Grenfell-Tower: Brandursache steht jetzt fest

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Eine Hummel voller Pollen sitzt auf einer Blüte: Die Tiere werden im Landkreis seltener.

Naturschützer sind alarmiert

Artenschwund im Landkreis 

Landkreis - Wer kennt sie nicht – die Berichte über die vom Aussterben bedrohten Eisbären in der Arktis. Immer wieder werden diese medial als Beispiel für das Artensterben genannt. Doch nicht nur in der Ferne, auch im Landkreis Ebersberg verschwinden Lebewesen.

Eidechsen, Mauersegler, Schwalben, Fledermäuse und verschiedene Schmetterlingsarten sind nur ein Teil der Tiere, die im Landkreis Ebersberg immer seltener anzutreffen sind und irgendwann, wenn nichts dagegen unternommen wird, vielleicht gar nicht mehr. Inzwischen ist es etwas Besonderes, wenn Tagpfauenaugen und Distelfalter durch den Garten flattern. Der Sommerflieder, auf den sich in den letzten Jahren immer mehrere Exemplare niederließen, lockt nach heutigen Zählungen höchstens einen Schmetterling am Tag an.

Auch Hummeln werden immer seltenere Gäste. Ihnen fehlt die Vielfalt der Wiesen und Felder, Mäuselöcher, Maulwurfhügel und Spalten auf ungepflügten Feldern, um darin Nester zu bauen.

Die Kreisgruppe Ebersberg des Bund Naturschutzes hat für dieses Artensterben verschiedene Ursachen gefunden. Das in letzter Zeit viel diskutierte und umstrittene Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat und andere „chemische Keulen“ hätten unter anderem dazu beigetragen, dass die Insekten- und Amphibienpopulation im Landkreis Ebersberg geringer werde. Zudem gingen – wie bei der Hummel – immer mehr Brutplätze verloren.

Jochen Carl vom Bund Naturschutz regt daher die Aktion an, Nisthilfen für Mauersegler und künstliche Schwalbennester zu bauen, da die Natur inzwischen künstlich unterstützt werden müsse. Der Bund Naturschutz verweist aber noch auf andere Möglichkeiten. Der verlorene Lebensraum könne auch durch den Rückgang von Monokulturen kompensiert werden, die inzwischen nicht nur für die Tiere zu einer Gefahr geworden seien. In jüngster Zeit seien viele Siedlungsgebiete überschwemmt worden, wie etwa das neue Wohngebiet Doktorbankerl in Ebersberg. Diese Überschwemmungen würden durch die Monokulturen begünstigt werden.

Außerdem könne jeder Einzelne zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen, indem beispielsweise im privaten Garten mehr Wildnis zugelassen werde und Hecken mit einem Nahrungsabgebot für Vögel gepflanzt würden – Maßnahmen, die leicht umgesetzt werden können.

In Gemeinden können Wildblumenwiesen angelegt werden, die eine Vielfalt von heimischen Pflanzen und Tieren beherbergen können und so dem Artensterben entgegenwirken. Zudem sind Margariten, Baldrian und Wiesenschaumkraut auch eine optische Bereicherung für jede Kommune.

Michaela Sanktjohanser

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