+
Schön anzuschauen, auch in der Nacht. Aber der Unterhalt des Ebersberger Rathauses kostet auch ganz schön Geld - Stichwort Denkmalschutz.

Was uns lieb und teuer ist

Altes Gemäuer frisst Steuergeld

  • schließen

Der Investitionsstau ist Landkreis Ebersberg allgegenwärtig. Und das betrifft nicht nur die Infrastruktur, die in Deutschland mittlerweile „mindestens 25 bis 30 Jahre alt ist“, wie das Landesamt für Umwelt feststellt. Bleibt da überhaupt Geld übrig für die Erhaltung von historischen Gebäuden? „Das kleckert sich zusammen“, sagt der geschäftsführende Beamte der Stadt Ebersberg, Erik Ipsen.

Landkreis – Der Erhalt von historischer Bausubstanz lastet im Landkreis zum großen Teil auf den Bürgern selbst – weil sie in der überwiegenden Mehrheit die Eigentümer von geschützten Gebäuden sind. Das belegt auch ein Blick in die Denkmallisten, wenn man einmal von den zahlreichen Kirchen absieht, deren Erhaltung ebenfalls hohe Summen verschlingt. Den Unterhalt zahlt in der Regel die Kirche selbst, wenngleich sie vom Freistaat nach wie vor hohe Ausgleichszahlungen erhält dafür, dass ihr während der Säkularisation Eigentum verloren gegangen ist.

Die Steuern sprudeln zwar wie schon lange nicht mehr, alleine das Geld scheint immer noch nicht zu reichen: „Trotz der ungebremsten positiven Entwicklung auf der Einnahmenseite gelingt es der überwiegenden Anzahl der Kommunen nach wie vor nicht, den bestehenden Investitionsstau aufzulösen“, warnt der Gemeindetag. „Zudem ist ein signifikanter Rückgang der gemeindlichen Verschuldung bisher nicht feststellbar“, hieß es.

Für alle sichtbar hat die Stadt Ebersberg begonnen, ihr historisches Rathaus zu sanieren. Dabei wurden zwar bestehende Brandschutzmängel mit erschlagen, deren Beseitigung jedoch zusammen mit der Erneuerung des Gebäudesockels im Jahr 2016 haushalterisch immerhin mit 95 000 Euro zu Buche schlug. Für eine weitere Brandschutzertüchtigung stehen im aktuellen Haushalt für das Jahr 2017 noch einmal 48 000 Euro, und das ist noch nicht das Ende. Denn für den neuen Anstrich des Rathauses und der Fenster werden alleine 70 000 Euro fällig. „Das ist auch ein großes Haus“, sagt Ipsen – und es steht an einem prominenten Platz, genauso wie die denkmalgeschützte Mariensäule am Marktplatz, deren Renovierung des kaputten Sockels ebenfalls noch einmal 40 000 bis 50 000 Euro kosten wird, wie Ipsen schätzt.

Ein wenig besser hat es da die Nachbarstadt Grafing, wo zwar große Teile des Marktplatzes unter Ensembleschutz stehen, die Stadt jedoch nur mit Eigentum am Rathaus beteiligt ist. Und auch dort war es der Brandschutz, der Geld verschlungen hat. „Ungefähr 300 000 Euro“, erinnert sich Kämmerer Christian Bauer an die Kosten der Maßnahmen.

Die Spielräume für Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen, notwendige Bildungseinrichtungen oder Kinderbetreuung würden immer kleiner, warnt der Gemeindetag. „Da gibt es natürlich auch Zielkonflikte mit dem Unterhalt historischer Gebäude“, räumt Direktor Hans-Peter Mayer ein.

Gerade in ländlichen Kommunen gibt es aber die Bereitschaft, für die Erhaltung von Kulturgut über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus in die Tasche zu greifen. Für die Erneuerung der Alxinger Kirchenglocken zum Beispiel machte die Gemeinde 100 000 Euro locker. „Es gibt Sachen, die für die Nachwelt erhalten werden müssen“, meint Bürgermeister Josef Schwäbl. Und dazu gehört in seiner Gemeinde auch das Kirchlein in Pullenhofen, das sich im Besitz der Kommune befindet. In dem Gebäude gibt es Schwierigkeiten mit der Feuchtigkeit. „Wir haben eine Lüftung einbauen lassen und es wurden Musterputzflächen angelegt.“

Bei einer neuerlichen Renovierung kommen schnell einmal 20 000 Euro zusammen, weiß Rathauschef Schwäbl. Er meint aber auch: „Ich möchte nicht zu der Generation gehören, die solche Sachen kaputtgehen hat lassen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Quarzsand in Biotop ist Umweltfrevel“
Die Markt Schwabener ZMS-Fraktion nimmt das örtliche Kommunalunternehmen ins Visier. Unter anderem geht es um Quarzsand hinter dem Feuerwehrhaus.
„Quarzsand in Biotop ist Umweltfrevel“
Wo die Liebe hinfällt
Dieser Abend hat alles, was glücklich macht: Viel Musik, eine ganze Bühne voller junger Leute mit Spaß am Musizieren, ein begeistertes Publikum, Konfetti-Regen und am …
Wo die Liebe hinfällt
Während der Fahrt: S-Bahn-Lokführer onaniert vor Fahrgästen
Unfassbarer Vorfall in einer S-Bahn am Wochenende: Ein Zugführer hat in der Nacht auf Samstag in einer S4 Richtung Ebersberg zwei Fahrgästen sein bestes Stück gezeigt.
Während der Fahrt: S-Bahn-Lokführer onaniert vor Fahrgästen
Luisa aus Baldham
Greta hat ein Schwesterchen bekommen. Luisa heißt das niedliche Mädchen, das allerdings lieber in Mamas Armen schläft, als in die Kamera zu lächeln. Luisa ist das zweite …
Luisa aus Baldham

Kommentare