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Er gehörte bis 1985 zur Band: Bassist Franz Meier-Dini aus Grafing.

Kultband Scharivari feiert grandioses Comeback

„Sommernacht“ im tristen November

Zu ihrem 40-jährigen Bandjubiläum hat die Kultband Schariwari zwei Abende lang gespielt - die Begeisterung des Publikums kannte keine Grenzen. Am Ende bleibt eine Frage offen.

Sänger Günther Lohmeier.

Ebersberg - Ein Abschiedslied, eine Zugabe, ein Rausschmeißer und schließlich noch der Titel „Pfüade Sonna“: Es braucht gut vier Lieder, bis die Fans von Schariwari die Musiker im Ebersberger alten kino von der Bühne lassen. Und das nach drei Stunden Konzert, vielen Gästen, neuen und ehemaligen Weggefährten der beliebten Band aus dem Landkreis, nach viel Applaus und am Ende auch Standing Ovations, wo man doch weiß, dass das anspruchsvolle Ebersberger Publikum damit gar nicht freigiebig ist.

Zu ihrem 40-jährigen Bandjubiläum hat Schariwari zwei Abende lang gespielt, beide Konzerte waren seit Wochen ausverkauft. Die meisten der Zuhörer im Saal sind im Alter der Musiker, haben die Anfänge von Schariwari, ihre ersten Auftritte und ihre Erfolge live miterlebt. Im Foyer gibt es Platten und CDs zu kaufen, eine Frau winkt ab: „Ich hab' sie alle zuhause“, lacht sie. 

Schlagzeuger Wolfgang Lohmeier.

Auf der Bühne steht Gründungsmitglied und Songwriter, Gitarrist und Sänger Günther Lohmeier, sein Bruder Wolfgang sitzt am Schlagzeug, am Bass steht einer, der, wie Lohmeier es ausdrückt „mir seit 32 Jahren abgegangen ist“: Franzl Meier-Dini, der bis 1985 zur Band gehörte. Rudi Baumann (Gitarre und Gesang) vertritt den erkrankten Hans Reupold junior und Stevie Moises gehört als Schlagzeuger seit 2000 dazu. Im Laufe des Abends kommen noch einige Gäste dazu, die Schariwari musikalisch zeitweise ergänzt hatten: Sepp Bartl und Bruno Renzi am Klavier, Sigi Grasser und Dave Lewis am Bass, Martin Kälberer an der Quetschn.

Gegründet wurde die Folkrockband aus Kirchseeon im Frühjahr 1977 und schon bald konnte sie große Erfolge feiern: 1982 war sie Preisträger der Deutschen Phono-Akademie, 1995 erhielt sie den Preis für Songpoeten der Hanns-Seidel-Stiftung und 2004 den Deutschen Rock- und Poppreis für das Mystical „Bayerische Rauhnacht“, mit dem Schariwari von 1996 bis 2006 jährlich immer zwischen November und Januar auf Tournee ging. Kein Wunder also, dass die Fangemeinde im Landkreis, aber auch darüber hinaus, immer größer wurde und die Begeisterung selbst nach 40 Jahren ungebrochen ist. 

„Es gibt Lieder, da braucht man nicht viel zu sagen: deswegen seid ihr einfach da!“ weiß Günther Lohmeier, er kennt sein Publikum. Dann geht ein Raunen durch die Reihen und es erklingt „Sommernacht“. Bei den „Kirchseeoner Fröschen“ singt das Publikum den Refrain begeistert mit und als Lohmeier beim Song „Da Wind“ zum Finale auf italienisch ansetzt, kocht der Saal und alle klatschen im Rhythmus. Spätestens jetzt ist klar, was Rudi Baumann ausspricht: „Der Funke der Freude ist auf euch übergesprungen“. Für ihn gehört dies zur Aufgabe eines Musikers: „Du musst die Leute glücklicher heimschicken, als sie vorher gekommen sind!“. Gemeinsam haben sie das geschafft, so dass Günther Lohmeier zum Abschluss vielen aus der Seele spricht: „Ich weiß nicht, wie es weiter geht, aber ich hoffe, dass es weitergeht!“. Ein Neuanfang für Schariwari?

Evi Thiermann

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