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Genau an dieser Stelle ereignete sich der schlimme Unfall. Der Radweg ist in beide Richtungen befahrbar, auf Höhe des Ampelmastens aber viel zu schmal für Begegnungsverkehr. Das hatte am Mittwoch böse Folgen. 

Nach schwerem Radfahrer-Unfall in Ebersberg

Brandgefährliche Stelle - Rathaus und Landratsamt zeigen sich hilflos 

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Die Debatte um den Radweg an der Schwabener Straße in Ebersberg ist wieder neu entfacht. Ein 65-jähriger Radfahrer war hier am Mittwoch unter einen Lastwagen geraten und schwer verletzt worden.

Ebersberg– Der Mann war auf dem Radweg bergauf in nördlicher Richtung unterwegs, als ihn ein entgegenkommender Radfahrer streifte. Der 65-Jährige stürzte und fiel auf die viel befahrene Schwabener Straße, wo er vom Anhänger des Lkw erfasst wurde.

Die Verantwortlichen sehen kaum Möglichkeiten, die Sicherheit für Radfahrer an dieser unübersichtlichen Stelle im Norden der Stadt, dort wo die Straße nach Hohenlinden abbiegt, zu verbessern. Das bringt den ehemaligen Anlieger Peter Weinberger auf die Palme. Er habe die gefährlichen Situationen an dieser Stelle, dort wo sein Elternhaus steht und noch heute seine Großeltern leben, immer wieder beobachtet. Seit 2012 bemühe er sich in Gesprächen mit dem Landratsamt Ebersberg eine Lösung zu erarbeiten. Vergeblich. Bisher habe das nicht gefruchtet, sagte er gegenüber derEZ.

Verkehrsexperte Hermann Ziegler vom Landratsamt verweist darauf, dass dort bereits mehrmals Ortstermine stattgefunden hätten. Man habe die Ampelschaltung verändert, Haltelinien und ein Blinklicht angebracht. An der Stelle sei es eng. Aber es sei alles zulässig. Das habe man überprüft. Von Norden kommende bergab fahrende Radler seien oft schnell unterwegs. Auch würden Radfahrer oft nicht beachten, dass sie ebenfalls stehen bleiben müssten, wenn die Ampel Rot zeigt. Diese Beobachtung hat auch Anlieger Weinberger gemacht.

Der Radweg darf an der Stelle in beiden Richtungen befahren werden. Eine Situation, die immer schwierig sei, sagt Ziegler. „Aber immer noch sicherer, als wenn die Radler auf der Fahrbahn fahren müssten“. Wirklich sicherer könnte man die Örtlichkeit nur machen, wenn man dort grundsätzlich umbaue. „Aber dazu ist zu wenig Platz da.“

„Es ist eine schwierige Stelle, weil man den Radweg nicht verbreitern kann“, meint Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer. Weiter oben sei der Radweg von der Fahrbahn durch einen Grünstreifen getrennt. „So wie es sein sollte.“ Das was jetzt passiert sei, „ist fürchterlich“. Wie man einen derartigen Unfall verhindern könne, „weiß ich auch nicht“, sagt Brilmayer. Der Rathauschef weist darauf hin, dass auch die Einmündung der Straße „Am Priel“, ein paar Meter weiter in Richtung Klostersee, sehr gefährlich sei.

Diskutiert wurde, die Geschwindigkeit der von Norden kommenden Radfahrer zu bremsen. So gibt es unter anderem an der westlichen Ortseinfahrt von Ebersberg sogenannte „Umlaufsperren“, zwei auffällige, rot-weiße Gitter oder Bügel, die versetzt angebracht sind, quer zur Fahrbahn. Am westlichen Stadtrand könne man die Sperre bereits von weitem sehen, erklärt Ziegler. An der Schwabener Straße sei dies anders, die Stelle sei unübersichtlich, vor allem für Radler, die von Norden kommen. Wenn man die Sperre einbaue, dann würde es „nicht lange dauern, bis ein Radfahrer dagegen donnert“. Und das sei auch sehr gefährlich. Die Kosten seien kein Problem, „wenn es um die Sicherheit geht“.

Stephan Mittermaier, Verkehrssachbearbeiter der PolizeiEbersberg, bestätigte, dass am Mittwoch noch ein Gutachter vor Ort war. Die Feuerwehr sperrte dafür die Straße. Er habe noch keine weiteren Erkenntnisse. Geplant sei jedoch ein Treffen der Verantwortlichen vor Ort. „Wir müssen uns das noch mal genauer anschauen“, meint auch Brilmayer. Vielleicht falle ja jemanden etwas ein, wie man die Sicherheit verbessern könne. Ziegler ist skeptisch. „Ohne einem Ortstermin jetzt vorgreifen zu wollen“, sehe er wenige Möglichkeiten.

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