Leiharbeiter immer noch schlechter gestellt

Landkreis Ebersberg - Beschäftigte in Leiharbeit oder Werkvertrag sollen im Landkreis Ebersberg besser gestellt werden. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zur Begrenzung von Leiharbeit und Werkverträgen sei zwar ein „Schritt in die richtige Richtung“, sagt Mustafa Öz. Dem Geschäftsführer der NGG München gehen die geplanten Änderungen aber nicht weit genug: „Die Politik muss endlich dafür sorgen, dass Stammbelegschaften nicht dauerhaft durch Beschäftigte zweiter Klasse ersetzt werden“, so Öz. Dafür müssten insbesondere die Betriebsräte mehr Mitsprache bekommen.

Im Landkreis Ebersberg gab es nach Angaben der Gewerkschaft im vergangenen Dezember rund 400 Leiharbeiter. „Sie machen dabei oft genau den gleichen Job wie die Stammbelegschaft - nur für weniger Geld. Außerdem haben sie meist weniger Urlaub und häufig keine Extra-Alterssicherung“, kritisiert Öz. In etlichen Unternehmen der Ernährungsindustrie sei Leiharbeit weit verbreitet. „Auch im Landkreis Ebersberg setzen viele Chefs mit Billig-Jobs darauf, Tarif- und Sozialstandards zu umgehen, die ihnen nicht passen“, so der Gewerkschafter am Freitag.

Dieses Kalkül stecke ebenfalls hinter den Werkverträgen. Hier werden Tätigkeiten innerhalb eines Unternehmens an Fremdfirmen vergeben - auch wenn sie zum Kernbereich des Betriebs gehören. Das betrifft zum Beispiel die Reinigung, Abpackung oder Logistik. ez

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