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Wohnungsbau oder Großparkplatz? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Die Müllsammelstelle in Ebersberg in der Eberhardstraße/Ecke Baldestraße soll überplant werden. 

Mehrere Optionen für das städtische Areal Eberhardstraße Ecke Baldestraße in Ebersberg

Wohnen auf der Müllsammelstelle

Die Grundstücke im Besitz der Stadt Ebersberg im Zentrum sind nicht allzu zahlreich vorhanden. Darum wollen die Stadträte aus den Flächen „das Maximale“ rausholen.

Ebersberg – Das war bei den Beratungen zum Eckgrundstück Eberhardstraße/Baldestraße im Technischen Ausschuss des Ebersberger Stadtrats zu hören. Es gehen jedoch die Meinungen auseinander, in welcher Richtung maximal. Die einen wollen – nach Möglichkeit sozialen – Wohnungsbau, die anderen einen Großparkplatz. Auf dem 1500 Quadratmeter großen Gelände sind derzeit eine Müllsammelstelle, 27 öffentliche Parkplätze und eine Obdachlosenunterkunft der Diakonie Rosenheim untergebracht.

Vor Monaten hatte die SPD-Fraktion bereits angeregt, das Grundstück dem Kommunalunternehmen für Wohnungsbau des Landkreises Ebersberg anzubieten. Dieses errichtet Sozialwohnungen auf kommunalen Flächen, die nach 20 Jahren wieder an die jeweilige Kommune zurückgehen und von ihr weiterbetrieben werden dürfen.

Auch die Grünen sind vom SPD-Vorschlag angetan. „Wir sollten für den sozialen Wohnungsbau möglich machen, was wir können“, sagte Philipp Goldner in der jüngsten Sitzung. Und wenn man das Grundstück dem Kommunalunternehmen überließe, gebe es sogar noch Fördergeld.

CSU-Stadtrat Martin Schechner hingegen würde mit einer Bebauung – egal welcher Art – angesichts des herrschenden Baubooms am liebsten noch ein paar Jahre warten. „Die Stadt sollte sich antizyklisch verhalten“, sagte er.

Das Grundstück stand ein weiteres Mal zur Debatte, weil zwischenzeitlich die Diakonie Rosenheim selbst Interesse daran angemeldet hat. Sie hätte dort gerne neun Wohnungen errichtet, die Wertstoffsammelstelle deutlich verkleinert erhalten und vier öffentliche Parkplätze untergebracht.

Diese Planung ist den Stadträten zu dünn. „Städtebaulich schreit das nach etwas Größerem“, sagte etwa Gerd Otter von den Freien Wählern. Im Sinn stehe ihm jedoch kein sozialer Wohnungsbau, sondern ein dreigeschossiges Parkhaus. „Wohnungsbau ist zwar schön und nötig“, sagte er, „aber wenn sich das Quartier verdichtet, wo parken dann die Leute?“

Stellplätze benötigten Besucher des alten kino ebenso dringend wie die Eltern von Schülern der benachbarten Grund- und Mittelschule oder Einkäufer, die am Marienplatz zu tun haben. Die Notwendigkeit von mehr innenstadtnahen Parkflächen sehen die Stadträte deshalb quer durch alle Fraktionen. Derzeit überprüft das Stadtplanungsbüro Molenaar im Zuge der Neugestaltung des Marienplatzes mögliche Standorte für Großparkplätze.

Eventuell kommt das Gelände der Feuerwehr in Frage, sofern für diese ein etwas großzügigerer Alternativstandort gefunden wird (wir berichteten).

 ujk

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