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Als „Titan von der Seestadt“ bezeichnete Alois Lachner in seiner Maibockrede Ebersbergs 3. Bürgermeister Josef Riedl. Das Wort „Titan“ bezog sich auf das Material seiner Hüfte.

Maibock der Ebersberger Kolpingfamilie

Von Verjüngungsshampoo und Hüft-Titan

Ebersberg - Ein besonderes Jubiläum hatte die Kolpingfamilie Ebersberg zu feiern: Genau zum 30. Mal hielt Alois Lachner, der seit 1996 für die CSU im Stadtrat sitzt, die Maibockrede im katholischen Pfarrheim, mittlerweile also eine Institution, eine Art „Nockherberg“ von Ebersberg. 

Nicht ungeschoren davon kam auch diesmal die Polit-Prominenz, allen voran die drei Bürgermeister. Und selbst wenn Walter Brilmayer, heuer übrigens zum ersten Mal in seiner politischen Laufbahn, nicht mit dabei sein konnte: Das rettete ihn nicht vor der Maibock-Satire. So wurde die Geschichte erzählt, wie Ebersbergs 1. Bürgermeister in einem schneereichen Dezember zum Gratulieren nach Traxl fuhr und dabei das Auto so unglücklich auf einem schneebedeckten Misthaufen parkte, dass am nächsten Tag mehrere kräftige Männer vom städtischen Bauhof anrücken mussten, um den Wagen wieder aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Der stellvertretende Bürgermeister Toni Ried von den Freien Wählern dagegen wurde zunächst für sein frisches Aussehen gelobt. Und dafür, dass er kein einziges graues Haar aufzuweisen hat, ebenso keine Falte im Gesicht. Und weil auch der katholische Pfarrer Josef Riedl immer noch schwarze Haare hat, fragte sich der Maibockredner „Benutzen die beiden das gleiche Shampoo?“.

3. Bürgermeister Sepp Riedl dagegen durfte sich über den Titel „Titan von der Seestadt“ freuen, zumindest so lange, bis klar wurde, dass sich das Wort „Titan“ auf das Material seiner Hüfte bezog. Für den Pfarrer Riedl hatte Lachner dann noch ein besonderes Schmankerl auf Lager: Der hatte zu seinem runden Geburtstag einen Gutschein geschenkt bekommen für einen Besuch in der Gruft seiner Kirche. „Das würde mir schon zu denken geben,“ feixte Lachner „wenn mir zum Geburtstag jemand den Besuch in einer Gruft schenken würde!“. Aber, so Lachner, diese Grufterfahrung würde Pfarrer Riedl dazu qualifizieren, bei den neuen Führungen, die es seit einiger Zeit in Ebersberg gibt, die Führung in die Katakomben der ehemaligen Brauerei zu übernehmen.

Doch Ebersberg habe in seiner Entwicklung nicht nur neue Führungen und eine neues Einkaufszentrum (mit Rolltreppe!) bekommen, sondern es habe sich mittlerweile auch zur Theaterstadt gemausert. Dies sei dem Trachtenverein zu verdanken, der im vergangenen Sommer mit großem Erfolg die Geierwally aufgeführt habe. „Deshalb“, so Lachner, „sollte der Denkmalschutz jemals die Genehmigung zum Abbruch der alten Garagen zwischen Marienplatz und Einkaufszentrum geben, dann nur unter der Auflage, dass sie der Trachtenverein Stein für Stein wieder aufbaut“. Das sei dann die perfekte Kulisse für die nächste Inszenierung, zum Beispiel für „Ben Hur“ oder „Quo vadis“.

Lachner bekam für seine pfiffige Rede viel Applaus und Standing Ovations von den zahlreichen Gästen, die den launigen Abend im katholischen Pfarrheim mit musikalischer Untermalung der Ebrachtaler Tanzmusik und G’schichtn, vorgetragen von Peter Kießling, sichtlich genossen.

Evi Thiermann

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