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Um diese Wiese geht’s: Hier möchte das Autohaus Ebersberg erweitern. Der Flächennutzungsplan wird jetzt entsprechend geändert.

Neuer Beschluss im Stadtrat

Ebersberger „Autostadt“ darf doch wachsen

Ebersberg - Geht es in der Diskussion um die Erweiterung der Ebersberger "Autostadt“ noch um das Bauvorhaben? Oder geht es um den Vorwurf der Ungleichbehandlung verschiedener Bauwerber? Um Sturheit, Fairness oder Sonderrechte? Zum wiederholten Mal hat sich der Stadtrat  mit dem Thema befasst.

„Selten hatten wir bei einer so kleinen Sachfrage eine so große Diskussion“, sagte Florian Brilmayer (CSU) genervt. Gut ein Jahr ist das Ansinnen der Grill-Gruppe nun alt, das Autohaus Ebersberg im nördlichen Gewerbegebiet zu erweitern. Auf der Wiese südlich des bestehenden Geschäfts sollen Verkaufs- und Parkflächen entstehen. Immer wieder hatten sich die Stadträte seither mit dem Thema befasst und vergangenen März schließlich den Plänen einen Riegel vorgeschoben. Die Sichtachse Richtung Berge und die Neuversiegelung einer Fläche von 1,36 Hektar wogen für das Gremium damals schwerer als eine Unternehmensförderung

Hier störte sich der Stadtrat nicht am „verbauten Alpenblick“: Das Reischl-Gebäude gegenüber des Autohauses.

Nun hat die Grill-Gruppe nachgebessert und neue Pläne vorgelegt. Demnach ist der Eingriff in die im Flächennutzungsplan dargestellte Grünfläche entlang der Staatsstraße auf ein Mindestmaß reduziert, was die Blickbeziehung zum Alpenpanorama erhalten soll. So ist das Thema erneut vor dem Stadtrat gelandet. Außerdem haben sich die Räte bei einem Ortstermin über die Geländehöhen und die direkte Umgebung gegenüber der neuen, bereits gebauten Reischl-Halle informiert. Diejenigen, die zuvor hauptsächlich mit Fragen der Ästhetik gegen die für den Bau notwendige Flächennutzungsplanänderung gestimmt hatten, nahmen am Dienstag nun alles zurück.

„Die Sichtachse nach Süden ist nun gewahrt“, lobte Vize-Bürgermeister Toni Ried (FW). Sein Fraktionskollege Gerd Otter ging sogar noch weiter: „Durch die Planung wird das Gewerbegebiet entsprechend abgerundet. Das ist ein ansehnlicher Auftakt und daher gut.“

Ganz anders lautete das Urteil der Grünen-Fraktion. Es gehe nicht um Sichtachsen und Schönheit, sondern einzig um die Frage, ob eine Neuversiegelung des bisherigen Wiesengeländes wirklich nötig sei, hielt Rosemarie Will dagegen. „Jetzt wird unser noch recht junger Flächennutzungsplan schon wieder dahingehend geändert, dass noch mehr Flächen versiegelt werden können.“ Susanne Schmidberger, ebenfalls von den Grünen, stellte einen Zusammenhang zu den jüngsten Hochwassern her. „Es ist unbestritten, dass die Oberflächenversiegelung da ein ganz wichtiger Punkt ist“, sagte sie. Sie könne nicht verstehen, dass hier nach ausschließlich unternehmerischen Gesichtspunkten entschieden werde.

Schmidberger war es auch, die aussprach, was wohl so einige gedacht haben mögen: „Ich bin schon sehr verwundert, dass es das Autohaus schafft, eine Extra-Stadtratssitzung einzuberufen.“ Man wollte eben nicht warten bis zur nächsten Sitzung Ende Juli, versuchte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) zu erklären. Bei der Abstimmung zum einzigen Tagesordnungspunkt schließlich standen die Grünen allein. Gegen ihre vier Stimmen wurde eine erneute, Auslegung der Flächennutzungsplanänderung beschlossen. Die Grill-Gruppe darf also doch weiterplanen.

Uta Künkler

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