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Das Schulhaus in Oberndorf ist in die Jahre gekommen. Jetzt wird es saniert und um einen Kindergarten erweitert.

Oberndorf bekommt Kindergarten

Investitionen im „pädagogischen Paradies“

Die Kindergärten  in Ebersberg sind voll besetzt, der Hort platzt aus allen Nähten. Ein Umbau des Schulhauses in Oberndorf soll die Lage entspannen.

Ebersberg– In Sachen Kinderbetreuung für die ganz Kleinen hat Ebersberg seine Hausaufgaben gemacht. Wer in der Kreisstadt sein Kleinkind fremdbetreuen lassen will, findet mühelos einen Krippenplatz. Weniger paradiesisch sieht es für ältere Kinder aus. Die Kindergärten sind voll besetzt, der Hort platzt aus allen Nähten. Ein Umbau des Schulhauses in Oberndorf soll die Lage entspannen.

Familien mit Kleinkindern blicken aus anderen Gemeinden neidvoll nach Ebersberg. Die Kreisstadt hat in den vergangenen Jahren mit saftiger finanzieller Unterstützung vom Freistaat derartig viel in den Krippenausbau gesteckt, dass es nicht nur ausreichend Betreuungsplätze gibt, sondern sogar einen deutlichen Überschuss. Gerade einmal 90 von 124 möglichen Krippenplätzen sind belegt. Die 391 Kindergartenplätze in den sechs Ebersberger Kindergärten sind hingegen voll ausgelastet. Momentan gibt es in Oberndorf eine Kindergartengruppe mit 25 Plätzen. Allerdings ist dies nur eine Interimslösung, befristet bis August 2019. Nun sollen nicht nur diese 25 Plätze zur Dauereinrichtung werden, sondern auch noch 50 weitere zusätzlich geschaffen werden. So hat es der Sozialausschuss im Stadtrat Ebersberg am Dienstagabend beschlossen. Damit rückt der angedachte Kindergarten beim neuen Rotkreuz-Heim im Westen der Stadt in die zweite Reihe.

„Die Oberndorfer haben einen eigenen Kindergarten verdient“, sagte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) in der Sitzung. Trotzdem, so beharrte Christoph Münch (SPD), dürfe man die Planung einer neuen Einrichtung westlich des Edeka-Geländes gerade mit Blick auf das bald entstehende Neubaugebiet Friedenseiche VIII nur verschieben, aber nicht aufgeben. „Grundsätzlich werden beide Standorte gebraucht“, sagte er und bekam Rückenwind vom Bürgermeister.

Untergebracht werden soll der Kindergarten im Oberndorfer Schulhaus, das für diesen Zweck erweitert und ohnehin saniert werden soll. Das Gebäude aus den späten 1960er Jahren versprühe etwa in den Sanitärräumen noch „Original-Sixties“-Charme, wie Architekt Peter Voith in der Sitzung sagte. Nach seinem Entwurf werden sowohl die Schulräume als auch der Kindergarten durch die Hanglage ebenerdig erreichbar sein und behindertengerecht ausgestaltet. Platz finden sollen neben den Schulklassen und drei Kindergartengruppen zudem eine Krippengruppe sowie eine Nachmittagsbetreuung für Schulkinder.

Besonders im Hortbereich erwartet die Stadt Ebersberg für die nächsten Jahre einen deutlich steigenden Bedarf, den sie mit ihren bisherigen Einrichtungen nicht abfangen kann. Neben einer Erweiterung des Nachmittagsangebots im Stadtgebiet sei daher eine neue Schulkindbetreuung in Oberndorf dringend nötig, sagte Brilmayer. Bereits jetzt würden aus Mangel einer Nachmittagsbetreuung Gastschulanträge für Kinder aus dem Sprengel Oberndorf gestellt. Dabei sei man „in Oberndorf, diesem pädagogischen Paradies, auf jeden Schüler angewiesen“, sagte der Bürgermeister.

Nach dem klaren Entscheid für den Standort Oberndorf werden die Pläne nun weiter konkretisiert und vor allem die Kosten geschätzt. Etwa 70 Prozent der Investitionen will die Stadt dem Bund überlassen und sich um ein entsprechendes staatliches Förderprogramm bewerben.

Uta Künkler

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