Wird verkauft: Die 1991 eröffnete Zentrale der früheren Kreissparkasse Ebersberg. Foto: sro

Landrat verhandelt

Landkreis will Sparkasse Ebersberg kaufen

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Ebersberg - Kauft der Landkreis das Sparkassengebäude in der Kreisstadt neben der Polizeiinspektion? Wie Landrat Robert Niedergesäß auf Anfrage bestätigte, laufen dazu Verhandlungen.

Ein Argument: Mit dem Erwerb der Immobilie „könnten die bestehenden und zunehmenden Raumprobleme des Landratsamtes ortsnah und relativ schnell gelöst werden“, so der Landrat. Er ist derzeit qua Amt auch Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg.

Gebäude für KfZ-Zulassungsstelle und Bürgerservice-Büro "sehr geeignet"

Gerade für die KfZ-Zulassungsstelle und das geplante Bürgerservice-Büro wäre die bisherige Schalterhalle der Sparkasse eine „sehr geeignete Fläche“, so Niedergesäß. Begehungen hätten ergeben, dass sich das gut 25 Jahre alte Gebäude in einem sehr guten Zustand befindet und mit nur geringeren Umbauten für eine Nutzung durch den Landkreis „sehr gut geeignet wäre“. Auch könnten durch den Erwerb des Gebäudes der vielseitig nutzbare Sparkassensaal und diverse Schulungsräume für die Öffentlichkeit und zum Beispiel auch für Vereine und Organisationen dauerhaft gesichert werden. Noch freie Raumkapazitäten könnten an geeignete Partner vermietet werden. „Das Landratsamt unseres sehr dynamisch wachsenden Landkreises hätte damit eine echte und sehr geeignete Zukunftsperspektive und das Ganze in großer räumlicher Nähe.“ Niedergesäß nennt das „eine glückliche Fügung“.

Auch die zuständigen politischen Gremien waren bereits mit dem Thema beschäftigt. Der Kreisausschuss des Kreistages hat im Juli in nichtöffentlicher Sitzung sein Interesse am Erwerb des Gebäudes bekundet. Der Landrat wurde einstimmig beauftragt, die Verhandlungen mit der Kreissparkasse fortzuführen sowie einen Kaufvertrag vorzubereiten. Im Herbst soll darüber erneut beraten werden.

Internetbanking machte das Gebäude zunehmend überflüssig

Hintergrund: Die ehemalige Sparkassenzentrale, der in der Kreisstadt sogar ein öffentlicher Platz gewidmet wurde, ist im November 1991 mit einem großen Festakt eingeweiht worden. „Das Gebäude war auch für damalige Zeiten schon sehr repräsentativ“, hatte Vorstand Andreas Frühschütz im Juli vorsichtig gegenüber der EZ erklärt. Es sei damals aber „in keiner Weise absehbar“ gewesen, wie sehr das Internetbanking sich auf die alltäglich Praxis in den Kreditinstituten auswirken sollte. Es kam zu Personalabbau. Inzwischen hat die Kreissparkasse Ebersberg eine Fusion mit München und Starnberg hinter sich gebracht.

Das Kreditinstitut bereitete die Rückverlegung seiner Ebersberger Zentrale ins Zentrum der Kreisstadt vor, wo ein altes Verwaltungsgebäude entkernt wird und nach Umbau das verbliebene Personal aufnehmen soll. Die ehemalige Zentrale wird zum Kauf angeboten. „Die Kreissparkasse würde ihr Gebäude bevorzugt an den Landkreis verkaufen, auch um eine öffentliche Nutzung an dieser zentralen Stelle für die Zukunft zu gewährleisten“, so Niedergesäß. Von Seiten des Kreditinstituts hieß es dazu am Mittwoch: „Die Kreissparkasse hat auf Grund der zentralen Lage in Ebersberg ein Interesse daran, dass das Gebäude auch weiterhin öffentlich genutzt werden kann.“ Erklärt wurde auch: „Es gibt eine hohe Anzahl von Interessenten mit unterschiedlichsten Reifegraden und Angeboten.“

Kauf soll Raumprobleme lösen und Mietkosten senken

Landrat Robert Niedergesäß (CSU) ist derzeit auch Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg.

Und was kostet die Immobilie? Niedergesäß: „Wir sind in der Phase der Verhandlungen, die naturgemäß nichtöffentlich stattfinden. Selbstverständlich wird das Verhandlungsergebnis dann zur Beschlussfassung transparent und öffentlich gemacht. Der Landkreis wird einen fairen und nachvollziehbaren Preis bezahlen, dabei wird die öffentliche Nutzung des Gebäudes sicher eine Rolle spielen.“

Das Landratsamt hat aktuell akute Raumprobleme. Es gibt mehrere Lösungsansätze. Unter anderem wurde das gegenüberliegende ehemalige Postgebäude angemietet. Der Landkreis zahlt derzeit jährlich rund 200.000 Euro Miete an verschiedenen Standorten. Zudem ist eine Aufstockung über dem derzeitigen Parkdeck des Landratsamts geplant. Geschätzte Baukosten: Sechs Millionen Euro. Der Holzpavillon an der Realschule wurde als Provisorium für rund drei Jahre hergerichtet. Danach benötigt die Realschule die Räume wieder selbst für die Phase der Sanierung des Verwaltungstraktes.

Landrat Niedergesäß: "Chance kann nicht vertagt werden"

Mit dem Kauf des Sparkassengebäudes könnte der Landkreis Ebersberg die derzeit gezahlten Mieten einsparen. Auf den beschlossenen Anbau könnte verzichtet werden. „Ansonsten muss der Ankauf finanziert werden, was angesichts der derzeitigen Zinssituation darstellbar ist“, heißt es aus dem Landratsamt.

„Die Chance, dieses Gebäude für die Zukunft und die Nutzung durch den Landkreis zu sichern, besteht jetzt und kann nicht vertagt werden“, so Landrat Niedergesäß.

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