+
Eine Never Ending Story ist der Umbau der Kreisklinik Ebersberg. Aber bald soll es jetzt geschafft sein.

Rekord in Bayern: Nach 25 Jahren Bauzeit ist eine Ende in Sicht

Hier wird gebaut, und gebaut, und gebaut...

  • schließen

Eine „Never Ending Story“ findet ihr baldiges Ende: die Kreisklinik Ebersberg. Ein Jahrhundertprojekt – was die Größe angeht – ein Vierteljahrhundertprojekt – was die Dauer betrifft. Es ist eine der größten Baustellen im Landkreis. Und eine, die am längsten dauert.

Ebersberg – Seit 1992, also seit 25 Jahren, wird auf dem Areal zwischen Münchener-Straße und Pfarrer-Guggetzer-Straße gewerkelt. Ende 2018 soll alles fertig sein, über 200 Millionen Euro werden der Freistaat, zum Teil der Landkreis und die Klinik dann in die Sanierung gesteckt haben.

Damit nicht genug: Der laufende Betrieb der Klinik blieb über die Jahre stets gewährleistet – das war die Prämisse. Und das sei „einzigartig in ganz Bayern“, sagt der Planer und Architekt Dieter Kubina. Die Sanierung lässt aber bis heute Raum für Kritik: Wäre ein Neubau nicht sinnvoller gewesen? Pläne dafür gab es Ende der 1980er Jahre in der Tat. Politisch sei ein Neubau auch angestrebt und gewollt gewesen. Und ebenso zeigte sich die Klinik nicht abgeneigt, damals wie heute. Aber: Ein Neubau wäre vom Freistaat nicht derart finanziell gefördert worden. Eine „neubauartige Sanierung“, wie die jetzige Baumaßnahme in Behördensprache genannt wird, eben schon. Die Sanierung komme eigentlich einem Neubau gleich, sagt Dieter Kubina. Er schätzt, dass eine neue Klinik rund 300 Millionen Euro gekostet hätte. Ein anderes Problem wäre die Suche nach einem neuen Grundstücks geworden – denn den guten Standort im Zentrum der Kreisstadt wollte man ungern aufgeben. Es blieb bei einer Sanierung am bestehenden Gelände. Und die verläuft seit Anfang der 1990er Jahren in neun Bauabschnitten, Stück für Stück wurden die Gebäudeteile bearbeitet. Die Architektur musste sich immer wieder auf das Neue den medizinischen Ansprüchen der Jahre anpassen. Derzeit wird der letzte Abschnitt, der Bettentrakt längs der Münchener Straße umgebaut: Sieben Stockwerke hoch, 110 Betten sollen darin Platz finden.

Der Verlust eines wunderbaren Raumes

Weil bis Ende 2018 aber dort kein einziges Zimmer nutzbar sein wird, musste die Klinik im Sommer letzten Jahres, als Baubeginn jenes Abschnittes war, ein Ausweichgebäude aus Containern errichten, von außen schön verputzt, nicht groß unterscheidbar von einem Massivbau: Das Pfarrer-Guggetzer Haus, angrenzend an die namensgleiche Straße, Platz für 108 Betten. Die Zukunft des Gebäudes ist ungewiss. Den Bauantrag dafür hat der Ebersberger Stadtrat zwar genehmigt, doch die Stadt hätte gerne, dass nach der Sanierung der Komplex wieder verschwindet.

Die Kreisklinik ist davon nicht begeistert. Klinikchef Stefan Huber sagt, es würde ein wunderbarer Raum aufgegeben, „den wir weiterhin gut bräuchten und nutzen könnten“. Zum Beispiel, um dort Isolationszimmer für ansteckende Patienten einzurichten, wie der medizinische Direktor der Klinik, Peter Kreissl betont. Kostenpunkt für Auf- und Abbau des Gebäudes übrigens einige Millionen Euro.

In knapp zwei Jahren, wenn der Bettentrakt fertig wird, soll sich laut Architekt beweisen, dass die Klinik in ihrer Funktionalität optimiert ist. Das Gebäude war früher kompliziert zerteilt, Abteilungen, die zusammengehören, waren früher von einander getrennt, die Gänge waren zu lange und zu verworren. Die Sanierung soll die Klinik „neu funktional strukturieren“, sagt Kubina. Heißt: Chirurgie nahe dem OP-Bereich, zentrale Aufnahme von Patienten, kurz: Nähe von zusammengehörenden Abteilungen und kurze Wege in der großen Klinik.

Zusätzlich bekommt das Haus eine neue Intensivstation, eine interdisziplinäre Akutgeriatrie, also für Patienten in höherem Lebensalter mit schweren Erkrankungen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sohn des Opfers richtet bittere Worte an Messerstecher von Grafing
Der Messerstecher von Grafing steht vor Gericht. Der Vorwurf: Mord und versuchter Mord in drei Fällen. Entschieden wird über seine dauerhafte Einweisung in die …
Sohn des Opfers richtet bittere Worte an Messerstecher von Grafing
Messerstecher von Grafing: So äußert sich der Gutachter vor Gericht
Der Messerstecher von Grafing hat sich auch vor Gericht wirr geäußert, gar von „Menschenopfer“ geredet. Nun wurde das Ergebnis des psychologischen Gutachtens vorgestellt.
Messerstecher von Grafing: So äußert sich der Gutachter vor Gericht
Opfer des Grafinger Amoklaufs: Bin der Verlierer
Für Johannes Buchner aus Grafing ist seit dem Amoklauf von Grafing-Bahnhof nichts mehr wie es war. Am Mittwoch sagte er als Zeuge vor Gericht aus.
Opfer des Grafinger Amoklaufs: Bin der Verlierer
Hochkaräter am laufenden Band
Im Herbst, zum 25. Geburtstag der Ebersberger Kleinkunstbühne altes kino, purzeln die Superlative nur so durchs Programm. Eigenproduktionen und große Namen geben sich …
Hochkaräter am laufenden Band

Kommentare