„Wir haben Platz und sind ein sicherer Hafen“: Die Botschaft hinter einer Demo in den frühen Morgenstunden des Montags vor dem Landratsamt.
+
„Wir haben Platz und sind ein sicherer Hafen“: Die Botschaft hinter einer Demo in den frühen Morgenstunden des Montags vor dem Landratsamt.

Aktion vor der Landratsamt mahnt zur Solidarität

Markt Schwabener Verein sagt: Lasst uns mehr Flüchtlinge aufnehmen

  • vonJörg Domke
    schließen

Der Markt Schwabener Verein „Seite an Seite“ hat mit einer Aktion vor dem Landratsamt zu mehr Solidarität mit geflüchteten Menschen aufgerufen. Es sollten mehr Menschen im Landkreis aufgenommen werden.

Ebersberg – Die Grundidee hatte die SPD, als sie neulich, nach dem Brand im Lager Moria, vor dem Reichstag über 12 000 Stühle aufstellte und damit für eine andere Flüchtlingspolitik des Bundes demonstrierte. „Das können wir auch“, sagte sich der in Markt Schwaben ansässige Verein „Seite an Seite“, der sich seit Jahren um Belange Geflüchteter im Landkreis und inzwischen auch darüber hinaus kümmert. In der Nacht auf Montag, 12. Oktober, stellten gut ein halbes Dutzend Aktivisten auf dem Parkplatz zwischen Landratsamt und Bahnhof in Ebersberg rund 100 Stühle auf. Und bauten dazu eine Kulisse aus blauen Planen, Rettungswesen und Schlauchbooten. Ihre Botschaft an den Landkreis und nicht zuletzt an die Mitglieder des Kreis- und Strategieausschusses, der am Abend über die lokale Flüchtlingspolitik zu beraten hatte: „Wir haben Platz.“

Motto: „Wir haben Platz“

So lautet auch das Motto, mit dem „Seite an Seite“ eine neue Solidaritätsaktion für Geflüchtete anstoßen möchte. In einer am Montag vorgelegten Mitteilung fordert der Verein den Landkreis auf, über den Königsteiner Schlüssel hinaus weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Und sich dem kommunalen Bündnis „Sicherer Hafen“ anzuschließen. Zitat: „Die dramatischen Geschehnisse im Elendscamp Moria führen uns vor Augen, wozu die gegenwärtige europäische Blockadehaltung führt. 4000 Kinder leben in menschenunwürdigen Zuständen... Mit eigenen Augen konnten wir auch sehen, wie katastrophal die hygienischen und medizinischen Bedingungen sind.“ Das Ausmaß dieser psychischen und physischen Belastungen sei in keiner Weise mit der europäischen Wertebasis vereinbar. Diese Menschen hätten das Recht auf eine humanitäre Unterbringung und menschliche Behandlung. 192 deutsche Kommunen hätten bereits bewiesen, dass es möglich sei, sich mit Geflüchteten zu solidarisieren.

Ein paar Stunden, zwischen 4 und ca. 8 Uhr, standen die Stühle auf dem Amtsparkplatz. Dann wurde alles von Landratsmitarbeitern abgebaut. Rechtliche Folgen hat die Aktion übrigens nicht. Ulrich Milius, Chef der Polizeiinspektion Ebersberg, sagte, es lege weder ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz noch ein Hausfriedensbruch vor.

Auch interessant

Kommentare