Photovoltaik an der Schafweide
+
An der Schafweide gibt es seit zehn Jahren eine Photovoltaik-Freiflächenanlage.

KOMMENTAR

Holz und Sonnenstrom und bald auch Windkraft? - Energie aus dem Ebersberger Forst hat Tradition

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
    schließen

Als Müllkippe war uns der Ebersberger Forst jahrzehntelang gut genug. Nun gibt es Wirbel um den Wald als Windkraft-Standort. Dabei lieferte er schon immer Energie. Ein Meinungsbeitrag.

Kiesgrube, Müllgrube, Baugrube: Diese Drei-Felder-Wirtschaft hat im Landkreis Ebersberg in der Vergangenheit nicht selten zu individuellem Wohlstand geführt. In Ebersberg wurde diese Wertschöpfung um eine weitere Variante ergänzt, von der wir alle einen Nutzen haben und an deren Ende jetzt nicht die Baugrube, sondern das Energiefeld steht – eine große Solarfreiflächenanlage an der ehemaligen Mülldeponie Schafweide.

Die Rechnung bei der Energiewende geht momentan nicht auf

Zur Erinnerung: In neun Jahren wollte der Landkreis Ebersberg frei und unabhängig sein vom Verbrauch fossiler Energie. Da müsste schon kräftig angeschoben werden, sollte dieses Vorhaben nicht gänzlich zur Illusion abfallen. Jetzt gibt es eine neue Idee: Die Errichtung von Windkraftanlagen auf Flächen an der Schafweide, auf denen zuerst Kies abgebaut werden soll, und die nach Renaturierung als Standort dienen könnten für Windräder. Mehr als nur ein Schönheitsfehler dabei: Diese Flächen gehören zum Ebersberger Forst. Widerstand ist also programmiert.

Kein Widerstand gegen die Müllkippe

Aber wo war dieser Widerstand eigentlich, als hier jahrzehntelang unser Zivilisationsmüll versenkt wurde? Der Ebersberger Forst ist vielen Landkreisbürgern heilig. Er ist ein wertvolles Gut und erfüllt viele Funktionen. Er stiftet Identität. Wir lieben diesen Wald so wie er ist. Er ist aber ein Nutzwald, wo früher Urwald war. Denn die über 100-jährigen Fichtenbestände, die wir kennen, wurden samt und sonders vom Menschen gepflanzt. Es sind Bemühungen erkennbar, den Forst wieder in einen Mischwald zu verwandeln, so wie er auf alten Stichen zu sehen ist. Das ist im Hinblick auf den Klimawandel sinnvoll.

Eines aber steht fest: Der Ebersberger Forst war immer schon ein Energielieferant. Auch an diese Tradition könnte wieder angeknüpft werden. Unter Einhaltung aller Auflagen.

Alle Nachrichten aus Stadt und Landkreis Ebersberg bei der Ebersberger Zeitung. Die Landkreis-Bürger sollen über fünf Windkraftanlagen im Ebersberger Forst abstimmen. Dazu informiert die Energieagentur. Sie ist dafür die falsche Stelle, kommentiert unser Autor.

Auch interessant

Kommentare