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Die Ebersberger Kirchturmuhr war das besondere Steckenpferd von Kreisheimatpfleger Markus Krammer. 

Nachruf 

Trauer um Kreisheimatpfleger Markus Krammer

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Die Kniebundhose, dazu meistens ein Trachtenhut, seine alte, aber gut erhaltene Lederaktentasche unter dem Arm und stets ein freundliches Lächeln im Gesicht: So hat man Kreisheimatpfleger Markus Krammer jahrzehntelang in Ebersberg erlebt.

Ebersberg– Am vergangenen Samstag ist Krammer im Alter von 80 Jahren ganz plötzlich und unerwartet gestorben. Seine Familie verliert einen liebenswürdigen, strahlenden Mittelpunkt, und unsere Redaktion einen ihr stets freundlich gesonnenen Mitarbeiter, dem sie zahllose heimatgeschichtliche Aufsätze zu verdanken hatte.

Zeit für ein kurzes, freundliches Gespräch hatte er immer. Und immer wieder auch für einen Kurzbesuch in der Redaktion dieser Zeitung.

Nicht selten, dass Krammer in seiner Tasche ein fast druckreifes Manuskript mit sich führte über einen Vorgang, der sich mit der lokalen Geschichte bzw. Heimatpflege im Landkreis Ebersberg befasste. Krammer musste selten viel Überzeugungsarbeit leisten, um das, was er unterbringen wollte in seiner Heimatzeitung, auch unterzubringen.

Erst vor einigen Wochen kam der Kreisheimatpfleger mehrfach vorbei mit einer detaillierten Skizze, nach welchem Ablauf der kurzzeitig verschwundene Zeiger der Ebersberger Kirchturmuhr wieder an seinen angestammten Platz zurückzuführen sei. Das Unterfangen gelang. Und zwar genau so, wie es Krammer mit Feuerwehrleuten und den anderen Beteiligten zuvor ausgetüfelt hatte.

Was ihn motivierte, viel Zeit seines Rentnerdaseins in solche Dinge zu stecken, war die ungebremste Liebe zu seiner Heimat. Nicht nur Ebersberg beflügelte ihn. In Hohenlinden zum Beispiel hatte Krammer in seiner Funktion als Kreisheimatpfleger maßgeblichen Anteil daran, dass die Gedenkfeierlichkeiten zur Schlacht von Hohenlinden im Jahr 2000 in dem Rahmen stattfanden, der dem Anlass würdig war. Nicht zuletzt war es Krammer, der bei der historoschen Aufarbeitung wertvolle Hinweise gab oder Quellen erst erschloss.

Nicht nur dafür wurde er auch überregional ausgezeichnet. Als Zeichen seiner Anerkennung übergab der Bezirk Oberbayern ihm vor drei Jahren die Bezirksmedaille. Krammer habe sich in besonderer Weise ehrenamtlich um das öffentliche Wohl in Oberbayern verdient gemacht, betonte damals Bezirkstagspräsident Josef Mederer.

Der gelernte Elektromeister arbeitete 36 Jahre lang bei den Stadtwerken München, seine Freizeit widmete er der Pflege und Dokumentation der heimatlichen Kultur. Bereits als 14-Jähriger gründete er die Ebersberger Volksmusik. Einige Jahre später folgte die Gründung des Singkreises Ebersberg.

Markus Krammer hielt in der Vergangenheit zahlreiche Vorträge über Volksmusik, seine zweite große Leidenschaft, und heimatliches Brauchtum. Darüber hinaus dokumentierte er die Ebersberger Volksmusik in Zusammenarbeit mit dem Volksmusikarchiv des Bezirks. Immer wieder veröffentlichte Krammer heimatkundliche Beiträge, nicht nur in derEZ. Das heimatkundliche Wissen Krammers und sein Engagement hatten sich herumgesprochen. Über 40 Jahre bekleidete er immerhin das Amt des Kreisheimatpflegers. Bis zum letzten Tag.

Am Freitag, 29. September, findet ab 19 Uhr ein Sterberosenkranz in der Stadtpfarrkirche Ebersberg statt. Der Seelengottesdienst ist am Samstag, ab 10 Uhr ebenfalls in der Ebersberger St. Sebastian-Kirche, danach erfolgt die Beisetzung auf dem Alten Friedhof.

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