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„Montagsspaziergänge“ erstmals auch in Poing und Vaterstetten - Knapp 500 Teilnehmer im Landkreis

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Von: Armin Rösl

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„Montagsspaziergang“
Erneut zogen rund 300 Menschen bei einem „Montagsspaziergang“ durch Grafing. Das Foto stammt vom „Montagsspaziergang“ am 3. Januar. © Stefan Rossmann

Nach Grafing, Ebersberg und Markt Schwaben gab es nun auch in Poing und Vaterstetten „Montagsspaziergänge“. Die Demonstrationen verliefen laut Polizei friedlich.

Landkreis – In Grafing, Ebersberg, Markt Schwaben, Poing und Vaterstetten fanden am Montagabend sogenannte „Montagsspaziergänge“ gegen die Corona-Politik statt, insgesamt nahmen knapp 500 Menschen teil. Wie die Polizeiinspektionen Poing und Ebersberg melden, verliefen alle Demonstrationen ohne Zwischenfälle. „Während sich in Markt Schwaben die Demonstranten schon zum dritten Mal versammelten, wurden von der Polizei erstmals auch in Poing und Vaterstetten Aufmärsche beobachtet und begleitet“, berichtet Polizeioberrat Helmut Hintereder, Leiter der für die drei Gemeinden zuständigen Dienststelle in Poing. Erster Polizeihauptkommissar Ulrich Milius, Chef der Polizeiinspektion Ebersberg, schreibt im Pressebericht zu den Spaziergängen in Grafing und Ebersberg: „Es kam zu keinen Störungen.“

Grafing: 300 Teilnehmer

In Grafing hatten sich laut Polizei erneut, wie schon am 3. Januar, etwa 300 Teilnehmer versammelt. Da sich kein Versammlungsleiter gezeigt habe, habe die Polizei Auflagen erteilt und den Umzugsweg vorgegeben. „Nachdem die Gruppe am Kirchplatz angekommen war, wurde die Versammlung von der Polizei für beendet erklärt. Daraufhin entfernten sich die Teilnehmer“, heißt es im Polizeibericht. In Ebersberg seien etwa 80 Teilnehmer am Aufmarsch beteiligt gewesen. In beiden Städten war es nicht der erste „Montagsspaziergang“.

Ebersberg: 80 Teilnehmer

In Markt Schwaben, Poing und Vaterstetten starteten die „Spaziergänge“ jeweils gegen 18 Uhr und dauerten etwa eine Stunde. Laut Helmut Hintereder hatten sich in Markt Schwaben circa 60 Personen versammelt, in Poing zehn (am Marktplatz) und in Vaterstetten etwa 40 Personen (vor dem Rathaus). In allen drei Fällen habe die Polizei darüber informiert, dass es sich um eine nicht angemeldete Veranstaltung handle und bat darum, dass sich ein Versammlungsleiter melden solle. Dies war nirgendwo der Fall. Daraufhin gab die Polizei Auflagen, Beschränkungen und die Wegstrecke bekannt, auf der die Teilnehmer von Polizeikräften begleitet wurden.

Markt Schwaben: 60 Teilnehmer

Bei all diesen drei „Spaziergängen“ habe es keine Verstöße gegen die aktuell gültige Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gegeben, informiert Poings Polizeichef. Im Pressebericht schreibt er zu den drei Veranstaltungen: „Die Teilnehmer waren dem bürgerlichen Spektrum zuzuordnen.“ Nach einer Stunde beendete die Polizei die jeweiligen Aufmärsche.

Poing: 10 Teilnehmer, Vaterstetten: 40 Teilnehmer

Lediglich in Markt Schwaben habe die Polizei kurz eingreifen müssen, als ein Mann beim „Spaziergang“ auf Höhe des Friedhofs dazu aufrief, den vorgesehenen Weg zu verlassen und dem einige Teilnehmer auch nachkamen. „Die Identität des Mannes wurde festgestellt, eine Anzeige wird erstattet“, heißt es im Polizeibericht.

Bündnisse rufen auf, fern zu bleiben

Die im Landkreis Ebersberg aktiven Bündnisse gegen Rechtsradikalismus, „Bunt statt Braun“ und „Respekt@Poing“, hatten bereits im Vorfeld der ersten Veranstaltungen Anfang des Jahres in einer gemeinsamen Erklärung dazu aufgerufen, den „Montagsspaziergängen“ fern zu bleiben: „Eine Gemeinschaft mit den im Verborgenen bleibenden Organisatoren, die gezielt das Versammlungsrecht umgehen und ihre Identität verschleiern möchten, führt in die Irre. Eine Solidarisierung birgt die Gefahr, sich mit anti-demokratischen Personen, Gruppierungen oder Zielen gleich zu machen und zu Instrumenten gefährlicher Strömungen zu werden.“

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