Marcus Müller mit seiner Kollegin Claudia Lieven in einer M-Klasse der Mittelschule Ebersberg.
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Marcus Müller mit seiner Kollegin Claudia Lieven in einer M-Klasse der Mittelschule Ebersberg. Foto: jro (Archiv)

Ebersberger Lehrer schreibt Buch über „E-Teaching“

Mehr Mut beim Home-Schooling: Lernen mit und von Marcus

  • vonJörg Domke
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Mehr Mut beim Home-Schooling und E-Teaching. Das ist die Botschaft von Marcus Müller an seine LehrerInnen-Kollegen. Der Ebersberger hat dazu ein Buch geschrieben.

Ebersberg – Nein, Marcus Müller ist kein Hellseher. Auch er, immerhin ja Studienrat im Mittelschuldienst, hat keine Ahnung, wann es wieder in Bayern und darüber hinaus Präsenzunterricht geben wird. Also genau die Situation, die auf dem nebenstehenden Archivbild aus dem Jahr 2018 zu sehen ist; entstand in einer der M-Zug-Klassen, denen sich Müller seit vielen Jahren besonders widmet. Heuer im März war der 46-Jährige dort der Erste, der im Lockdown eine Lösung fand, auch von daheim aus seinem Esszimmer in Ebersberg junge Leute zu unterrichten, die sich gerade intensiv um ihren mittlerer Bildungsabschluss bemühten (wir berichteten exklusiv). Heute, über acht Monate später, kann Müller sagen: „Die Mühen von damals haben sich gelohnt“. Positives Feedback kam nicht nur von den am Ende erfolgreichen M-Schülerin, sondern auch von Eltern und der Schulleitung.

Schon damals beschäftigte sich der Lehrer auch mit dem, was „E-Teaching“ und Fernunterricht genannt wird. Oder, um einen inzwischen inflationär gewordenen Begriff zu verwenden; um Homeschooling. Also mit der Möglichkeit, ganze Klassen oder Teile von ihnen über Computer/Internet mit Unterrichtsmaterial zu versorgen und sogar mit ihnen über Videochats direkt zu korrespondieren. Hierzu hat Müller in den letzten Wochen ein Manuskript angefertigt, in dem unter anderen auch seine Erfahrungen aus fünf Wochen Online-Unterricht samt Videokonferenzen geschildert werden. Er beleuchtet zudem didaktisch-methodische Aspekte des Fernunterrichts und gibt praktische Tipps zu dessen Umsetzung.

E-Teaching leicht gemacht

Dieses Manuskript wird nun unter dem Titel „E-Teaching leicht gemacht“ vom AOL-Verlag veröffentlicht. Das ist ein Hamburger Fachverlag, der sich mit seinem speziellen Portfolio gezielt an Lehrerinnen und Lehrer im deutschsprachigen Raum wendet. Müller kennt man in Hamburg bereits als Autor. 2012 publizierte der Ebersberger dort zum Thema „Deutschaufgaben zur Berufsorientierung“.

Mit dem neuen Buch, das in diesen Tagen druckfertig sein wird und bereits jetzt bestellt werden kann, will Marcus Müller insbesondere die Kolleginnen und Kollegen erreichen, denen bislang womöglich das letzte Quäntchen Mut fehlte, sich auf neue Unterrichtsmethoden einzulassen. Oder die Scheu vor der virtuellen Technik hatten (oder noch haben) bzw. noch Unsicherheit im Umgang mit digitalen Plattformen sowie der Vermittlung von Lerninhalten auf virtueller Ebene verspüren.

„Für manche“, schreibt Müller in seinem Vorwort zu seinem neuen Buch, „mag es auch ein befremdliches Gefühl sein, wenn man seinem eigenen Konterfei im Bildschirm gegenübersitzt und dieses auch noch auf dem Bildschirm des Schülers am anderen Ende der Leitung weiß“.

Das nun vorliegende Werk könne, so seine Hoffnung, zwar nicht alle Bedenken aus dem Weg räumen, aber es könne zumindest einerseits aufzeigen, „dass E-Teaching sich unwesentlich von der vertrauten Didaktik und Methodik unterscheidet und andererseits eine Vielzahl an Möglichkeiten der Wissensvermittlung sowie Freiheit im pädagogischen Handeln bietet“.

Zielgruppe: Lehrer im deutschsprachigen Raum

Neben einer detaillierten Anleitung zur Erstellung einer eigenen Homepage mit Videochat und einer Einführung in das Open Source-Videokonferenz-Tool „Jitsi Meet“ werden Erfahrungswerte aus wochenlangem E-Teaching an der Mittelschule Ebersberg eben mittels Videochat geschildert sowie konkrete Tipps zur Umsetzung effektiven Fernunterrichts gegeben.

Müller betont in einem Gespräch mit der Heimatzeitung: „Diese Art des Unterrichtens kann und will den Präsenzunterricht in der Schule nicht ersetzen, ihn aber sinnvoll ergänzen“.

Überhaupt ist er davon überzeugt, dass Corona den Weg hin zu mehr Digitalisierung im schulischen Alltag sozusagen ebnet. Die Zukunft von Schule, so seine persönliche Einschätzung, werde über kurz oder lang ohnehin so etwas wie ein Gemisch aus herkömmlichem Präsenzunterricht und E-Teaching bzw. Homeschooling sein. Dafür gibt es übrigens schon einen Fachbegriff: „blended learning“. Zu deutsch: integriertes Lernen. Gemeint ist eine Lernform, bei der die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning kombiniert werden.

Präsenzunterricht UND Homeschooling

Beides, meint Müller, sei wichtig. Die sozialen Kontakte der Schüler zu den Lehrern und zu den Klassenkameraden ebenso wie die frühzeitige Konfrontation mit virtueller Technik, mit der viele der Schülerinnen und Schüler früher oder später im Beruf sowieso zu tun haben werden.

„So viel“, schreibt Müller abschließend, „sei vorweggenommen: E-Teaching bietet ein hohes Maß an gestalterischer Freiheit in der Vermittlung unterrichtlicher Inhalte, ohne die persönliche Nähe zu den Schülern vernachlässigen zu müssen und fördert zudem die Selbstverantwortung sowie digitale Kompetenz derselben“. Deshalb sein Appell: Seien Sie mutig!“

Müller Fachbuch „E-Teaching leicht gemacht – “ ist im AOL-Verlag erschienen, hat 56 Seiten Umfang (im Sonderformat) und ist zusätzlich mit Downloadmaterial versehen (Preis: 9,95 Euro).

Die ISBN-Nummer lautet: 978-3-403-10660-9.

Internet

Link: https://www.aol-verlag.de/10660-e-teaching-leicht-gemacht.html

Mehr Informationen mit einem direkten Einblick auf Unterrichtsinhalte auch auf der Website www.marcusmueller73.de

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