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Die Eichenallee am Egglburger See soll aus der Denkmalliste entfernt werden. Die Baumreihe sei erst um 1900 entstanden, hieß es.

Das verstehe, wer will

Neue Denkmalliste für Ebersberg: Betonkeller rein, Allee raus

Der gesunde Menschenverstand ist für Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) derzeit so etwas wie Mister X im Brettspiel „Scotland Yard“. Gerne macht er sich immer wieder auf die Suche nach ihm; unlängst ausführlich bei seiner Feuerrede, nun wieder im Technischen Ausschusses des Stadtrats.

Ebersberg – Der Stein des Anstoßes diesmal: Die Denkmalliste. Insgesamt 85 Baudenkmäler und 16 Bodendenkmäler führt das Landesamt für Denkmalpflege auf seiner Denkmalliste für die Stadt Ebersberg. Nun möchte das Amt diese Liste anpassen. Zwei Bauten werden neu aufgenommen: Die evangelische Heiliggeist-Kirche an der Abt-Williram-Straße und das Kriegerdenkmal am Schlossplatz. Zwar ist die Stadt Ebersberg in dieser Sache nicht die Entscheiderin. Aber dennoch wollen die Stadträte darum bitten, den Keller der Kirche aus dem Denkmalschutz herauszuhalten. Dieser ist in ihren Augen als reiner Betonbau ohnehin nicht denkmalwürdig. Außerdem will die Kirche den feuchten Keller für die dort untergebrachte Tafel herrichten. Gerade im Hinblick auf flexible Nutzungsmöglichkeiten und eventuelle Umbauarbeiten ist die Denkmalwürde ein deutlicher Nachteil.

Auf der anderen Seite werden insgesamt 17 Denkmäler gestrichen. Überwiegend sind dies kleinere Einzelbauteile an Gebäuden, die des Titels Denkmal nicht mehr würdig sind. Auch gestrichen werden soll aber die Eichenallee am Egglburger See. In der Begründung des Denkmalamts heißt es: die Allee, „die aus dem 18. Jahrhundert stammen soll, entspricht in ihrem heutigen Verlauf nicht der Uraufnahme von 1811, und auch ist in dieser keine Allee eingezeichnet. Falls es diese Allee wirklich gegeben haben sollte, so ist diese nicht erhalten, die heutige Allee ist wohl erst um 1900 entstanden.“

Die Änderungen in der Denkmalliste lieferten Brilmayer nun Anlass genug, sich wieder einmal auf die Suche nach Mister X zu machen. „Ich frage mich schon, wo da der gesunde Menschenverstand ist, wenn man einen Betonkeller unter Denkmalschutz stellt und gleichzeitig eine wunderbare Baumallee rausnimmt!“, sagte er. Die Stadt hofft, das Denkmalamt in dieser Sache zum Kurswechsel bewegen zu können.

Uta Künkler

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