+
Spaziergänger am Richardisweg in Ebersberg. Für das Gebiet gibt es bald einen Bebauungsplan.

Künfiges Baugebiet am Richardisweg

Nach Bauträger-Frechheit: Ebersberg stemmt sich gegen Wildwuchs

Ebersberg - Der Richardisweg in Ebersberg ist ein kleiner Durchstich vom Sarreiterweg zum Klostersee. Er verläuft parallel zur viel befahrenden Eberhardstraße und wird hauptsächlich von Fußgängern und Radfahrern genutzt. Dass soll auch in Zukunft so bleiben.

Dafür sorgten die Stadträte am Dienstagabend im Technischen Ausschuss, indem sie einen Bebauungsplan für da Grundstück westlich des Richardiswegs auf den Weg brachten. Mit diesem soll Wildwuchs in diesem Bereich verhindert werden.

Die Stadt hatte in den vergangenen Monaten schlechte Erfahrungen gemacht. „Ihr Traum vom Eigenheim wird wahr in Ebersberg“ – mit diesen Worten hatte ein baden-württembergisches Wohnbauunternehmen frech im Internet vier Reihenhäuser und zwei Doppelhaushälften auf dem gut 1600 Quadratmeter großen Grundstück angepriesen. Der Haken: Der Investor hatte zum Zeitpunkt seines Angebots noch nicht einmal eine Bauvoranfrage bei der Stadt eingereicht. Entsprechend sauer reagierte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) damals. Er sprach von „äußerst unseriösem Verhalten“ des Bauträgers aus dem Schwabenland.

Als dieser später mit einem Bauantrag kam, scheiterte er prompt. Die Bebauung sei zu massiv, die Erschließung der neuen Häuser nicht gesichert, unterfütterten die Stadträte ihr Veto.

Mit dem jetzt beschlossenen Bebauungsplan, der den Namen „Westlich Richardisweg“ trägt, will sich die Stadt ihre Planungshoheit sichern und sowohl die Anzahl der zu bauenden Häuser als auch deren Anbindung an das Straßennetz vorgeben.

3. Bürgermeister Josef Riedl (CSU) sprach von einem „sehr sensiblen Gebiet“ und forderte, „maximal vier Wohneinheiten“ zuzulassen. Gerd Otter (Freie Wähler) betonte die Bedeutung des Richardiswegs als Verbindung für Fußgänger und Radfahrer und forderte, dass „dieser keine Straße werden darf“. Er sei ein „ortsbildprägendes Stück Ebersberg“.

Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) sagte, im Zuge des Bebauungsplanverfahrens solle auch geprüft werden, ob nicht doch eine Erschließung des künftigen Baugebiets über die Eberhardstraße möglich sei. Er sei sich bewusst, dass dies äußerst heikel sei, wolle es aber abgeklärt wissen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Betrunken und auf funkender Felge heimwärts
Er war selbst von einem „Plattfuß“ nicht aufzuhalten und das lag vermutlich an seiner Alkoholisierung: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag verursachte ein Mann kurz …
Betrunken und auf funkender Felge heimwärts
Grafinger Erfolg an Siebentausender in Pakistan
Drei Jahre lang hatte es kein Bergsteiger auf den 7027 Meter hohen Spantik im pakistanischen Karakorumgebirge geschafft – nun gelang es als Ersten dem Grafinger Thorsten …
Grafinger Erfolg an Siebentausender in Pakistan
Wahlwerbung: AfD ärgert sich - Polizei ermittelt
Im Landkreis Ebersberg sprießt die Parteiwerbung. In welcher Kommune die CSU richtig stark wirbt und wieso die AfD richtig sauer sein dürfte. 
Wahlwerbung: AfD ärgert sich - Polizei ermittelt
Bulldogs und Boliden
Nach längerer Pause gibt es heuer wieder einen Oldtimer-Frühschoppen  bei Poing: am Sonntag, 20. August, auf dem Angelbrechtinger Hansn-Hof.
Bulldogs und Boliden

Kommentare