Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Der Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte soll in einer Praxis an der Kreisklinik angeboten werden. Foto: sro

Einschnitt in Bereitschaftsdienst

Landkreis - „Die Versorgung wird nicht schlechter, sondern besser werden.“ Da ist sich Dr. Werner Klein, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Ebersberg, sicher.

Ab Anfang Juli 2016 soll der Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte im Landkreis Ebersberg neu strukturiert werden. Geplant ist künftig nur noch eine zentrale Bereitschaftspraxis, besetzt mit einem Arzt, räumlich angegliedert an die Kreisklinik. Zudem soll es einen weiteren Arzt mit Fahrer geben, der außerhalb der normalen Praxiszeiten zu Hausbesuchen fährt. Hinter dem Konzept steckt die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB). In den Landkreisen Ebersberg und Erding sowie der Region um Wasserburg soll die neue Struktur in einem Pilotprojekt ausprobiert werden. Einbezogen wären dabei laut KVB insgesamt 230 dienstverpflichtete Ärzte. Es gibt aber auch skeptische Stimmen.

Hintergrund: Jeder niedergelassene Arzt ist durch seine Kassenzulassung verpflichtet, neben der eigentlichen Praxistätigkeit auch Bereitschaftsdienste außerhalb der Sprechstundenzeiten zu leisten. Im Jahr 2014 gab es im Landkreis Ebersberg noch fünf festgelegte Gebiete mit Poing/Markt Schwaben, Vaterstetten, Kirchseeon, Grafing und Ebersberg. Innerhalb der einzelne Bereiche wurde unter den niedergelassenen Ärzten der Bereitschaftsdienst, beispielsweise am Wochenende, aufgeteilt. Das wurde in den vergangenen Jahren immer schwieriger. Stichwort: Ärztemangel. Zudem steigt das Durchschnittsalter der Mediziner. Ab dem 62. Lebensjahr müssen sie jedoch keinen Bereitschaftsdienst mehr leisten. Die Arbeit verteilt sich auf immer weniger Schultern.

Der Vorschlag der KVB sichere die Zukunft des Bereitschaftsdienstes, betont Klein gegenüber der EZ. So müsse künftig ein Arzt nicht mehr ein ganzes Wochenende Dienst machen. Man könne auch Schichten von vier Stunden einführen, die der Mediziner dann in der Praxis an der Kreisklinik sei. Der Patient müsse sich auch nicht mehr vorher erkundigen, welcher Arzt an welchem Ort gerade Dienst habe, er könne immer zur Kreisklinik fahren. Bei den Hausbesuchen sei der Arzt künftig nicht mehr alleine in seinem Privatfahrzeug unterwegs, sondern zusammen mit einem Fahrer, der auch als Sanitäter ausgebildet sei, im Team. Das gebe größere Sicherheit, beispielsweise auch für eine junge Ärztin, die in der Nacht zu einem Patienten ins Ebersberger Hinterland müsse. Einen weiteren Vorteil sieht Klein in der Nähe zur Klinik. Falls eine zusätzliche medizinische Versorgung im Krankenhaus notwendig sei, gebe es diese quasi gleich an der nächsten Türe. Zudem soll die Kreisklinik den Bereitschaftsdienst zu bestimmten Zeiten übernehmen, in denen üblicherweise wenige Patienten den Service der niedergelassenen Ärzte nutzen. Den Bereitschaftsdienst dann gleich ganz aufzugeben ist für Klein hingegen keine Lösung. Alles von der Klinik übernehmen zu lassen, würde sowohl das Krankenhaus als auch das Gesundheitssystem als Ganzes überfordern und sei einfach zu teuer.

Klein räumt ein, dass es innerhalb der Ärzteschaft auch skeptische Stimmen gebe. Kritisiert werde unter anderem der Wegfall eines wohnortnahes Angebots. Hier setzt auch die Kritik der Kreisklinik an. Geschäftsführer Stefan Huber fragt unter anderem: Ist eine Verschlechterung der flächenmäßigen Versorgung im ambulanten Bereitschaftsdienst mit der Strukturänderung gegeben? Huber verweist auch auf weitere Wege für Patienten oder mögliche längere Wartezeiten bei notwendigen Hausbesuchen. Offene Fragen, auch in Bezug auf die Abrechnung, müssten noch geklärt werde, so Huber. Er sieht den von der KVB geplanten Starttermin am 4. Juli 2016 als nicht realistisch. Klein hingegen ist sehr viel zuversichtlicher. Wenn alle zusammenarbeiteten, könnte es klappen.

Von Robert Langer

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