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Willkommen zurück: Ulrich Milius übernimmt am 1. November die Leitung der Polizeiinspektion Ebersberg.

Neuer Ebersberger Polizeichef Ulrich Milius

Von der Notlösung zur Wunschlösung

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Die Polizeiinspektion Ebersberg hat einen neuen Chef. Ulrich Milius (55) wurde  offiziell in sein Amt eingeführt

Ebersberg/Dorfen – Als der Polizist Ulrich Milius vor vielen Jahren seinen ersten Dienst in Ebersberg antrat, war das etwas, was man als eine Notlösung bezeichnen könnte. Der Chef der Ebersberger Dienststelle war damals verunglückt, sein Stellvertreter war auf dem Sprung in einen Schwedenurlaub. Milius sprang kurzfristig ein. Wenn der Erste Polizeihauptkommissar jetzt aber am 1. November wieder die Leitung der Polizeiinspektion Ebersberg übernimmt, ist das eine Wunschlösung – auch seine eigene.

Milius wechselt nach sieben Jahren von der Dienststelle Dorfen nach Ebersberg, seinen Posten im Landkreis Erding übernimmt der 33-Jährige Andreas Diehm. Zur Personalrochade fand im Ebersberger Rathaus ein Empfang mit Vertretern des Polizeipräsidiums statt, an dessen Spitze der Präsident für Oberbayern Nord, Günther Gietl, den beiden einen guten Start wünschte.

Dem scheidenden Polizeioberkommissar Dieter Lerchl, der sechs Monate lang die Polizeiinspektion Ebersberg interimsmäßig geleitet hatte und der sich jetzt weiter qualifizieren will, bescheinigte Gietl eine hervorragende Arbeit. Er erinnerte an die Einsätze im Zusammenhang mit dem fünftägigen Hungerstreik von Asylsuchenden vor dem Ebersberger Landratsamt, den die Polizei gemeinsam mit Landrat Robert Niedergesäß friedlich beenden konnte. Niedergesäß bedankte sich deshalb noch einmal und meinte mit Blick auf den neuen Ebersberger Polizeichef, dass sonst ja wohl eher der „Täter an den Tatort zurückkehrt“. In diesem Fall handle es sich um einen zurückkehrenden Polizisten.

Ulrich Milius hat sich im Polizeidienst schon erfolgreich für schwierigste Aufgaben qualifiziert. Unter anderem gehört er zur sogenannten Verhandlungsgruppe, die bei Geiselnahmen, bei Erpressung, Suizidandrohungen oder anderen Bedrohungslagen gerufen wird. Über 100 solcher Einsätze habe er bereits absolviert, berichtete Präsident Gietl. Dass der erfahrene Polizist sich trotzdem seine menschliche Seite bewahrt hat, bewies er in einer unkonventionellen Antrittsrede, für die er von seinem vorbereiteten Redemanuskript abwich. Als ihn Polizeichef Gietl im Anschluss fragte, „Machen wir jetzt die Urkundenübergabe?“, meinte Milius trocken: „Ja, mach’ mas!“

Auch für den neuen PI-Chef selbst ist der Wechsel willkommen. Er wohnt nämlich seit einigen Jahren schon in seinem Dienstbereich, kennt den südlichen Landkreis Ebersberg also wie seine Westentasche. Das muss sich Andreas Diehm in Dorfen erst erarbeiten. Der 33-Jährige Polizeioberkommissar erzählte bei seiner Antrittsrede aber, dass er sein Einsatzgebiet bereits mit dem Fahrrad erkundet habe. Diehm ist erfolgreicher Ausdauersportler und Marathonläufer, und hat damit das Angenehme mit dem Nützlichen Verbunden.

Am Empfang im Ebersberg Rathaus nahmen alle 14 Bürgermeister aus dem Dienstbereich der Polizeiinspektion Ebersberg und der stellvertretende Dorfener Bürgermeister, Günther Drobolitsch teil, die von Gietl begrüßt wurden. Der Ebersberger Bürgermeister Walter Brilmayer erinnerte daran, dass die Polizeiinspektion Ebersberg früher im Rathaus untergebracht war, weshalb die Beamten des Nachts den Marktplatz gut im Blick gehabt hätten, „als wir selbst noch jung waren“, so Brilmayer vielsagend.

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