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Den Angeklagten drohen hohe Strafen. Vor Gericht gaben sich die mutmaßlichen Döner-Schläger kleinlaut.

Döner-Schlägern drohen hohe Haftstrafen

Täter vor Gericht ganz kleinlaut

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Ganz kleinlaut und reumütig gaben sie sich in ihren letzten Worten vor dem Landgericht München II. Alle acht Männer, die wegen des Überfalls auf den Döner-Laden am Ebersberger Bahnhof angeklagt sind, entschuldigten sich – und wiesen jede rechtsradikale Gesinnung von sich.

Ebersberg – Der erste Hauptangeklagte, ein Hartz-IV-Empfänger (36), sagte, „dass es mir wirklich leidtut. Aber ich kann es nicht rückgängig machen“. Auch der zweite Hauptangeklagte, ein Zimmerermeister (28), entschuldigte sich und betonte: „Das ist nicht meine Einstellung. Das war scheiße, was wir getan haben.“ Deutliche Worte fand auch ein 32-jähriger Koch: „Das war eine absolut miese Aktion.“

Im Anschluss an die letzten Worte zog sich das Gericht zur Beratung zurück. Heute Vormittag will es die Urteile verkünden. Wohin die Reise gehen könnte, konnten sich die jungen Männer aus dem Landkreis Ebersberg gestern schon anhand der Plädoyers ausmalen.

Staatsanwalt Alexander Strafner forderte Haftstrafen für fünf der acht Angeklagten. Für den 36-jährigen Rädelsführer forderte er eine Gefängnisstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten, unter anderem wegen Bildung bewaffneter Gruppen, gefährlicher Körperverletzung und Volksverhetzung. Der Verteidiger plädierte dagegen auf dreieinhalb bis höchstens vier Jahre Haft. Der 28-Jährige soll laut Staatsanwalt für drei Jahre hinter schwedische Gardinen, während sein Verteidiger eine zweijährige Bewährungsstrafe für ausreichend hält. Für einen Trockenbauer (26) verlangte der Staatsanwalt zwei Jahre und zwei Monate Haft – eine Bewährungsstrafe sei „undenkbar“. Der Verteidiger hielt sie dagegen sehr wohl für denkbar und setzte in seinem Plädoyer eine Dauer von lediglich vier Monaten an. Ebenfalls eine Gefängnisstrafe forderte der Anklagevertreter für einen vielfach vorbestraften Möbelpacker (28), der derzeit in anderer Sache in Bernau inhaftiert ist. Der Verteidiger hielt auch hier eine Bewährungsstrafe von vier Monaten für angemessen. Denn der 28-Jährige, der hinterhergegangen sei, sei abgedreht, als er das Klirren von Scheiben im Döner-Laden gehört habe. Für einen Koch (32) will der Staatsanwalt ein Jahr und neun Monate Haft, der Verteidiger eineinhalb Jahre auf Bewährung.

Einen 23-jährigen Landschaftsgärtner möchte der Ankläger mit einem Jahr und sieben Monaten auf Bewährung belegen – der Verteidiger ebenso. Für zwei „Mitläufer“ (24 und 25) forderte der Staatsanwalt Geldstrafen, die Anwälte dagegen Freispruch. „Ich sehe keine räumliche Nähe zur Tat“, sagte Heidi Pioch, die Verteidigerin des 24-jährigen Industriemechanikers.

Staatsanwalt Strafner kritisierte in seinem Plädoyer deutlich die rechte Gesinnung der Angeklagten – etwa die hetzerischen Sprüche der Hauptangeklagten in der S-Bahn, sowie rassistische Facebook-Posts des Möbelpackers. Dieser sagte in seinem letzten Wort, dass er die Bilder entfernen wolle, sobald er wieder auf Facebook gehen könne. Die Angeklagten sollen am 25. September 2015 mit Baseballschläger, Messer und Hammer den Laden gestürmt, zwei Afghanen verletzt und Scheiben zertrümmert haben.

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