. Die Pläne für das vor einigen Jahren als Ärztehaus angedachte und wieder verworfene Gebäude stehen in Grundzügen bereits. Allerdings sollen nach heutiger Planung nur wenige Arztpraxen, hauptsächlich aber die psychiatrisch-psychosomatische Tagesklinik und die Berufsfachschule für Krankenpflege darin Platz finden. Schräg gegenüber, beim ersten Personalwohnhaus, plant Huber eine neue Zentrale Notaufnahme – allerdings nicht vor 2021. Dann kommen die Krankenwagen direkt in die Münchener Straße und müssen nicht mehr die Schleife bis zur Pfarrer-Guggetzer-Straße fahren. „Das entlastet die Anwohner sicher extrem“, sagte Huber.

Interimsbau: Bleiben oder weg?

Weit vorangeschritten ist der neunte Bauabschnitt der Kreisklinik, die Sanierung des Bettenhauses. Entkernung und Rohbauarbeiten seien im Zeitplan, sagte Huber, jetzt folgten Sanitär- und Fassadenarbeiten. In einem Jahr soll alles fertig sein. Dann ziehen die Patienten aus dem Interimsbau an der Pfarrer-Guggetzer-Straße wieder ins Bettenhaus. Einst hatte Huber per Handschlag im Rathaus versprochen, dass das Gebäude dann wieder rückgebaut würde. „Ich stehe bei Ihnen im Wort, wir nehmen es wieder weg“, versprach er nun den Stadträten. Allerdings, so schob er hinterher, „gebrauchen könnten wir es auch weiterhin sehr gut“. Der Klinik mangele es an Isolationszimmern. „Jeden zweiten Tag müssen wir uns bei der Leitstelle für Isolation abmelden“, erzählte Huber. Gerne würde er die Situation durch mehr Einbettzimmer verbessern. An der Bettenzahl von 328 Betten würde aber nichts verändert.

Ob dieser Punkt auf Hubers Wunschliste erfüllt werden kann, muss der Stadtrat noch diskutieren. Ebenso, ob man nun eine Öffnung der bisherigen Baustraße auf die Münchener Straße westlich der Personalbauten anstrebt. „Die Stadt ist der Entscheider, wir richten uns nach den Wünschen der Stadt“, betonte Huber. Eine Kleinigkeit verwirklicht die Klinik nun in Eigenregie: Zwischen Park- und Krankenhaus kommt ein Zebrastreifen mit Beleuchtung.

Von Uta Künkler

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