Das Landratsamt ist für Solarmodule geeignet: Stephan Wilforth (tetraeder.solar) zeigt, wie das Programm funktioniert. Vorne Kreisklimamanager Hans Gröbmayr (l.) und Denis Welt, der im Landratsamt an dem Projekt arbeitete. Foto: Jürgen Rossmann

Kostenloses „Solarkataster“

Mit ein paar Mausklicks zum Solarstrom

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Landkreis - Neues Programm zeigt einfach, ob das eigene Hausdach für Photovoltaik geeignet ist und ob sich diese rechnet.

Es geht schnell und ist für den Nutzer absolut kostenlos. Nur ein paar Klicks und schon ist klar, ob das Dach des Hauses für eine Photovoltaikanlage geeignet ist. Das Computer-Programm kann zudem aufzeigen, ob sich die Investition rechnet. „Das ersetzt aber nicht die Beratung durch einen qualifizierten Installateur vor Ort“, betont Stephan Wilforth bei der Vorstellung im Landratsamt. Seine Firma „tetraeder.solar“ hat gemeinsam mit der Energieagentur Ebersberg die interaktiven Karten aufbereitet. Am Montag wurde das Angebot freigeschaltet.

Das Programm kann über die Internetseite der Energieagentur aufgerufen werden. Nach Eingabe des Ortes und der Straße erscheint auf einer Karte oder nach Wunsch auch als Luftbildaufnahme das gesuchte Haus. Grüne, gelbe oder rote Einfärbung bedeutet gut geeignet, geeignet oder nicht geeignet. Wer direkt auf das Haus klickt kann eine Photovoltaik- oder Solarthemieanlage auf dem Dach kalkulieren. Dazu müssen einige zusätzliche Daten eingegeben werden. Berücksichtigt wird durch das Programm auch, wenn sich gesetzliche Vorgaben oder Zuschüsse ändern. Es soll also immer aktuelle Berechnungen geben.

Daten stammen aus Flügen über den Landkreis

Grundlagen für die Solarpotenzialanalyse bilden Laserscandaten, die aus einer Überfliegung des Landkreises stammen. Berücksichtigt werden umgebende Objekte, wie größere Häuser oder Bäume und die dadurch mögliche Verschattung. Nicht aufgenommen ist jedoch, ob sich bereits eine Solaranlage auf dem Dach befindet oder ob große Dachflächenfenster das Anbringen von Solarmodulen beeinträchtigen. Auch über die Statik des Daches kann das Programm nichts aussagen. Angehängt ist eine Datenbank, über die künftig auch entsprechende Handwerker zur Umsetzung von Solarprojekten gefunden werden können.

Wer will, könnte auch eine Solaranlage auf dem Dach seines Nachbarn berechnen. „Das ist datenschutzrechtlich alles in Ordnung“, sagt Kreisklimaschutzmanager Hans Gröbmayr. Wer nicht möchte, dass sein Haus abgebildet wird, kann dem per Mail an die Energieagentur widersprechen. Finanziert wird das Projekt durch die Gemeinden im Landkreis. Sie zahlen einmalig 28 Cent pro Bürger für die gesamte Laufzeit von fünf Jahren. Ausgeklinkt hat sich nur die Gemeinde Bruck. Deren Bürger können den Service nicht nutzen.

Bisher liefert die Sonne zehn Prozent des verbrauchten Stroms

Hintergrund: Der Landkreis Ebersberg will bis zum Jahr 2030 unabhängig von endlichen Energieträgern sein. Derzeit stammen nur zehn Prozent des im Landkreis verbrauchten Stroms aus Solarenergie. Das Potenzial ist aber um ein Vielfaches höher. Landrat Robert Niedergesäß gab bei der Präsentation das Ziel aus, den Solarstromanteil in den kommenden fünf Jahre zu verdoppeln. „Das ist ehrgeizig, aber machbar.“ Grundsätzlich sind wohl rund 60 Prozent der Dachflächen im Landkreis für Solarnutzung geeignet. Weitere Infos gibt es bei der Energieagentur sowie bei den Klimaschutzmanagern in den Gemeinden. Dorthin können sich auch Bürger wenden, die beispielsweise keinen Internetzugang haben oder mit dem Programm nicht zurecht kommen.

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