Wegen drohender Taktverschlechterung

Landrat sagt S-Bahn-Gemeinden Hilfe zu

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Auf offene Ohren ist die Kritik der Gemeinden entlang der S-Bahnlinien 6 und 4 in Zusammenhang mit den Planungen zur zweiten Stammstrecke bei Landrat Robert Niedergesäß, Sprecher der MVV-Verbundlandkreise, gestoßen. 

Landkreis – „Es kann nicht sein, dass die Bürger nach Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke voraussichtlich im Jahr 2026 Nachteile im S-Bahn-Angebot hinnehmen müssen. Das kann man auch niemandem nachvollziehbar erklären: Die Kapazitäten verdoppeln sich mit dem zweiten Tunnel, aber das Angebot wird auf heute schon hochfrequentierten Bahnhöfen ausgedünnt, das ist nicht akzeptabel“, sagt Niedergesäß.

Die Landräte hätten dieses Problem bereits im Frühjahr 2017 im S-Bahn-Positionspapier thematisiert, „das wir Anfang März 2017 dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann in seinem Büro persönlich vorgestellt haben“. Neben zahlreichen anderen Forderungen zum dringenden Ausbau der Infrastruktur und des Betriebs im S-Bahnbereich fordern die Landräte zum Thema zweite Stammstrecke die sofortige Konkretisierung des Betriebskonzeptes. Dabei sei darauf zu achten, „dass sowohl mit Fertigstellung der zweiten Stammstrecke als auch im Nachgang dazu keine Verschlechterungen im Leistungsangebot auf der S-Bahn im Vergleich zum Status quo auftreten dürfen.“

Niedergesäß: „Die Landräte haben also das aktuell von einigen Bürgermeistern zu Recht angesprochene Problem bereits Anfang 2017 aufgegriffen und im Laufe des Jahres in mehreren Gesprächsrunden mit Fachleuten und politisch Verantwortlichen thematisiert und vertieft, zuletzt bei der Auftaktveranstaltung zum Münchner Verkehrspakt von Innenminister Joachim Hermann Ende November.“ Niedergesäß sagte, man werde nicht locker lassen und nicht müde werden, diese Kernforderung auf allen Ebenen nachhaltig weiterzuverfolgen, bis eine akzeptable Lösung zugesichert werde, „auch wenn das manchen Fachleuten vielleicht auf die Nerven gehen mag“. Der Landrat begrüßt eigenen Angaben zufolge sehr, dass die betroffenen Gemeinden und Bürgermeister den befürchteten Missstand öffentlich kritisieren, um der Sache noch mehr Nachdruck von der Basis zu verleihen.

Laut aktueller Planung soll ab 2026 auf der Linie nach Ebersberg ganztägig ein 15-Minuten-Takt gelten (wir berichteten). Das bedeutet einerseits eine Verbesserung. Derzeit besteht tagsüber ein 20-Minuten-Takt. Anderseits heißt es aber auch, dass die S-Bahn unter anderem Haar, Vaterstetten und Zorneding während des Berufsverkehrs seltener anfährt. Derzeit halten die Züge dort morgens und abends alle zehn Minuten.

Die Taktänderung sorgt für Unmut in den Gemeinden, in denen die Bahnsteige in der Rushhour heute schon überfüllt sind. Der Ostast der S4/S6 gehört zu den am stärksten frequentierten Strecken. Angesichts des erwarteten Bevölkerungswachstums in der Boomregion München und der schon jetzt großen Belastung durch den Individualverkehr müsse man mehr Leute dazu bewegen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, sagt Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD).

Rubriklistenbild: © dpa

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