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Will den Weg der Ebersberger Kreisklinik nicht mitgehen: Chefarzt Claus Krüger

Nach Umstrukturierung

Kreisklinik Ebersberg: Chefarzt schmeißt hin

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Claus E. Krüger, Chefarzt der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in der Kreisklinik , verlässt das Haus. Er habe einen Auflösungsvertrag unterschrieben, sagte der Mediziner Ebersberger Zeitung.

Ebersberg – Vorausgegangen waren erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Krüger und der Klinikleitung über die künftige Ausrichtung der Behandlung psychisch kranker Menschen in Ebersberg. Die Kreisklinik hatte beschlossen, sich von deren stationärer Behandlung zu verabschieden und stattdessen die psychosomatische Tagesklinik auszubauen. Dieser Schritt war nicht nur bei Krüger, sondern auch bei etlichen niedergelassenen Kollegen auf Entsetzen und Unverständnis gestoßen. Der Wegfall dieses niederschwelligen Angebots hinterlasse eine Lücke und werde in der Bevölkerung als „deutliche Verschlechterung“ wahrgenommen, hatte Werner Klein, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Ebersberg, im Juni reagiert.

„Mit Herzkathetern ist halt mehr Geld zu verdienen“

Die Kreisklinik wandelt die Betten, die bisher der stationären Behandlung von Menschen in psychischen Ausnahmesituationen vorbehalten waren, in Betten für die Chirurgie und die Innere Abteilung um. Es gehe nicht um Gewinnmaximierung, hatten die Verantwortlichen stets verlauten lassen. Doch das Streben nach genau dieser sieht Krüger, der 2007 nach Ebersberg gekommen war und die Psychosomatik, die erst kürzlich bei einer Patientenbefragung hervorragende Ergebnisse erhielt, aufgebaut hatte. „Mit Herzkathetern ist halt mehr Geld zu verdienen“, sagte er am Mittwoch. Er könne diese Entwicklung nicht mitmachen, deswegen gehe er, jetzt sei es eben „hart auf hart“ gekommen.

Das steht in der offiziellen Stellungnahme der Klinik

Die offizielle Stellungnahme der Klinik klingt anders, hier ist von Unstimmigkeiten erwartungsgemäß keine Rede. Darin heißt es, die Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus und Krüger werde „im besten beiderseitigen Einvernehmen zum 30.4. 2018“ beendet. Wörtlich steht in der Presseinformation: „Die Klinikleitung und der Aufsichtsrat danken Herrn Dr. Krüger herzlich für seine sehr engagierte konzeptionelle und personelle Aufbauarbeit nach Abteilungsgründung im Jahr 2007 und für die erfolgreiche medizinische Leitung in den zurückliegenden zehn Jahren. Wir wissen, dass die von ihm behandelten Patienten und die kooperierenden Ärzte und Therapeuten Herrn Dr. Krüger vermissen werden und bedauern seine Entscheidung, sich anderen Aufgaben außerhalb unserer Klinik zu widmen, außerordentlich. Dafür wünschen wir ihm auch weiterhin viel Erfolg, berufliche Erfüllung und persönlich alles Gute.“

Kommissarische Leitung

Der weitere Betrieb der psychosomatischen Tagesklinik an der Kreisklinik Ebersberg sei unter der kommissarischen Leitung des leitenden Oberarztes Manfred Koniarczyk, mit Unterstützung seines ärztlichen Teams sowie dem Therapeuten- und Pflegeteam, sichergestellt.

Wie seine berufliche Zukunft genau aussieht, weiß Krüger noch nicht. „Ich habe noch keinen genauen Plan“, sagte er. Zunächst werde er Privatpatienten in München behandeln.

Nach der Bekanntgabe der Umstrukturierungsmaßnahme war er eigenen Angaben zufolge von Klinik-Chef Stefan Huber und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Robert Niedergesäß (CSU) aufgefordert worden, den Vorgang nicht zu kommentieren, was Kritiker damals als „Maulkorb“ für den Chefarzt verstanden.

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