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Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehören wird: Die Holztribüne am Ebersberger Jugendstadion.

Nach Gutachten des Statikers steht fest

Ebersberger Jugendstadion wird abgerissen

Das Tribünengebäude am Ebersberger Jugendstadion mit den darunter befindlichen Umkleidekabinen wird dem Boden gleich gemacht. Das steht nach dem verheerenden Wasserschaden fest.

Ebersberg – Zehn Tage nach dem verheerenden Wasserschaden im Ebersberger Jugendstadion liegt nun das Gutachten des Statikers vor. Auf 18 Seiten, inklusive Berechnungen, hat der Grafinger Thomas Westphal das bestätigt, was TSV-Chef Martin Schedo bereits nach dem Ortstermin vergangene Woche vermutet hatte: „Sowohl in puncto Standsicherheit als auch in puncto Gebrauchstauglichkeit steht der enorme Sanierungs- und Ertüchtigungsbedarf in keinem vernünftigen wirtschaftlichen Verhältnis zu einem Abriss.“

Für Schedo bedeutet das klipp und klar, „dass an einem Abriss des Gebäudes kein Weg vorbei führt“. Das gelte auch für die darüber liegende Holztribüne.

Tribünenbereich ist marode

„Der gesamte Tribünenbereich ist marode, aber nicht einsturzgefährdet. Um ihn zu erhalten müsste aber ebenfalls massiv renoviert werden“, sagt Schedo. Jetzt gelte es zu eruieren, welche Schritte des Gebäudeabrisses ehrenamtlich und welche professionell ausgeführt werden können.

Nach dem Verfüllen der großen Baugrube rechnet Schedo, der für die CSU im Stadtrat sitzt, derzeit mit einer Interimslösung für die Unterbringung von Material und Fußballern. „Einen Neubau kann ich mir mit Blick auf unsere Finanzen absolut nicht vorstellen. Das ist auch nicht Aufgabe unseres Vereins. Wir werden uns bemühen, Dusch-, Umkleide-, und Lagercontainer auf der Tribünenfläche nach dem Abriss aufzustellen. Da holen wir gerade Angebote ein.“

Toilettenbenutzung am Volksfestplatz

Der bereits vorhandene Container wurde vorsorglich schon frei geräumt. Alternativ werde man die Stadt bitten, bei Bedarf die Toilettenanlagen auf dem Volksfestplatz zugänglich zu machen.

Obwohl der Pachtvertrag des Grundstücks mit der Ebersberger Besitzgemeinschaft Otter/Beffa „theoretisch jederzeit einseitig gekündigt werden könnte“, hat die Erhaltung des zweiten Trainingsstandortes für Schedo und die TSV-Fußballabteilung oberste Priorität. „Ohne diesen Platz würde es ab Ostern, wenn die Kleinfeldteams wieder draußen anfangen, nicht einmal ansatzweise funktionieren.“ Immerhin habe die Besitzgemeinschaft bereits „Gesprächsbereitschaft signalisiert“. Wann genau die Abrissbagger über das gut 60-jährige Gemäuer hinweg rollen, kann Schedo allerdings noch nicht sagen.

Brilmayer nicht überrascht

Auch Bürgermeister Walter Brilmayer hat die Nachricht des Statikers nicht überrascht. Er hat am Montag bereits einen Besprechungstermin mit dem TSV Ebersberg veranlasst. Der Sportverein sei Eigentümer der Liegenschaft, von daher könne auch nur er entscheiden, was damit geschehe. In jedem Fall aber werde die Stadt den TSV unterstützen, wenn es darum geht, den Platz als Trainingsgelände zu erhalten. „Die Holztribüne selbst hatte ja keine Bedeutung mehr, seit die Spiele der 1. Mannschaft im Waldsportpark stattfinden“, so der Rathauschef.

Julian Betzl 

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