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Kreisräte bei einem Ortstermin im Juni vergangenen Jahres im ehemaligen Büro von Kreissparkassen-Vorstand Peter Waßmann. Im Februar hatte der Landkreis das Gebäude gekauft.

Faktencheck nach Immobilien-Deal gefordert 

Sparkasse: Lassen uns nichts nachsagen

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Der Wirbel um die Kostenexplosion beim Sparkassen-Gebäude, das der Landkreis Ebersberg erworben hat, geht weiter. Die Kreissparkasse fordert nun einen „Faktencheck“.

Ebersberg – „Wir wollen uns nichts nachsagen lassen.“ Das ist die Devise von Kreissparkassenvorstand Peter Waßmann nach etlichen turbulenten Tagen mit Schlagzeilen, die seinem Haus ganz und gar nicht gefallen haben – und das „obwohl wir stets nach bestem Gewissen gehandelt haben“. Er will einen „Faktencheck“, um Klarheit in das Zahlenwirrwarr zu bekommen, das entstanden ist, nachdem Landrat Robert Niedergesäß (CSU) die Kostenexplosion beim geplanten Umbau des Sparkassengebäudes in Ebersberg bekannt gemacht hatte.

Zur Erinnerung: Der Landkreis hatte das fast 30 Jahre alte Haus im Februar vergangenen Jahres der Kreissparkasse für rund zwölf Millionen Euro abgekauft, um Teile des Landratsamts dorthin auszulagern. Anfangs war von Umbau- und Sanierungskosten von 3,3 Millionen Euro die Rede, doch dann schnellten diese auf über elf Millionen in die Höhe. Grund: Möglicherweise krebserregendes Dämmmaterial in Decken und Wänden sowie erhöhte Brandschutzkosten. Die Empörung bei Kreisräten und in der Öffentlichkeit war groß, zumal der Landkreis das Gebäude vor dem Notartermin hatte von Gutachtern untersuchen lassen.

Nebenbei: Rund 12 000 Euro haben die Steuerzahler für diese Gutachten bezahlt. Gutachten, von denen Landrat Niedergesäß später sagte, sie hätten „keinerlei Warnzeichen“ gegeben.

Nur eine dünne Antwort gibt das Landratsamt bisher auf die Frage, warum nicht vor Abschluss des Kaufvertrags genauer hinter die Decken und Wände des zum Teil schon ungenutzten Gebäudes gesehen wurde, wo sich die künstliche Mineralfaserdämmung befindet, die jetzt laut Landratsamt für teures Geld entfernt und entsorgt werden müsse. Niedergsäß gab an, man habe vorher nicht in die Räume gekonnt. Keine Antwort gibt es bisher auf die Frage, warum sich der Landkreis beim Thema Brandschutz vor dem Kauf nicht besser abgesichert hat. Ende des vergangenen Jahres stand die große Überprüfung der Sprinkleranlage nach 25 Betriebsjahren an. Deren Ergebnis ergab, wie die EZ aus dem Kreistag erfuhr, dass ein neuer Sprinklertank in der Tiefgarage zu installieren sei, was allerdings statische Probleme aufwerfe. Zum Zeitpunkt der Prüfung war der Landkreis bereits Eigentümer. Wie Sparkassen-Vorstand Peter Waßmann bestätigte, sei im Kaufvertrag keine Klausel verfasst, die sich auf diese große Sprinkleranlagenprüfung beziehe und die Beseitigung eventueller festgestellter Brandschutzmängel dem Verkäufer (sprich Sparkasse) übertrage.

Waßmann will, dass sich nun Fachleute seines Hauses und Fachleute, die das Landratsamt benennt, an einen Tisch setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Dabei sollen auch die angeblich von der Kreissparkasse ohne Baugenehmigung vorgenommenen Umbauten im Haus zur Sprache kommen, durch die dem Landkreis Ebersberg eigenen Angaben zufolge zusätzliche Kosten für den Brandschutz entstehen.

Waßmann betont, dass diese Umbauten vor seiner Zeit in Ebersberg entstanden seien. Er wisse nicht, ob diese einer Genehmigung bedurft hätten. Sollte dem so sein, „können wir das dem Landkreis mit einem kleinen sechsstelligen Betrag begleichen“, so der Banker, der aber gleichzeitig die Frage aufwirft, „ob das Sinn hat, da der Landkreis sowie in großem Stile umbauen wolle und von daher ein komplett neues Brandschutzkonzept für das Gebäude benötige.

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