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Dieses „Anlieger-frei“-Schild in Fahrtrichtung Wiesham wurde neu aufgestellt. Der „kleine Grenzverkehr“ zwischen Grafing und Ebersberg wird auch nach Eröffnung der Grafinger Ostumfahrung weiter für Gesprächsstoff sorgen. 

Nach Eröffnung der Grafinger Ostumfahrung

Mehr Verkehr im Ebersberger Nadelöhr

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Der „kleine Grenzverkehr“ zwischen Grafing und Ebersberg wird auch nach Eröffnung der Grafinger Ostumfahrung weiter die Gemüter erhitzen. Hier die Gründe:  

Grafing/Ebersberg – Der „kleine Grenzverkehr“ zwischen Grafing und Ebersberg hat schon öfter für öffentliche Aufregung gesorgt – unter anderem ist er regelmäßig Thema bei Bürgerversammlungen in der Kreisstadt. Die Anliegerregelung bestehe nur auf dem Papier, kritisieren die Anlieger der Rosenheimer Straße. Und damit haben sie sogar ein bisschen Recht.

Denn die kürzeste Verbindung zwischen Grafing und Ebersberg ist auf der Grafinger Seite vom Landratsamt einer Allgemeinverfügung unterworfen worden. Zusätzliche Schilder gibt es deswegen nicht. Diese Verfügung besagt, dass alle Grafinger, die nördlich der Urscher-Tankstelle wohnen, über die Kapser Allee in die Kreisstadt fahren dürfen. Angst vor einer Strafel müssen sie deswegen nicht haben. Alle anderen sind keine Anlieger mehr, müssen also außen rum, die die Umgehung nehmen.

Umgekehrt ist es so, dass alle Anlieger aus dem Ebersberger Quartier der Rosenheimer Straße nach Grafing fahren dürfen, die Grafinger aber zum Beispiel nicht zum Amtsgericht Ebersberg, wenn sie südlich der Urscher-Tankstelle wohnen. Wird sich mit der Inbetriebnahme der Ostumfahrung am 20. September daran etwas ändern? „Nach der Eröffnung müssen wir alles noch einmal prüfen“, kündigt Hermann Ziegler, stellvertretender Sachgebietsleiter Öffentliche Sicherheit und Gemeinden im Landratsamt auf Anfrage der Ebersberger Zeitung an.

Zwar hat im Grafinger Stadtrat zu dieser Straßenverbindung noch keine weitere Meinungsbildung stattgefunden. Bürgermeisterin Angelika Obermayr hat nach eigener Auskunft aber aus Gesprächen mit den Fraktionsführern mitgenommen: „Es besteht der allgemeine Wunsch in Grafing, das wieder aufzumachen.“ Die Rathauschefin rechnet damit, dass der weitaus größte Teil des Verkehrs über die Umgehungstraße laufen wird.

Ganz aufmachen geht nicht. Denn in Wiesham gibt es eine Beschränkung, und die soll bleiben, bestätigt Ziegler. Die Straße ist gesperrt für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen – und das hat nichts mit der Umfahrung zu tun. „Das ist zum Schutz der Stützmauer des Wieshamer Baches“, informiert Ziegler. Lastwagen dürfen hier auch künftig nicht durch, sieht man einmal von kleineren Lieferwagen ab.

Auch auf der Ebersberger Seite macht man sich in der Verwaltung Gedanken, wie es nach der Eröffnung der Ostumfahrung von Grafing weitergehen könnte, mit dem kleinen Grenzverkehr zwischen Grafing und der Kreisstadt. Einigkeit bestehe darin, dass „der Verkehr über die großen Trassen laufen soll“, sagt Erik Ipsen von der Ebersberger Verwaltung. Das Fahren über die Kapser Allee „soll eigentlich nicht so attraktiv sein“, zitiert er aus dem Konsens im Ebersberger Stadtrat. Dafür wurde die Rosenheimer Straße erheblich „möbliert“. „Wenn das aber wieder überhandnimmt, müssen wir nachbessern“, meint er vorsichtig, ohne dem Stadtrat vorgreifen zu wollen. „Wir müssen erst schauen, ob es so kommt.“

Auch auf Grafinger Seite will die Verwaltung abwarten, welche Auswirkungen die Ostumfahrung haben wird. „Wie wir mit dem Anliegerverkehr umgehen wollen, darüber müssen wir im Stadtrat noch einmal reden“, sagt Obermayr. Der Verkehr in der Wasserburger Straße werde jedoch stark zurückgehen, prognostiziert sie. Einen offizieller Kontakt zwischen den beiden Städten habe es in dieser Angelegenheit jedoch noch nicht gegeben, sagt Ipsen. „Verkehrsströme können sich auch entwickeln“, meint er. „Wir haben nicht den Verdacht, dass das missbraucht wird“, sagt Ipsen zur „Abkürzung“ Kapser Allee.

Diese musste in den vergangenen Tagen allerdings bereits wieder mehr Verkehr aufnehmen. Grund dafür war, dass die B 304-Südumfahrung an der Abzweigung der Wasserburger Straße auf die Bundesstraße für Bauarbeiten gesperrt werden musste. Die alte Einfädelstelle von Wiesham kommend wird demnächst geschlossen.

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