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Der Wertstoffhof in Langwied ist zum Müllmagneten geworden. Hier entsorgen auch viele Bürger von Auswärts ihren Abfall – die Ebersberger bezahlen dafür. 

Das wird teuer für die Einheimischen Bürger

Ebersberger bezahlen für fremden Müll

Schlechte Nachricht: Müll wird für die Ebersberger bald eine teure Angelegenheit.

Ebersberg– Die Gebühren für Müllabfuhr und Wertstoffhof machen am 1. April einen gewaltigen Sprung in die Höhe.

Satte 20 Prozent müssen die Kreisstädter dann mehr für ihren Hausmüll berappen. Ein Grund für diesen starken Anstieg wird im neuen Wertstoffhof vermutet. „Unser Wertstoffhof ist der beste im ganzen Landkreis“, hatte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses gesagt. Einerseits macht der Erfolg die Stadträte zufrieden und auch ein wenig stolz. Leider aber ist der Hof in Langwied nicht nur bei den Ebersbergern sehr beliebt, sondern offenbar auch bei Bürgern aus Nachbargemeinden.

Dieses große Interesse wiederum erfordert mehr Mitarbeiter und längere Öffnungszeiten. Und das kostet. Während die Ausgaben für die Müllentsorgung also angestiegen sind, blieben die Gebühren für die Bürger die vergangenen vier Jahre lang konstant.

Die Nachkalkulation für die Jahre 2014 bis 2017 ergab eine so genannte Unterdeckung, also eine Finanzlücke von 91 000 Euro. Um das Loch zu stopfen, werden nun nicht nur die Entsorgungsgebühren für Wertstoffe in Langwied teils deutlich angehoben – der Viertelkubikmeter Sperrmüll oder behandeltes Holz beispielsweise kostet nun 7,50 Euro statt bisher fünf bzw. vier Euro.

Spürbar mehr zahlen müssen die Ebersberger auch für ihren Hausmüll: Während eine 120-Liter-Standardrestmülltonne mit Kompostabfuhr bisher 271,80 Euro pro Jahr gekostet hat, werden dafür ab April 325,80 Euro fällig. Das ist ein Anstieg von rund 20 Prozent. Damit reiht sich Ebersberg bezogen auf die Müllgebühren als drittteuerste Gemeinde im Landkreis hinter Vaterstetten (489,20 Euro) und Zorneding (327 Euro) ein.

„Wenig begeistert“ würden die Kreisstädter diese Zahlen vermutlich aufnehmen, sagte Stadtrat Hans Mühlfenzl (SPD) in der Sitzung. Verständlicherweise, denn „die Kosten für die Bürger steigen exorbitant, hauptsächlich wegen des verkehrsgünstigen Wertstoffhofs“ direkt an der B304, der Müllentsorger von auswärts anlocke.

„Ist das wirklich noch fair?“, fragte seine Fraktionskollegin Brigitte Schurer.

Wie viel Prozent der Wertstoffhofnutzer Nicht-Ebersberger sind, darüber gibt es keine genauen Zahlen. Eine Erhebung, etwa durch Vorzeigen des Personalausweises, hält Bürgermeister Brilmayer für einen „Mordsbürokratismus“. Klar sei aber, dass in Langwied „deutlich mehr Wertstoffe abgegeben werden als früher“ am Paulhuberweg. Unbestreitbar seien an diesen Zahlen auch „auswärtige“ Müllentsorger spürbar beteiligt.

Brilmayer will eigenem Bekunden nach jetzt in den Rathäusern in Steinhöring und Grafing nachhaken, ob die Gemeinden nicht bereit wären, einen Teil der Kosten für den Wertstoffhof zu übernehmen.

Letzten Endes könne man aber glücklich sein, dass der Wertstoffhof so gut angenommen wird, warf Hans Hilger von den Freien Wählern ein. „Wir haben schon Zeiten gehabt, da ist der Müll neben der Straße und im Wald abgeladen worden. Das Aufräumen hat uns auch viel gekostet.“ Da sei das Geld doch besser im Ebersberger Wertstoffhof investiert, meinte Hilger.  ujk

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