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Kleiner Knopf, gr oße Wirkung! Das Notrufsystem im Kreis nutzen 2017 774 Menschen. Tendenz steigend . 

BRK-Hausnotruf

Dieser Knopf rettet Leben - und er wird immer beliebter im Landkreis 

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Es ist ein Sender mit einem Knopf, den vor allem ältere Menschen bei sich tragen. Im Notfall können sie ihn drücken. Das Bayerische Rote Kreuz im Landkreis spricht von einem „Renner“. 

Der Knopf, der Leben rettet, ist grau. Als Elisabeth Seibl-Kinzlmaier (57) vor drei Jahren zu ihrer Schwiegermutter in das Haus im Landkreis Rosenheim kommt, merkt sie, dass diese einen leichten Schlaganfall hat. Seibl-Kinzlmaier drückt den grauen Knopf. Es ist ein Sender, ein Hausnotruf, den die Schwiegermutter (81) um den Hals wie eine Kette trägt. „Wir wurden mit der Hausnotrufzentrale in Starnberg verbunden, die uns gleich an die Rettungsleitstelle durchgestellt hat“, sagt Seibl-Kinzlmaier. Über eine Sprechanlage im Haus der 81-Jährigen können beide mit der Leitstelle reden. Sofort wird die Rettung aktiviert.

Grau oder rot: Hilfe ist sicher

Der Knopf, der auch rot sein kann, wird im Landkreis Ebersberg immer beliebter. Immer mehr ältere Menschen, größtenteils Frauen, melden sich für den Hausnotruf beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) an. „Ein Renner“ und eine sehr gute Sache, wie Seibl-Kinzlmaier aus eigener Erfahrung berichten kann. Die 57-Jährige ist Kreisgeschäftsführerin des BRK-Kreisverbandes Ebersberg. Dank des Knopfes habe ihre Schwiegermutter schnell passende Hilfe bekommen.

774 Senioren haben 2017 den Service des Notrufsystems im Kreis genutzt. In diesem Jahr soll die 800er Marke erreicht werden. Im Durchschnitt liegt das Alter der Nutzer bei 83,5 Jahren, berichtet Seibl-Kinzlmaier bei einer Pressekonferenz des Kreisverbandes. Doch nicht nur medizinische Hilfe bekommen Menschen, die den Knopf im Notfall drücken. Auch, wenn sie beispielsweise in der Wohnung oder im Badezimmer ausrutschen und stürzen, können sie drücken. Eine Notrufzentrale versucht Kontakt über einen in der Wohnung platzierten Lautsprecher, der auch durch Wände hörbar sein soll, aufzubauen und zu erfragen, was passiert ist. „Vielen brauchen Hilfe beim Aufstehen“, erklärt Seibl-Kinzlmaier. Für die so genannte Hebehilfe (zwei Drittel der Einsätze) rückt dann ein BRK-Team aus. Mit einem hinterlegten Schlüssel kommt dieses zur verunglückten Person.

35 Euro kostet das System 

7095 Notrufe gab es im vergangenen Jahr. Einige davon waren Fehlalarme. Es komme vor, dass Senioren versehentlich den Knopf drücken. Sollte nach Drücken des Knopfes keine Kommunikation stattfinden, wird über die Rettungsleitstelle vorsorglich ein Rettungswagen alarmiert. Der Hausnotruf des BRK kostet, wenn ein Haustürschlüssel hinterlegt wird – was die meisten machen – 35 Euro im Monat. Wenn ein Senior eine Pflegestufe hat, übernimmt die Pflegekasse einen Teil. Die Vorteile des Systems erklärt die BRK-Kreisgeschäftsführerin: „Es gibt den älteren Menschen und den Angehörigen ein Sicherheitsgefühl. Zu wissen, im Notfall muss ich nur drücken, ist viel wert.“ Auch bei ihrer Schwiegermutter sei das der Fall gewesen. Sie habe den Sender immer und überall im Haus getragen. Auch beim Duschen. 

Der Traum, zu Hause bleiben zu können

Ein weiterer Aspekt des Hausnotrufs ist, dass Senioren länger zu Hause wohnen können und nicht in ein teures Heim umziehen müssen. Wie wichtig für Senioren das Wohnen in den eigenen vier Wänden ist, zeige sich im BRK-Leistungsbericht 2017. Das Angebot der häuslichen Pflege, vor allem der Hilfe im Haushalt, beim Einkaufen, Kochen oder Waschen, sei im Vergleich zum Vorjahr drei Mal mehr geworden. Insgesamt nahmen 65 Menschen den Service in Anspruch.

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