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Pablo Karnbaum wurde mit seinem Grafinger Teamkollegen Tom Strohbach als bester Lokalmatador Vierter.

Medial und sportlich hat das BVV Beach Masters in Ebersberg ein neues Level erreicht, aber auch Zuschauer eingebüßt

Eingetaucht in neuen Dimensionen

Zahlreiche bayerische Meister sowie hochklassige auswärtige Teams der Kategorie 1+ traten am Wochenende bei den BVV Beach Masters in Ebersberg an.

Ebersberg – Professionell und live in Szene gesetzt wurde das Event vom Bayerischen Rundfunk, der in einem Online-Livestream mit insgesamt fünf Kameraperspektiven aufwarten konnte. Besonders die mobilen Kameraleute auf dem Court sorgten für Abwechslung und Fernseh-Flair. Ein kurzer Schwenk durch die Zuschauerreihen, eine Nahaufnahme von den schwitzenden Sportlern, „technisch ist da aber noch viel mehr drin“, heißt es dazu verheißungsvoll aus dem Übertragungswagen.

Vereinzelte „Grafing, Grafing“-Rufe tönten von den Rängen, als die Lokalmatadoren Pablo Karnbaum und sein Partner Tom Strohbach vom TSV Grafing zum Halbfinale gegen die Vorjahressieger Lennart Kroha (Zirndorf) und Harry Schlegel (Herrsching) den Platz betraten. Pünktlich zu den Finalpartien sorgten die spät gefüllten Ränge dann wie gewohnt für mächtig Stimmung. Zum Einzug ins Finale reichte es für das Duo Karnbaum/Strohbach trotzdem nicht: Sie unterlagen ihren Kontrahenten im Halbfinale mit 0:2 (23:25, 21:23) und mussten sich auch beim anschließenden Spiel um Platz drei geschlagen geben.

Karnbaum war dennoch nicht enttäuscht: „Es war unser erstes Turnier dieses Jahr, deswegen hatten wir keine großen Ziele“, erklärte der 22-Jährige, „so ein gutes Ergebnis hatte ich mir gar nicht erhofft.“ Der Heimspielfaktor spielte für ihn eine wichtige Rolle: „Am Ende ging mir ein wenig die Kraft aus, da hat das schon nochmal gepusht.“ In den Finalspielen setzten sich bei den Damen Karo Fröhlich (Rotation Prenzlauer Berg) mit einer gut aufgelegte Regan Scott gegen Caroline Eggert (Herrsching) und Anne Matthes (Seifersdorf) mit 2:0 (21:16, 22:20) durch. Im Finale der Herren ging Kroha und Schlegel nach dem kräftezehrenden Semifinale gegen die Grafinger etwas die Luft aus. Gegen die noch in der Gruppenphase unterlegenen René Menzel und Chris Warsawski (beide Strandathleten Leipzig) sahen die Bayern vor allem im zweiten Satz kein Land und verloren deshalb verdient mit 0:2 (18:21, 12:21).

„Sehr zufrieden“ war Veranstalter Dieter Heidrich mit dem Verlauf der mittlerweile elften BVV Beach Masters in Ebersberg. Etwas improvisieren musste man in der Nacht von Samstag auf Sonntag: Da der beauftragte Wachdienst kurzfristig ausfiel, durften die Organisatoren selbst auf das ungefähr eine Million Euro teure Equipment aufpassen und wechselten sich im Schicht-Dienst ab. Für ihre „ganz persönliche Spaßveranstaltung“ brachten Heidrich und Kollegen dieses Opfer aber gerne.

Den Spaß konnte auch der dürftige Zuschauerzuspruch bis zum Sonntagmittag nicht trüben. Natürlich würden Spieler aus der Region oder vom Grafinger Zweitligisten mehr Zuschauer anlocken, als die hochklassige Konkurrenz aus Norddeutschland, weiß Heidrich. Den Spagat zwischen Lokalkolorit und Beachvolleyball-Event auf Top-Niveau will der Veranstalter aber halten. „Dafür sind wir alle zu sehr Volleyballer, als dass wir nur eine lokale Meisterschaft machen würden“, sagte Heidrich. Ob das Ebersberger Publikum die sinkenden Siegchancen seiner Lokalmatadoren im Gegenzug für nationale Spitzenklasse mitträgt, wird sich im bei der Beachparty 2019 im Klosterbauhof zeigen.

Julian Nett

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