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Nördlich der Wildermuthstraße stehen in der Nachkriegszeit erbaute Doppelhäuser auf sehr großzügigen Grundstücken. Diese sollen nun bebaut werden dürfen.

In der Nähe der Kreisklinik soll Wohnraum entstehen

Platz für neue Ebersberger

Ebersberg - Kein Landkreis im Speckgürtel Münchens wächst so stark wie der Landkreis Ebersberg. 25 000 neue Mitbürger werden den Ebersbergern für die nächsten 20 Jahre vorausgesagt. Platz für mehr Kreisstädter soll unter anderem östlich der Klinik entstehen.

In Ebersberg haben sich die Stadträte darauf verständigt, dass die umgebenden Grünflächen, Wälder und Felder möglichst erhalten bleiben sollen. Die logische Schlussfolgerung lautet: Nachverdichtung im Stadtgebiet. So zum Beispiel in der ehemaligen VdK-Siedlung nördlich der Wildermuthstraße. Hier stehen in der Nachkriegszeit erbaute Doppelhäuser auf sehr großzügigen Grundstücken. Das Siedlungsbild ist recht homogen, die Häuser sind deutlich in die Jahre gekommen. Mehr als eine Aufstockung der zunächst nur eingeschossig verwirklichten Anbauten um ein weiteres Stockwerk ist hier baulich in den vergangenen Jahrzehnten nicht großartig passiert. Das soll sich nun ändern.

Die Mitglieder im Technischen Ausschuss des Stadtrats beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung eine Änderung des Bebauungsplans. Ob anbauen und aufstocken oder abreißen und neubauen: Die Hausbesitzer der ehemaligen VdK-Siedlung sollen durch den neuen Bebauungsplan mit großzügigen Baugrenzen dazu ermuntert werden, ihr Häuschen zu vergrößern und somit neuen Wohnraum zu schaffen.

„Die Wohnbedürfnisse haben sich heute seit der Nachkriegszeit ganz wesentlich verändert“, sagte Architekt Peter Voith bei der Vorstellung seines Planungsentwurfs. Die verhältnismäßig großen rückwärtigen Gärten hätten ihre Bedeutung verloren, Gemüse im großen Stil zur Selbstversorgung baut heute kaum jemand mehr an. Und die vorderen Gärten würden heute auch nicht mehr in der Weise genutzt wie früher, da der Verkehr auf der Wildermuthstraße deutlich zugenommen habe und den Aufenthalt im Vorgarten ungemütlich mache. Gemäß Voiths Entwurf, den die Stadträte abnickten und der nun vier Wochen lang im Rathaus für die Öffentlichkeit ausgelegt wird, darf deutlich weiter als bisher an die Straße herangebaut werden. Das macht naturgemäß die Vorgärten deutlich kleiner.

Auch die Fläche bis hin zu den Garageneinfahrten will Voith komplett überbaubar machen. Auf voller Fläche soll nun eine dreigeschossige Bebauung mit Satteldach ermöglicht werden. Dass keinem Hausbesitzer vorgeschrieben werden darf, dass er zu erweitern habe, ist indes klar. „Einer wird nach dem anderen soweit sein. Man muss wohl in der Übergangsphase eine heterogene Optik erdulden“, sagte Voith. „Trotzdem zeigt der Plan eine gewisse Einheit“, sagte Grünen-Stadtrat Philipp Goldner. „Es ist gut, dass wir dann nicht bei jedem Einzelfall entscheiden müssen.“ Gerd Otter von den Freien Wählern war ebenfalls von Voiths Ideen angetan: „Das ist ein guter Kompromiss für eine innerörtliche Verdichtung. Außerdem kann dadurch weiterhin der Zweck verwirklicht werden, den die Vdk-Siedlung damals hatte, nämlich barrierefreies Wohnen zu ermöglichen."

Uta Künkler

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